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Viele sind in Sorge: Wie komme ich an einen Hausarzt?

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Von: Bertram Lenz

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Diese Übersicht zeigt die aktuellen hausärztlichen Praxisstandorte im Mittelbereich Fulda
Diese Übersicht zeigt die aktuellen hausärztlichen Praxisstandorte im Mittelbereich Fulda © KV

Es sieht so aus, als habe es einige Tage gebraucht, um sich auf die Situation einzustellen beziehungsweise um sich trotz vielschichtiger Bemühungen vergeblich um einen Ersatz zu bemühen: Alleine am Wochenanfang wurde die FULDA AKTUELL-Redaktion gleich mehrfach mit Anrufen von Leserinnen und Lesern aus Fulda konfrontiert, die sich um die ärztliche Versorgung ihre Gedanken machen.

Fulda Ausgangspunkt ist die plötzliche Aufgabe der fachärztlichen Praxis von Anastasiya Franz in der Rabanusstraße zum 7. Februar. Gleichsam ohne Vorwarnung seitens der Allgemeinmedizinerin standen die Patientinnen und Patienten an diesem Montag vor verschlossenen Türen, nur durch einen Zettel leidlich informiert. Die Praxis sei ab dem 7. Februar aus persönlichen Gründen geschlossen, stand da unter anderem.

Unmut der Patienten

„Seitdem versuche ich, für meine 89 Jahre alte Bekannte eine neue Hausärztin beziehungsweise neuen Hausarzt zu finden. Alles ohne Erfolg, keine Praxis in Fulda nimmt neue Patienten auf“, machte eine Anruferin ihrem Unmut Luft. Und forderte, dass jetzt doch endlich die Politik eingreifen müsse, denn man könne die Menschen doch nicht alleine lassen.

Gegenüber FULDA AKTUELL nahm Magistratssprecher Johannes Heller auf Anfrage zu der Thematik Stellung: „Die Stadt Fulda steht seit Bekanntwerden der Problematik im Austausch mit der ,Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen“, die – sowohl was die Patientenakten aus der Praxis Anastasiya Franz als auch die Vermittlung eines neuen Hausarztes/einer neuen Hausärztin angeht – mit in der Verantwortung steht“. Offenbar auf Druck der „KV“ habe Franz auf der Homepage ihrer bisherigen Fuldaer Praxis (www.hausarzt-fd.de) Informationen darüber online gestellt, wie Patientenakten angefordert werden können. Hinsichtlich der Übernahme durch andere Ärztinnen und Ärzte teilte die „KV“ der Stadt mit, dass sie im Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten aus der Region sei.

Heller zitiert die „KV“, wonach erfreulicherweise viele Mediziner mitgeteilt hätten, dass sie Patienten aufnehmen konnten: „Ob dies den Tatsachen entspricht und wie viele Menschen durch die plötzliche Praxisschließung noch immer ohne hausärztliche Versorgung sind, kann die Stadt Fulda nicht abschätzen“.

Positive Resonanz

Auf Anfrage von FULDA AKTUELL bekräftigte Alexander Kowalski von der Stabsstelle Kommunikation der „KV Hessen“ am Mittwochvormittag, dass man bezüglich der betreffenden Praxis in der Fuldaer Rabanusstraße mit Hochdruck dabei sei, Lösungen für die Patientinnen und Patienten zu erarbeiten. „Unter anderem haben wir zu den Hausärztinnen und -ärzten in der Region Kontakt aufgenommen, um zu erörtern, ob sie Patientinnen und Patienten aufnehmen können. Die Resonanz war durchaus positiv“. Es seien zwar nahezu alle Praxen überlastet, aber viele Ärztinnen und Ärzte bereit, sich dennoch zu beteiligen. „Darüber hinaus ist der Mittelbereich Fulda ja momentan partiell für zwei neue Niederlassungen geöffnet. Hier sind wir guter Hoffnung, dass wir diese Sitze besetzen können, denn Fulda ist als Region bei Ärztinnen und Ärzten durchaus beliebt“.

Auf hausärztlicher Ebene ist die Stadt Fulda laut „KV Hessen“ zusammen mit 17 weiteren Städten und Gemeinden dem so genannten „Mittelbereich Fulda“ zugeordnet. Für diesen Mittelbereich habe der Landesausschuss vom 18. November 2021 einen überdurchschnittlichen Versorgungsgrad von 108,66 Prozent festgestellt. „Damit stehen aktuell 2,0 freie Hausarztsitze im ,Mittelbereich Fulda‘ aus partieller Öffnung zur Verfügung. Hinzu kommen 5,75 weitere vakante Sitze, die aktuell zur Nachbesetzung ausgeschrieben sind. Ab 110 Prozent liegt eine so genannte Überversorgung vor, das heißt, dass sich in diesem Mittelbereich niemand mehr niederlassen darf/kann“.

Thema im Ausschuss

Die „Hausärztliche Versorgung in Fulda“ steht auch auf der Tagesordnung des „Ausschusses für Soziales, Familie und Jugend“ der Stadtverordnetenversammlung am 10. März um 18 Uhr im Marmorsaal des Stadtschlosses. Ein Vertreter der „KV Hessen“ soll weitergehende Informationen geben.

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