Totale Mondfinsternis am Montagmorgen

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Wenn der Mond ein Schattendasein führt und blutrot seine Bahn zieht.

Region. Der Mond führt in den frühen Morgenstunden des 28. September im übertragenen Sinne für drei Stunden und 20 Minuten ein "Schattendasein".

Doch sollte man sich nicht wundern, wenn er größer als sonst wirkt. Im Mittel ist unser ständiger Begleiter rund 384.000 Kilometer von der Erde entfernt, doch zum Zeitpunkt dieser totalen Verfinsterung trennen uns von ihm nur noch 356.000 km und dadurch zeigt er sich um stattliche 14 Prozent größer.

Wie kommt es zu einer totalen Verfinsterung unseres Trabanten? Die Bahn, die der Mond um die Erde einnimmt ist um etwa fünf Grad gegenüber der Bahn, die die Erde um die Sonne einnimmt, geneigt. Unser ständige Begleiter zieht auf seiner Bahn um die Erde einmal unterhalb der Erdbahnebene vorbei, kreuzt sie und setzt danach oberhalb der Erdbahnebene wieder seinen Weg fort, kreuzt sie erneut und das Ganze beginnt von Neuem.

Immer dann, wenn sich beide Bahnen kreuzen, sich also Sonne, Erde und Mond auf einer Ebene befinden, streicht der Schatten der Erde über den Mond. Minute um Minute verdunkelt der Schatten der Erde ihn bis hin zu seiner totalen Verfinsterung. Während dieses Abschattungszeitraumes zeigt sich der Mond in einer gänzlich ungewohnten Farbe, die von pink bis zu kupferrot gehen kann.

Während der Mond um 3.07 Uhr zum ersten Mal mit dem Kernschatten der Erde in Berührung kommt, ist der Beginn der totalen Verfinsterung dann um 4.11 Uhr. Der Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung stellt sich um 4.47 Uhr ein und um 5.23 Uhr ist schließlich der Zeitpunkt des Endes der totalen Verfinstrung gekommen. Um 6.27 Uhr tritt der Mond schließlich wieder aus Kernschatten der Erde.

Mondfinsternisse wiederholen sich alle 18 Jahre und 11,3 Tage. In diesem Zeitraum finden 223 Vollmondstellungen statt. Das es nicht bei jeder Vollmondstellung zur Verfinsterung des Mondes kommt liegt an der eingangs erwähnten fünf Grad Differenz der beiden Bahnen.

Der Zeitraum von 18 Jahren und 11,3 Tagen wird Saros genannt und diesen Namen hat der große englische Astronom Edmund Halley  im Jahre 1691 benutzt, irrtümlicherweise wie man heute weiß, denn besagter Astronom verwendete den sumerischen Begriff "SAR" und stützte sich dabei auf eine mangelhaft übersetzte Schrift des römischen Historikers Plinius. "SAR" bedeutet nach dieser Schrift entweder die Zahl "3600" oder "im Weltall".

Die Übersetzung der babylonische Bezeichnung lautete aber gänzlich anders, nämlich 17,46,40 und diese Ziffernabfolge steht im Sexagesimalsystem für den Zeitraum von 18 Jahren.

Der "Saroszyklus" war also bereits im Altertum bekannt.  Die ältesten ab 748 vor Christus erhaltenen Keilschrifttafeln stammen von den Babyloniern. Einige Jahrhunderte später wird der "Saroszyklus" auch von den griechischen und römischen Gelehrten Herodot, Hipparchos, Plinius und Ptolemäus genannt und der in der Antike lebende griechische Astronom, Mathematiker und Philosoph, Thales von Milet, erfuhr der Überlieferung nach bei einer Reise in den Orient vom "Saroszyklus" und soll ihn zur Vorhersage der Sonnenfinsternis des Jahres 585 vor Christus verwandt haben, wobei er aber nur das Jahr vorhersagte und nicht den exakten Zeitpunkt.

Nach einem "Saros" stellt sich ungefähr die selbe Geometrie zwischen Sonne, Mond und Erde ein und eine fast identische Finsternis findet statt. Dazwischen gibt es aber rund 40 weitere Finsternisse und da es in jedem "Saros" zu einer Verschiebung der Distanz von Opposition und Knoten Grad  kommt, finden Finsternisse nur während eines sogenannten Saros-Zyklus statt.

Die erste Finsternis eines Zyklus beginnt mit einer Halbschattenfinsternis, entweder in der Nord- oder Südpolregion und da der Mond von Saros zu Saros näher an den Kernschatten der Erde heranrückt und ihn schließlich trifft, kommt es zuerst zu einer partiellen, später dann zu einer totalen Verfinsterung unseres Trabanten.

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