Die "Tourismuspastoral Rhön" ist startbereit

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Theologe und Pastoralreferent Björn Hirsch verantwortet die "Tourismuspastoral Rhön"

Offiziell geht es am 16. Oktober los: Gespräch mit Theologe und Pastoralreferent Björn Hirsch

Hilders - „Kirche muss da sein, wo die Urlauber sind“: Dies könnte das Leitmotiv der „Tourismuspastoral Rhön“ sein, die am 16. Oktober ganz offizell ihre Arbeit beginnen wird. Der Auftakt wird in Hilders sein, wo das Team um Björn Hirsch im Rathaus der Gemeinde (Raum 5) zu finden ist. Im Gespräch mit „Fulda aktuell“ skizziert der 36 Jahre alte promovierte Theologe und Pastoralreferent Hirsch die Motive und Ziele der „Tourismuspastoral Rhön“.

Das Bistum hatte ihn Anfang des Jahres mit dem Aufbau beauftragt. Die Bedeutung des Reisens sei in den letzten 50 Jahren rasant gewachsen und gerade die Rhön sei ja ein ausgewiesenes Zentrum für Urlaub jedweder Art. Auch während der Corona-Pandemie zeige sich, dass Ferien in Deutschland angesagt seien. Dies wiederum biete der Kirche die große Chance, Menschen in deren Freizeit zu begegnen und ihnen verschiedene Angebote zu machen, so dass sie sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch erholen können. Denn beides sei eng miteinander verknüpft.

Die Veranstaltungen sollen dabei keinen „kirchlichen Anstrich“ haben, sondern ein Angebot sein, sich kreativ mit dem Glauben zu befassen. Vor seiner Tätigkeit in Hilders hatte Hirsch – der in diesem Zusammenhang der Gemeinde und Bürgermeister Hubert Blum für die gute Zusammenarbeit dankt – die „Citypastoral Fulda“ sowie das überkonfessionelle Jugendnetzwerk „All for One“ gegründet. Das wohl bekannteste Projekt sind hierbei die „BASE Jugendgottesdienste“, die zweimal im Jahr etwa 1.200 junge Menschen in die „Esperantohalle“ locken. Zudem konnte im Rahmen des 1275. Stadtjubiläums im vergangenen Jahr das „Light up the Dom“-Festival auf dem Fuldaer Domplatz mit 13.500 Besuchern veranstaltet werden.

Hirsch: „Meine Zielsetzung bei der ,Citypastoral‘ war es stets gewesen, Menschen unterschiedliche Wege zum Glauben anzubieten und besonders jene in den Blick zu nehmen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Kontakt zur Kirche mehr haben“. Ähnlich wolle er nun mit der „Tourismuspastoral Rhön“ verfahren, denn statistisch gesehen seien Menschen in ihrem Urlaub offener für spirituelle Erfahrungen und die Beschäftigung mit Lebens- und Glaubensfragen, da in ihrem Alltag häufig keine Zeit dafür bleibe.

Vielschichtige Angebote

Hirsch: „Daran wollen wir anknüpfen und mit Angeboten wie spirituellen Wander- und Radtouren, kulturellen Veranstaltungen, mit Gottesdiensten an touristisch interessanten Orten, mit Lesungen samt geistlichen Impulsen, biblischen Weinproben oder klösterlichen Bierproben, mit Glaubenskursen und vielem mehr Touristen in ihrer Suche nach Sinn und Entspannung begleiten“. Doch kämen als Zielgruppe unter anderem auch Menschen in Frage, die im Tourismus tätig seien. Die Wieder-Hinwendung zum Glauben soll im Vordergrund stehen, was wiederum in Stufen ablaufen soll, wie der 36-Jährige sagt. Am Anfang wolle er der Kirche ein „freundliches Gesicht“ geben, und darunter kann man durchaus auch das kostenlose Angebot an Serviceleistungen sehen, die er in seinem Büro bereithält: Bücher oder Spiele zur Ausleihe, Nordic Walking-Stöcke und sogar einen Bollerwagen.

„Zu 70 Prozent“ ist Hirsch für die „Tourismuspastoral Rhön“ aktiv und zu 30 Prozent für das „Dekanat Rhön“. Ihm zur Seite in Sachen „Tourismus und Glauben“ steht freilich ein so genanntes „Visionsteam“, dem beispielsweise Bürgermeister Blum und Pfarrer Carsten Noll angehören, der Dechant des „Dekanat Rhön“. Ferner Katharina Lubosz von der „Tourist-Information Hilders“, Pfarrer Georg Ander-Molnár aus Elters, Gemeindereferentin Eva-Maria Baumgarten aus Eckweisbach sowie weitere engagierte Menschen wie von der „Kolpingsfamilie Hilders“ und die Betreiber des „Mensch-Tier-Begegnungshofes Lamahausen“. Enge Zusammenarbeit will Hirsch auch mit den Hoteliers, Gastronomen sowie den Inhabern von Pensionen und Cafés pflegen. Das Programm der Monate Oktober bis März mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen steht. Infos gibt es in einer Broschüre, die sowohl bei den Tourist-Informationen im Ulstertal als auch in Hotels, Gaststätten, Pensionen und Cafés ausliegt. Ferner im Internet unter rhönführer.de sowie beim „Facebook“- und „Instagram“-Auftritt der „Tourismuspastoral Rhön“. Zudem natürlich in Kirchen und an markanten touristischen Punkten wie der Wasserkuppe.

Kontakt

„Unsere Homepage wird voraussichtlich erst in einigen Wochen freigeschaltet“, so Hirsch, der aber auf die E-Mail-Adresse kontakt@tourismuspastoral-rhoen.de verweist. Beziehungsweise darauf, wann er in Hilders zu erreichen ist: Dienstag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr unter Telefon 06681/960846.

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