Versuchter Doppelmord: Angeklagter muss 4,5 Jahre in den Knast

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Fulda. Das "Landgericht Fulda", 1. Strafkammer, hat heute das Urteil im "Aschenberg-Fall" gesprochen: Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung.

Fulda. Dem heutigen Fortsetzungstermin vor der 1. Strafkammer des "Landgerichts Fulda" ist das Urteil verkündet worden. Das Gericht hat den 54 Jahre alten Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme stand zur Überzeugung der Kammer fest, dass der Angeklagte am 11.01.2014 im Treppenhaus eines Wohnhauses am Aschenberg in Fulda seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren männlichen Begleiter mit einem Klappmesser angegriffen und erheblich verletzt hat. Das Motiv der Tat sah die Kammer in der Eifersucht des Angeklagten und den vorangegangenen Streitigkeiten der Eheleute. In dem männlichen Begleiter der Ehefrau habe der Angeklagte den neuen Partner seiner Ehefrau vermutet, so der Vorsitzende Richter am Landgericht Richter in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Er sah in der Tat das dramatische Ende einer gescheiterten Beziehung.

Damit habe sich der Angeklagte einer gefährlichen Körperverletzung in zwei tateinheitlichen Fällen schuldig gemacht. Nach Überzeugung des Gerichts handelte der Angeklagte mit bedingtem Tötungsvorsatz, dieser nahm also den Tod seiner Ehefrau sowie des männlichen Begleiters billigend in Kauf. Von einem versuchten Mord sei der Angeklagte indes durch das freiwillige Aufgeben der Tatausführung strafbefreiend zurückgetreten. Deshalb habe der Angeklagte nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden können, so das Gericht. Zur Tatzeit sei der Angeklagte voll schuldfähig gewesen.

Schließlich ordnete die Kammer die Fortdauer der Untersuchungshaft an. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung steht das Rechtsmittel der Revision zu.

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