Vier Vollmond-Nächte in einem Monat? Geht das?

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Seltene "kosmische Konstellation" am Nachthimmel im Juli. Der Bad Salzschlirfer Astronom Michael Passarge hat einleuchtende Erklärungen.

Bad Salzschlirf.  Wie denn, wo denn, was denn? Vier Vollmondnächte in einem Monat, das kann doch gar nicht sein.  Oder wird jetzt menschlicher- seits auch schon an den bislang stabilen kosmischen Abläufen herumgebastelt und selbige auf den Kopf gestellt ?

Gemach, gemach! Überfliegt man die Titelzeile, so kann ich das verdutzte Innehalten und ungläubige Stirnrunzeln seitens der Leserschaft durchaus und sogar gut verstehen – aber der nun zu Ende gegangenen Monat Juli brachte tatsächlich vier  Vollmondnächte hervor.

Der Reihe nach – und das scheinbare Rätsel aufgelöst

Als Vollmond bezeichnet man ja den Augenblick, in der sich unser Trabant auf seiner Bahn um die Sonne aus unserem Blickwinkel gesehen unserem Zentralstern Sonne genau gegenüber befindet und somit volles Sonnenlicht erhält. Und das geschieht alle 29,5 Tage.

Der Monat Juli hat ja 31 Tage und da am 2. Juli um 4.20 Uhr MESZ Vollmond war, ergibt sich daraus, dass sich unser Trabant aus unserem Blickwinkel am 31. Juli um 12.43 Uhr erneut in seiner Vollmondstellung befand. Es kann also durchaus immer wieder einmal zu zwei Vollmondstellungen in einem Monat kommen, im Mittel alle 2,4 Jahre.

Wie aber sind die vier Vollmondnächte tatsächlich zu verstehen?

Zu Mondaufgang am 1. Juli  2015 um 20.39 Uhr MESZ befand sich der Mond in seiner Beleuchtungssituation nur 0,2 Prozent vor seiner Vollmondstellung und damit zu 99,8 Prozent beleuchtet.

Einen Tag später, am 2. Juli,  zeigte sich unser ständiger Begleiter zu seinem Aufgang um 21.29 Uhr MESZ in seiner Beleuchtungssituation zu 0,9 Prozent nach seiner Vollmondstellung und damit zu 99,1 Prozent beleuchtet.

Na, und sehr ähnlich stellte sich die Situation zum Ende des Monats bei der zweiten Vollmondstellung dar. Am 30. Juli  zeigte sich der Mond bei seinem Aufgang um 20.05 MESZ in seiner Beleuchtungssituation 0,7 Prozent vor seiner Vollmondstellung und somit zu 99,3 Prozent beleuchtet.

Am 31. Juli zeigte sich unser Begleiter bei seinem Aufgang um 20.47 Uhr MESZ 0,3 Prozent nach seiner Vollmondstellung und damit zu 99,7 Prozent beleuchtet.

Für unser Auge schien einfach an besagten vier Abenden (1. und 2. Juli sowie 30. und 31. Juli) der Vollmond.

Denn mal ehrlich:  Wer von uns kann schon mit dem bloßen Auge so geringe Beleuchtungsunterschiede von unter ein Prozent wahrnehmen?!

Kleines Augenzwinkern

Mit einem kleinen Augenzwinkern sei noch darauf hingewiesen, dass in der Titelzeile nicht von Vollmondstellung, sondern von Vollmondnächten die Rede war – und damit ist zum Glück klar, dass niemand an den stabilen kosmischen Verhältnissen herumbastelt und alles seinen guten Gang geht.

(Von Michael Passarge)

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