Der Frust eines Chefs

Unmut über berufliche Schule: Keine Kommunikation

Unmut über berufliche Schulen.
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Unmut über berufliche Schulen.

Der Zeitpunkt hätte irgendwie nicht passender sein können: Am Morgen nach der langen Nacht weitreichender Entscheidungen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten angesichts der steigenden Infektionszahlen getroffen haben, trifft sich die „Fulda aktuell“-Redaktion mit einem Geschäftsmann aus der Region, der im Einzelhandel tätig ist. Und in erster Linie Arbeitgeber, und damit verantwortlich für viele Mitarbeiter und Auszubildende.

Fulda. Und um die soll es bei dem Gespräch gehen, denn den Mann ärgert, dass wenn in den ganzen Verlautbarungen zu Corona von Schulen die Rede ist, dann gehe es immer nur um Grund- oder weiterführende Schulen. Von den beruflichen Schulen ist nie die Rede, „die fallen einfach hinten runter“.

Aber auch die Verantwortlichen an einer Schule der Region sehen sich seiner massiven Kritik ausgesetzt: „Es gibt keinerlei Kommunikation, nur einen Podcast der Schulleitung. Die Schüler, also unsere Azubis, bekommen nachts E-Mails von ihren Lehrern, wie der Unterricht in den nächsten Tagen ablaufen soll und fragen dann uns, was sie machen sollen. Wir als Arbeitgeber werden total außen vor gelassen“.

Was den Geschäftsmann auch sehr ärgert: „Hier im Unternehmen tun wir alles, um das Virus draußen zu lassen. Und wir sind mit Schichtbetrieb sowie mit striktem Einhalten der Masken- und Abstandspflicht sowie der Hygieneregeln bislang damit auch sehr gut gefahren“. Dann aber sei es vollkommen kontraproduktiv, wenn die Azubis sich in vollbesetzte Schulbusse quetschen, am Präsenzunterricht teilnehmen und gemeinsam in einem Raum Arbeiten schreiben müssten. Zudem gebe es an der betreffenden Schule kein ausgefeiltes Hygienekonzept, vor jedem Trakt stehe gerade mal ein Desinfektionsspender. Der Gefahr, dass somit das Virus in den Betrieb eingeschleppt werde, sei Tür und Tor geöffnet.

Der Geschäftsmann kann nicht verstehen, dass das Entgegenkommen immer nur einseitig sei: „Wir haben die Pflicht, unsere Azubis für den Berufsschulbesuch abzustellen. Dem kommen wir nach. Andererseits werden wir kaum gehört, unsere Anliegen nicht zur Kenntnis genommen“. So habe er beispielsweise in der Woche vor Weihnachten, als in Stadt und Kreis Fulda die Inzidenzwerte sprunghaft angestiegen seien, die Azubis nicht in die Berufsschule geschickt, sondern – quasi als Reserve – im Betrieb gehalten. Dies ist laut Ausbildungsverordnung erlaubt, „wenn dadurch der Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten werden muss“. Als einzige Reaktion habe er ein Fax der Schule bekommen, in dem Unverständnis geäußert worden sei. „Was ich mir wünsche, das ist eine verstärkte Kommunikation zwischen Ausbildungsbetrieb und den beruflichen Schulen“.

Die Situation aber sei so, wie sie sich gegenwärtig überall im Lande darstelle: Viele Menschen fühlten sich alleine gelassen und mit Konzepten vertröstet, die nicht oder nur halbherzig umgesetzt würden. So wie das flächendeckende Impfen an Schulen.

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