Das Unrecht niemals vergessen

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Feierlichkeiten zum "Tag der Deutschen Einheit" auf „Point Alpha“

Rasdorf. "Point Alpha"-Direktor Volker Bausch eröffnete die Festveranstaltung am Donnerstag und erinnerte an die gelungene Überwindung der deutschen Teilung, was aber zugleich auch Auftrag bedeute für die Vermittlung der Geschichte des Kalten Krieges und die Bildungsarbeit der "Point Alpha Stiftung". Grußredner Dr. Thomas Schäfer, Hessischer Minister der Finanzen, mahnte gegen das Vergessen und die Verharmlosung der SED-Diktatur. Den "Tag der Deutschen Einheit" nannte er einen Tag der Freude im Gedenken an die Opfer der deutschen Teilung.

Der Thüringer Finanzminister, Dr. Wolfgang Voß, erinnerte an die Freiheitsbewegung in Osteuropa und an den Mut der DDR-Bürger im Jahr 1989. "Ohne Danzig 1980 kein Leipzig 1989", so sein Resümee. "Point Alpha" stehe als authentischer Ort und Zeitzeugnis für Demokratie und Freiheit. Colonel Wade Doenges,  stellvertretender Kommandeur des "5th Signal Command", berichtete über Entdeckung seiner deutschen Abstammung und die Zeit 1989, als er selbst an der innerdeutschen Grenze eingesetzt war. Es herrschte große Nervosität über die Entwicklung in der DDR und nicht wenige glaubten an eine militärische Konfrontation.

Festredner Roland Jahn benannte die Grenze als das, was sie einst war, Unrecht, das unzählige Familien zerschnitt und Biographien zerstörte und unmenschlich, weil sich die ehemalige innerdeutsche Grenze gegen die Menschen in der DDR insgesamt richtete. Das ging so weit, das der  SED-Repressionsapparates Fluchtwillige an die Bundesrepublik verkaufte – "Freikauf" genannt.  Seine Behörde, die BStU, sei ein wichtiger Baustein für die Aufarbeitung der Diktaturgeschichte. Es sei deshalb wichtig, die gemeinsamen Anstrengungen fortzusetzen. Prof. Hans-Joachim Jensch, Stiftungsratsvorsitzender der "Point Alpha Stiftung", dankte zum Abschluss allen Beiträgern für Ihre Worte. Sie seien wichtig für die lebendige Umsetzung der Ziele der "Point Alpha Stiftung", ein authentischer Ort des Erinnerns und des Ziehens von Lehren. Hier werde gestritten und geprüft. Hier könne man aber auch innehalten und begreifen, so Jentsch.

von Henning Pietzsch

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