Vielfältige ehrenamtliche Arbeit der „Rhöner Nachbarschaftshilfe“ 

Ute Sander, Koordinatorin des Kinderhospizdienst Main-Kinzig-Fulda und Jörg Witzel von der „Rhöner Nachbarschaftshilfe“sammelten Herzeswünsche schwer erkrankter Kinder, um diese wahr werden zu lassen. 
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Ute Sander, Koordinatorin des Kinderhospizdienst Main-Kinzig-Fulda und Jörg Witzel von der „Rhöner Nachbarschaftshilfe“sammelten Herzeswünsche schwer erkrankter Kinder, um diese wahr werden zu lassen. 

Noch einmal ein schnelles Auto fahren oder mit dem Flugzeug fliegen – das sind die Herzenswünsche von Kindern, die schwer erkrankt sind. Und es gibt Menschen, wie Jörg Witzel von der „Rhöner Nachbarschaftshilfe“, die diese Träume in Erfüllung gehen lassen.

Rhön. FULDA AKTUELL hat sich mit dem zweifachen Vater über sein ehrenamtliches Engagement unterhalten und erfahren, wie auch andere Menschen helfen können.

„Mit dem ersten Lockdown 2020 wurde das öffentliche Leben erstmal auf Eis gelegt. Mit den Kontaktbeschränkungen folgten die sozialen und gesellschaftlichen Fragen. Einen großartigen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen an die Gesellschaft selbst, leisten mit Zusammenhalt und Engagement überall im Land ehrenamtliche Nachbarschaftshilfen und Unterstützer“, so Witzel.

„Es war eine komische Zeit, ein Gefühl zwischen Unwissenheit und Planlosigkeit. Ein Besuch bei Dr. Al-Hami brachte mir Klarheit, und bereits am nächsten Tag, dem 13. März 2020, war die Facebookseite ‚Rhöner Nachbarschaftshilfe‘ geboren.

Anfänglich haben wir noch Einkaufsfahrten, Arzt und Apothekenfahrten für die Risikogruppen organisiert. Und fast täglich kamen weitere Alltagsprobleme hinzu. Wie das Fehlen der medizinischen Mundschutzmasken. Doch mit der Hilfe vieler ehrenamtlichen Näherinnen konnten wir rund 4.700 ‚Rhöner-Maul-Lappen‘ an Arztpraxen, Pflegedienste, Pflegeheime, Altenheime, Kinderhospiz und Obdachlose kostenlos verteilen“, erzählt der 47-Jährige.

„Auch die Gastronomie, Fitnessstudios, Friseure, Einzelhändler: sie alle hat die Corona Pandemie hart getroffen.

Deshalb folgten Aktionen wie der Verkauf von ‚Zukunftsgutscheinen‘, ‚Das WIRT³ wieder‘, oder ‚Vergesst uns nicht‘. Damit wollten wir mit kreativen und innovativen Ideen weiter zu einer starken Solidaritätsgemeinschaft vor Ort beitragen. Und selbst wenn wir mit jeder einzelnen noch so kleinen Aktion nur dazu beigetragen haben, dass zukünftig zum Beispiel das Friseurhandwerk aus einer anderen wertschätzenden Perspektive gesehen wird, haben wir vieles erreicht“, freut sich Witzel.

„Im Weiteren hatte es auch unsere Senioren in den Altenheimen hart getroffen, diese durften über Wochen nicht von Familienangehörigen besucht werden. Selbstverständlich haben wir auch an sie gedacht. Mit einer Aktion suchten wir Rhöner Kinder, die Butterbrot-Tüten bemalten, und die wir anschließend mit süßen Leckereien gefüllt und an die Altenheime vor Ort verteilt haben. Eine sehr schöne Aktion, die sehr viel Freude und Dankbarkeit verbreitet hat“.

Die Wunschwand der Kinder.

„Leider brachen in Corona-Zeiten auch die finanzielle Unterstützung für gemeinnützige Organisationen weg. Umso mehr freuten wir uns, dass wir im Kampf gegen den Brustkrebs den ‚Pink Ribbon‘ mit einer Getränkespende unterstützen konnten.

Das gleich galt auch für den ambulanten Kinderhospizdienst des ‚Malteser Hilfedienstes‘ in Fulda. Da wir mit einer großzügige Getränkespende der Firma ‚Hassia‘ und des Motorenölherstellers ‚Liquid Moly‘ bedacht wurden, konnten wir weiter vor Ort unterstützen. Mit der Übergabe dieser Getränke und der Motorenölspende hatte ich den ersten Kontakt, welcher sich stätig mit Ute Sander, Koordinatorin des ambulanten Kinderhospizdienstes des „Malteser Hilfedienstes Fulda“, intensiviert hat. Dann kam der Tag des Kinderhospiz“, erzählt Witzel.

Zum Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit am 10. Februar weisen die „Malteser“ auf die besonderen Herausforderungen für Familien hin, in denen ein Kind lebensverkürzt erkrankt ist. Die Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen während der Pandemie erschwerten die Situation der Familien. Jedoch gab es Angebote und Begleitung für die Familien, die eingeschränkt, nicht nur von den Maltesern, stattfanden.

„Die Kinder haben den Auftrag bekommen, sich vorzustellen, was sie mit uns Ehrenamtlichen unternehmen möchten und dies in einem selbstgemalten Bild darzustellen“, so Witzel. Dabei seien ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden. Vom Zoobesuch, über ein Eis schlecken, ein Besuch im Freizeitpark bis hin zu dem Wunsch mal ein schnelles Auto zu fahren, waren alle Arten von Beschäftigungen dabei. „Es war mir und auch anderen langjährigen Ehrenamtlichen ein sehr wichtiges Anliegen dabei zu helfen, die Wünsche der Kinder zu erfüllen. Wir möchten denen helfen, die es im Alltag sowieso schon schwer haben und schöne Erinnerungen schaffen“, sagt Witzel: „Diese Erlebnisse mit den Kindern motiviert uns weiter zu machen und zeigt uns wie wichtig diese ehrenamtliche Arbeit ist.“

Höhepunkt des organisierten Ferienprogramms der „Rhöner Nachbarschaftshilfe“, war für zwei Kinder eine Porschefahrt. „Wir danken der Geschäftsführung ‚Porsche Zentrum Fulda‘, Albert Knop und Thomas Brühl für die Zurverfügungstellen eines Fahrzeuges. Es war ein großartiges Erlebniss für die Jungs und uns hat es großen Spaß gemacht, ihnen diesen Herzenwunsch zu erfüllen“.

Fynn wurde sein Wunsch erfüllt, einmal mit einem Porsche zu fahren.

„Außerdem hatten wir mit vier Kindern vor einiger Zeit einen tollen Golftag am Golfplatz ‚Praforst‘. Die Kinder durften Bälle schlagen und wurden von der Gaststätte ‚Zur Praforst Sonne‘, der Familie Wojna verköstigt. Der Tag wird wohl für alle Anwesenden und Beteiligten unvergesslich bleiben. Es war ein rührender Tag mit atemberaubenden Szenen und vielen Gänsehaut-Momenten. Zugleich zeigt er auch, dass man das Leben feiern soll, weil es kostbar ist und endlich. Und dass jeder Tag zählt.

Wir alle können Kinderträume wahr werden lassen, den betroffenen Familien einige unvergessliche Momente schenken und besondere Erinnerungen schaffen.

Und auch die Worte eines 7-jährigen an Leukämie erkrankten Jungen sind mir allgegenwärtig und hallen nach: ‚Es waren die Sommerferien der Überraschungen und alles war ganz wunderbar.‘ Diese Worte des Kindes klingen versöhnlich und motivierend zugleich.“

Wer helfen möchte, kann sich an Jörg Witzel unter der Telefonnummer 06682/919470 oder per E-Mail an j.witzel@gmx.de wenden. „Die Nachfrage steigt und es werden auch immer mehr Trauerbegleiter gesucht, deshalb ist es für uns als ‚Rhöner Nachbarschaftshilfe‘ wichtig weiter zu machen. Der Kinderhospizdienst sucht auch stetig nach Menschen, die sich engagieren möchten. Daher wird eine Ausbildung zum/zur ehrenamtlichen Hospizhelfer/in angeboten. Wer unabhängig davon helfen möchte, kann beispielsweise Eintrittskarten für einen Tierpark oder andere Veranstaltungen für die Kinder kaufen“, so Witzel.

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