Unparteiische Dritte: Zwei neue Schiedspersonen in Poppenhausen

Ehemalige Schiedsmänner der Gemeinde Poppenhausen wurden verabschiedet, neue Schiedsfrauen von Bürgermeister Manfred Helfrich eingeführt.

Das Poppenhausener Schiedsamt ist grundsätzlich nicht allzu überlastet. Zum einen sind hier Streitigkeiten untereinander nicht nennenswert ausgeprägt, zum anderen lassen sich manche Streithähne leider nicht von unparteiischen Dritten besänftigen. Und doch gab es in den vergangenen Jahrzehnten eine ausgeprägte Kontinuität bei den Schiedsmännern, die ihr Amt ehrenamtlich wahrnehmen.

Poppenhausen. Viele Jahre war das Amt mit Günter Rogalksi Schiedsmann von 2002 bis 2020) und Berthold Krick Schiedsmann von 1989 bis 2002 und Stellvertreter von 2002 bis 2020) besetzt. Da beide die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht haben, konnten sie nicht erneut kandidieren.

Ein Schiedsamt gibt es in jeder Gemeinde. Es hat die Aufgabe, die außergerichtliche Streitschlichtung herbeizuführen. Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen im privaten und beruflichen Umfeld können sehr schnell eintreten. Derartige Konflikte müssen aber nicht immer gleich vor Gericht ausgetragen werden. Hier bietet das Schiedsamt eine Alternative. Mit der Unterstützung eines unparteiischen Dritten – einer Schiedsperson – können die Hintergründe der Streitigkeiten aufgeklärt, Missverständnisse ausgeräumt und die Konflikte vielfach einvernehmlich bereinigt werden. Die Fälle reichen von Meinungsverschiedenheiten, Nachbarstreitigkeiten, Beleidigung, üble Nachrede, Körperverletzung, Hausfriedensbruch bis hin zur Sachbeschädigung. Ziel ist es, den sozialen Frieden wiederherzustellen und gemeinsam einen Kompromiss zu erarbeiten, mit dem beide Seiten gut leben können. Durch diese „Vorinstanz“ sollen insbesondere die Gerichte entlastet werden.

Die Gemeindevertretung der Gemeinde Poppenhausen hatte in ihrer letzten Sitzung im Juni 2020 übereinstimmend Ursula Ruppert zur Schiedsfrau und Ursula Blaschke zur stellvertretenden Schiedsfrau auf fünf Jahre gewählt. Inzwischen bestätigte die Leitung des Amtsgerichts Fulda die Wahl und vereidigte die beiden neuen Schiedspersonen.

Vor einigen Tagen fand im Rathaus ein Treffen statt, bei dem die langjährigen Schiedsmänner Rogalski und Krick verabschiedet wurden und deren Nachfolgerinnen Ruppert und Blaschke als neu vereidigte Schiedspersonen im Amt begrüßt wurden. Bürgermeister Manfred Helfrich dankte den beiden ausgeschiedenen Amtsträgern, würdigte deren langjähriges Engagement und überreichte ihnen als Geste der Anerkennung ein Poppenhausener Wappenglas mit Widmung. Ein Dank ging auch an die beiden Ehefrauen, die dem Ehrenamt den erforderlichen Freiraum gewährten. Es handele sich um zwei engagierte Frauen, die mitten im Leben stehen, über reichlich Lebenserfahrung verfügen und anerkannt seien. Die gegenseitige Wertschätzung lasse eine gute Zusammenarbeit erwarten.

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