Mit Tradition und Charme

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Tann-Lahrbach. "Sternennacht"-Koch Benjamin Kehl und das Landhaus Kehl sind in der Rhön kulinarisch fest verwurzelt.

Tann. In der vierten Generation gibt es bereits die Gastronomie-Familie Kehl im Tanner Ortsteil Lahrbach. Und mit  Henry steht bereits die fünfte Generation in den Startlöchern, um in die nicht gerade kleinen Fußstapfen von Oma Aloysia, Opa Dieter und Papa Benjamin zu treten.

Die Kehls – ein Name der synonym steht für Qualität und Bodenständigkeit – in der Rhön und weit darüber hinaus. Zum einen über den Namen Sebastian, seines Zeichens mehrfacher Fußballnationalspieler, Vize-Weltmeister und zweifacher Deutscher Meister mit Borussia Dortmund. Zum anderen,  und in seiner ursprünglichen Form, für Spitzenqualität, wenn es um gutes Essen und Logieren, um familiäre Gastfreundschaft und ausgezeichnete Küche mit regionalem Bezug geht.

Riesen-Schnitzel

Mit der Ur-Oma fing alles an, die den Schritt von der Landwirtschaft in die Gastronomie  wagte. Opa Paul und Aloysia setzten das Werk in Lahrbach und den Weg in Richtung zünftige Hausmannskost fort. Legendär sind dabei Aloysias Riesenschnitzel, schon zu  einer Zeit, als es in Tann noch ein Kino gab und fast alle Besucher nach der Vorstellung extra nach Lahrbach fuhren, um sich diese Riesendinger einzuverleiben.  Den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung tat Dieter Kehl, der den elterlichen Betrieb 1976 übernahm und sozusagen in die "Neuzeit" führte. "Seine Leistungen und seine Persönlichkeit sind nicht hoch genug zu würdigen", sagt Sohn Benjamin.

"Mein Vater steckt auch heute noch voller Ideen, Dynamik und Schaffenskraft, ist geistig jung geblieben und immer am Puls der Zeit."Dieter Kehl ist Mitinitiator und "Frontmann" des "Rhöner Charme", jener  regionalen Wirte- und Hoteliers-Vereinigung, die mittlerweile weit über die Grenzen hinaus überregionalen Bekanntheitsgrad genießt und den Grundstein nicht nur für die Kehl’sche Erfolgsgeschichte setzte. So wie es Dieter Kehl über die Jahre hinweg verstanden hat, mit seinem Betrieb und dem "Rhöner Charme" immer wieder neue Wege zu beschreiten, ohne dabei die heimische Tradition und die regionale Identität aus den Augen zu verlieren,  so greift auch sein Sohn Benjamin Kehl auf das bewährte Motto "Zukunft braucht Herkunft" zurück. Im Oktober 2010 stieg er den elterlichen Betrieb, optimierte die Kehl’sche Gastronomie-Philosophie: "Wir wollen keinen Einheitsbrei, wir setzen auf regionale Identität. Ich liebe meine Familie, ich mag meine Heimat und die Leute hier, ich fühl’ mich in der Rhön wohl – und das kann man auch auf dem Teller sehen."

Benjamin Kehl, Jahrgang 1982, hat mit fünf Jahren, wie seine beiden älteren Brüder Alexander und Sebastian auch, im Sportverein Lahrbach mit dem Fußballspielen begonnen. Alexander schlug die Kaufmanns-, Sebastian die Kicker-, Benni die Koch-Karriere ein. Gerüchten zufolge sollen letztere zunächst auch mit einer Kirchen-, sprich Pfarrers-Laufbahn geliebäugelt haben.

Doch vor die Lorbeeren und Laufbahn haben die Gastronomie-Götter und bundesdeutsche Prüfungsvorschriften  eine Ausbildung gesetzt. Nach dem Besuch der Ulstertalschule begann die für Benjamin Kehl mit  16 Lenzen mit einer Lehre im "Goldenen Karpfen" in Fulda. In diesen jungen Jahren legte er vor der hiesigen Innungskammer die beste Prüfung ab, gewann des "Groma-Pokal" und  belegte bei der Hessenmeisterschaft der Jungköche den zweiten Platz.Nach der Lehre in heimischen Gefilden ließ sich Benni für zwei Saisons auf der Insel Sylt von  Jörg Müller in die hohe Kochkunst einweihen. Der besitzt immerhin  einen Stern und 18 Punkte im "Guide Michelin".  Es schlossen sich ein Jahr bei Drei-Sterne-Koch Thomas Bühner in Dortmund und eineinhalb Jahre  in Osnabrück an, bevor Kehls Weg (übrigens gemeinsam mit Patrick Spies) ihn nach Karlsruhe ins Pfinztal und die "Villa Hammerschmiede" führte. Danach "baute" Benjamin Kehl auf der Hotelfachschule in Heidelberg seinen Diplom-Betriebswirt,  bevor es ihn wieder in heimische Gefilde zog. Zuhause angekommen, beschreitet er nun seit drei Jahren gemeinsam mit Vater Dieter und Mutter Eva neue Wege auf traditionellen Pfaden. "Ich möchte regionale Produkte ideenreich in den Gourmet-Stil fassen", sagt Benjamin Kehl. "Wir sind ein authentischer Betrieb, wir sind in der Rhön daheim, wir leben die Rhön. Und das spiegelt sich auch in unserer Küche wider." Immer war bei Kehls ein spezielles  Qualitätsbewusstsein und Anspruchsdenken der innere Antrieb, Perfektion und Sauberkeit genießen allerhöchste Priorität.Von Anfang an, schon zu Oma Aloysias Zeiten hat man erkannt, dass man sich auf die Bedürfnisse der Gäste einstellen und die Philosophie des Hauses mit deren Wünschen und Erwartungen in Einklang bringen muss.  Zu Kehls kommen die Gäste nicht nur zum Sattwerden und Schlafen, "bei uns sollen sie in familiärer Atmosphäre genießen und sich wohlfühlen", sagt die Wirtsfamilie.

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