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Das Virus ist noch da: Hessens Sozialminister Klose auf Sommertour in Fulda

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Von: Christopher Göbel

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Nahm Wünsche aus Osthessen mit nach Wiesbaden: Sozialminister Kai Klose auf seiner Sommertour im Landratsamt Fulda.
Nahm Wünsche aus Osthessen mit nach Wiesbaden: Sozialminister Kai Klose auf seiner Sommertour im Landratsamt Fulda. © Göbel

Auf seiner Sommertour machte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) Station in Fulda und informierte sich vor Ort über Wünsche und die Bewältigung der Corona-Pandemie.

Fulda. Auf seiner Sommertour machte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) Station in Fulda, ehe er am Nachmittag zu einer Konferenz mit seinen Länderkollegen und dem Bundesgesundheitsminister musste. Im Fuldaer Landratsamt nahm sich Klose die Zeit, mit dem Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt, Landrat Bernd Woide und Fuldas Bürgermeister Dag Wehner sowie Prof. Dr. Dirk Breitmeier, dem Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises, über die aktuelle Corona-Situation zu sprechen.

Klose dankte den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und sagte: „Wir können in Deutschland stolz sein auf den Öffentlichen Gesundheitsdienst.“ Schmitt hatte zuvor den Wunsch geäußert, dass für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) Unterstützung des Landes gebraucht werde, um die Arbeit in diesem Bereich für Mediziner attraktiver zu machen.

„Es gibt unter den Medizinstudenten zu wenige Interessenten für die Arbeit im ÖGD“, so Schmitt. Dass für einen Teil der Ausbildung sechs Monate in Düsseldorf verbracht werden müssten, sah Schmitt ebenfalls als Problem, vor allem für junge Mütter, an. „Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig die Arbeit des ÖGD ist“, so Klose. Er hoffe, dass die Ausbildung dezentralisiert werde und somit attraktiver werde. „Bis zur Corona-Pandemie hatten die Menschen wenig mit den Gesundheitsämtern zu tun –sieht man einmal von den Schuleingangsuntersuchungen ab“, sagte der Minister.

Laut Schmitt sind derzeit 80 bis 100 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes mit dem Thema Corona beschäftigt. Geplant sei auch, eine neue Arbeitsgruppe zu schaffen, on der weitere 20 bis 25 Menschen wie pensionierte Ärzte beim Thema Corona mitarbeiten. Dazu gebe es eine „Kaltreserve“ von weiteren 25 bis 30 Menschen, die im Notfall dazukämen. Diese neue Projektkoordination soll räumlich nicht innerhalb des Gesundheitsamtes angesiedelt werden.

Schmitt gab einen Rückblick auf die Corona-Auswirkungen im Landkreis Fulda, die gerade aktuell durch sechs neue Fälle in der Gastronomie zu 400 weiteren Tests geführt habe. Gemeinsam mit Landrat Woide machte der Erste Kreisbeigeordnete darauf aufmerksam, dass es äußerst wichtig sei, die Kontaktzettel in der Gastronomie korrekt und wahrheitsgemäß auszufüllen. Rund ein Drittel der Zettel werde mit Fantasienamen oder unleserlich ausgefüllt. „Im Falle eines Falles erreichen wir dann ein Drittel der Betroffenen nicht“, so Schmitt. „Das funktioniert nur, wenn die Bevölkerung mitzieht“, sagte Woide und erwähnte, dass alle Maßnahmen der Politik seit Anfang März richtig und sachgerecht gewesen seien. „Jeder hat Verantwortung für die Gesellschaft“, fügte der Sozialminister hinzu.

Zudem wolle man im Gesundheitswesen auf die kommende Erkältungszeit vorbereitet bleiben. Man müsse nun auch schauen, wie sich die Zahlen bei Rückkehrern aus dem Urlaub bemerkbar machen. „Bei einem derzeit kaum noch vorhandenen Infektionsgeschehen ist es den Menschen schwer begreiflich zu machen, warum die Schutzmaßnahmen fortgesetzt werden“, so Klose. „Wir müssen immer wieder mahnen: Das Virus ist noch da und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist besonders wichtig.“

Hessens Sozialminister Kai Klose (Zweiter von rechts) überbrachte auf seiner Sommertour Förderbescheide, die (von links) Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, Landrat Bernd Woide und Fuldas Bürgermeister Dag Wehner entgegen nahmen.
Hessens Sozialminister Kai Klose (Zweiter von rechts) überbrachte auf seiner Sommertour Förderbescheide, die (von links) Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt, Landrat Bernd Woide und Fuldas Bürgermeister Dag Wehner entgegen nahmen. © Göbel

Im Gepäck hatte der Gesundheitsminister drei Förderbescheide für Projekte in Fulda, Hildes und Gersfeld, die er Schmitt und Wehner überreichte, ehe er zum Klinikum Fulda und zum Herz-Jesu-Krankenhaus weiterreiste, um sich dort mit medizinischem Personal über den aktuellen Stand sowie Wünschen an die Politik auszutauschen.

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