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Vielfalt im Wald

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Osthessen. In neun untersuchten Naturwaldreservaten konnten erstmalig 16 von insgesamt 19 in Hessen vorkommenden Fledermausarten (84 Prozent) auf nur

Osthessen. In neun untersuchten Naturwaldreservaten konnten erstmalig 16 von insgesamt 19 in Hessen vorkommenden Fledermausarten (84 Prozent) auf nur 0,02 Prozent der Landesflche gefunden werden, darunter die in Hessen vom Aussterben bedrohte Mopsfledermaus. Die Anzahl der in den einzelnen Naturwaldreservaten nachgewiesenen Fledermausarten lag zwischen fnf und zwlf. Klima und Hhenlage haben auf die Zusammensetzung der Fledermaus-Artengemeinschaften in Wldern ebenso Einfluss wie die Waldstruktur und die Baumhhlendichte.

Die vielfltigen botanischen, zoologischen und waldstrukturellen Untersuchungen in hessischen Naturwaldreservaten dokumentieren die biologische Vielfalt in unseren heimischen Wldern. Sie besttigen und motivieren uns, unsere naturnahe, nachhaltige Waldbewirtschaftung weiter zu fhren, die auf Vielfalt und Stabilitt, nicht zuletzt durch Manahmen des Arten- und Biotopschutzes setzt, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes Hessen-Forst.

Fledermuse werden im Rahmen der zoologischen Begleitforschung seit 2002 in hessischen Naturwaldreservaten untersucht, da sie als Bewohner von Baumhhlen und wegen ihrer komplexen kologischen Ansprche fr die Naturwaldreservate-Forschung von besonderem Interesse sind. Mittlerweile liegen Ergebnisse aus neun Naturwaldreservaten vor, die jetzt in einem Forschungsbericht zusammengefasst wurden.

Bei der Erfassung der Fledermuse machen wir uns zunutze, dass die Tiere nachts nicht ihre Augen verwenden, sondern sich mit Hilfe des Echos von extrem kurzen Ultraschalllauten orientieren. Die fr die Artbestimmung wichtigen Ultraschallrufe sind mit einem so genannten Fleder-mausdetektor zu hren, erlutert Dr. Markus Dietz, der die Studien im Auftrag der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (Gttingen) und des Landesbetriebes HESSEN-FORST durchgefhrt hat.

Auerdem werden Fledermuse mit feinmaschigen Netzen gefangen. Die Tiere werden nach Art, Alter und Geschlecht bestimmt und sofort wieder unversehrt freigelassen. Darber hinaus werden Baumhhlen in den Naturwaldreservaten kartiert. Die untersuchten Gebiete verteilen sich ber ganz Hessen von den Tieflagen der Rhein-Main-Ebene bis in die Hochlagen von Vogelsberg, Meiner und Rhn.

Anders als viele ihrer tropischen Verwandten ernhren sich die europischen Fledermausarten ausschlielich von Insekten und Spinnen. Weitsichtige Forstleute bezeichneten sie daher bereits vor ber 200 Jahren als natrliche Conservateure unserer Wlder, die unsere Schonung auf eine vorzgliche Weise verdienen.

Hier eine Liste der 16 in den hessischen Naturwaldreservaten von 2002 bis 2007 nachgewiesenen Fledermausarten:Mopsfledermaus, Nordfledermaus, Breitflgelfledermaus, Bechsteinfledermaus, Groe Bartfledermaus, Wasserfledermaus, Groes Mausoh, Kleine Bartfledermaus, Fransenfledermaus, Groer Abendsegler, Kleiner Abendsegler, Zwergfledermaus, Rauhautfledermaus, Mckenfledermaus, Braunes und Graues Langohr.

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