Veit und Brand zu Gast

Vogelsbergkreis. Landrat Rudolf Marx (CDU) hat erneut einen intensiven Meinungsaustausch mit den heimischen Bundestagsabgeordneten Rdiger Veit (

Vogelsbergkreis. Landrat Rudolf Marx (CDU) hat erneut einen intensiven Meinungsaustausch mit den heimischen Bundestagsabgeordneten Rdiger Veit (SPD) und Michael Brand (CDU) gefhrt und spricht "von einer guten Tradition des Dialogs". Das Thema: die Umsetzung des Sozialgesetzbuchs zwei - in der ffentlichkeit besser bekannt als Hartz IV - in der Wirklichkeit der Kommunalen Vermittlungsagentur des Vogelsbergkreises.

Der Vogelsbergkreis ist eine von 69 Optionskommunen in Deutschland. Option bedeutet: der Kreis kmmert sich selbst und eigenstndig um alles, was mit Hartz IV zu tun hat: Vermittlung, Beratung, Frderung, Qualifizierung und Sicherstellung von Untersttzungszahlungen im Bereich Arbeitslosengeld zwei.

Brand und Veit machten deutlich, dass sie voll hinter der Entscheidung des Kreises stnden, seit Anfang 2005 Optionskommune zu sein. Michael Brand: "Aufgrund der sehr gut entwickelten Rahmenbedingungen und der professionellen Umsetzung ist die Option wie geschaffen fr den Vogelsbergkreis." Rdiger Veit sagte: "Die eigenstndigen Mglichkeiten der Optionskommunen mssen gesichert und gestrkt werden." Landrat Marx bat die beiden Parlamentarier, fr die Interessen der Kreise zu streiten und den Bundeszuschuss fr Miet- und Mietnebenkosten in gleicher Hhe zu erhalten, "weil wir sonst eine Million Mehrbelastung htten" (wir berichteten). Veit und Brand sagten zu, entsprechend beim Bundesarbeitsminister vorstellig zu werden.

Die Abgeordneten nahmen die detaillierten Schilderungen von Praktikern der Kommunalen Vermittlungsagentur (KVA) mit groem Interesse auf und versprachen, bei notwendigem Vernderungsbedarf des Gesetzes auf der Ebene des Bundesarbeitsministeriums hilfreich sein zu wollen. Die geschilderten Probleme der KVA-Fachleute bezogen sich im wesentlichen auf die Vermeidung von Ungleichbehandlungen der Kunden, beispielsweise bei der bernahme von Fahrtkosten fr Schler, auf zu viel Brokratie und Unbersichtlichkeit bei den Antragsverfahren, und auf die Sicherung der Chancen von Jugendlichen und von lteren Arbeit Suchenden, bei denen - so Werner Khler, Chef des Amts fr soziale Sicherung - "keine Zwangsverrentung mit drastischen Abschlgen" stattfinden drfe.

Die Kommunale Vermittlungsagentur wolle ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen, betont der Vogelsberger Landrat. Die KVA habe bei Arbeitgebern und langzeitarbeitslosen Menschen, zumal bei jungen Menschen, ein groes Vertrauen aufgebaut. Die grte Anstrengung des Vogelsbergkreises gelte den etwa 1160 jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. "Das ist unsere spezielle Zielgruppe", betonte Hans-Ulrich Merle, Bereichsleiter "Aktivierende Hilfen" der KVA.

Fr Merle ist es wichtig, dass gemeinsam mit den Klienten eine bedarfsgerechte Qualifizierung entwickelt wird mit dem Ziel einer passgenauen Vermittlung. "Man muss vorne anfangen", sagte Merle. Hierzu zhle auch, fehlende Bildungsabschlsse, zum Beispiel den Hauptschulabschluss, nachzuholen.

Ein weiteres Feld sei die Berufsorientierung. In diesem Zusammenhang begrten die Bundestagsabgeordneten Veit und Brand die "kraftvolle Aktion der KVA mit Untersttzung der Vogelsberg Consult", mit dem fnften Marktplatz Ausbildung in Lauterbach am Freitag, dem 2. November, erneut an ber 1000 junge Menschen "heran zu kommen" und ihnen die Chancen der Region mit ber 130 Ausbildungsberufen deutlich zu machen.

Insgesamt hat die KVA 2006 ber 1400 Menschen in Arbeit vermittelt. Die Vermittlungsquote liege bei 60 Prozent. Der Bereichsleiter "Geldleistungen/Controlling", Ulrich Schfer, berichtete von dem Problem, dass in vielen Bedarfsgemeinschaften trotz praktizierter Erwerbsarbeit ergnzende Hilfen notwendig seien, weil das Arbeitseinkommen nicht ausreiche, eine Familie zu ernhren.

Landrat Marx und Werner Khler freuten sich sehr ber den offenen Gedankenaustausch, die Rckendeckung aus Berlin und den "Schulterschluss unserer beiden Abgeordneten in dieser fr so viele Menschen existenziellen Frage". Marx bedankte sich nochmals bei beiden Abgeordneten, die im vergangenen Jahr mit groem Nachdruck in Berlin dafr gesorgt hatten, dass eine Haushaltssperre aufgehoben wurde, die zu einer Belastung von einer Million fr den Kreis gefhrt htte.

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