Virus-Panik ist fehl am Platz

Stationäre Versorgung ist in allen hessischen Krankenhäusern gewährleistet.

Osthessen - Das „Hessische Ministerium für Soziales und Integration“ (HMSI) hat als Reaktion auf die ersten bestätigten Fälle des neuen „Coronavirus“ („Novel Coronavirus“, kurz „nCoV“) in Europa seine Sicherheitsvorkehrungen ausgeweitet.

Stand in Deutschland 

Das „Coronavirus“ hat Deutschland erreicht. Es wurden mehrere Fälle in Bayern bestätigt. Die Behörden versuchen den Virus einzudämmen, das Risiko für eine Ausbreitung des Virus in Deutschland sei aber nach wie vor gering. „Erfahrungs- gemäß zeigt das Krankheitsbild einer „2019-nCoV“ Erkrankung teils schwere, aber auch vielfach leichte Krankheitsverläufe. Der Verlauf ist abhängig von der individuellen Symptomatik und vorhandenen Vorerkrankungen“, so Alice Engel, Pressesprecherin des „HMSI“, auf Anfrage von „Fulda aktuell“.

Klinikum Fulda

Auch das „Klinikum Fulda“ ist auf einen möglichen Ausbruch des „Coronavirus“ in der Region vorbereitet. „Im Klinikum Fulda sind bisher keine Verdachtsfälle aufgetreten. Wir sind aber auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür derzeit eher gering ist“, so der Sprecher des Vorstands, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel. Die entsprechenden internen Verfahrensanweisungen seien gemäß den Empfehlungen des „RKI“ bereits auf die aktuelle Lage angepasst worden.

S ymptome

Nach derzeitigem Wissen sorgt das Virus laut „Robert-Koch-Institut“ (RKI) für Fieber und Symptome einer Lungenentzündung. Weitere Symptome des Virus können außerdem Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Atemnot sein.

Vorkehrungen

Das „HMSI“ hat den öffentlichen Gesundheitsdienst bereits in den vergangenen Tagen in besondere Bereitschaft versetzt. Dessen Ärzte stehen den Krankenhäusern und Rettungsdiensten jederzeit beratend zur Verfügung. Alle Maßnahmen werden eng mit dem „HMSI“, dem Flughafen Frankfurt am Main sowie den weiteren Flughäfen in Deutschland abgestimmt. Am Flughafen Frankfurt seien Maßnahmen zur Untersuchung von einreisenden Passagieren mit Fieber aus den chinesischen Risikogebieten und zur Erfassung möglicher Kontaktpersonen etabliert. Darüber hinaus stellen das „HMSI“, das „Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt“ und der Flughafenbetreiber „Fraport“ bereits seit Samstag Informationen für Reisende in mehreren Sprachen bereit. Reisende nach China und aus den betroffenen Regionen werden auf diese Art informiert, welche Symptome die Krankheit begleitet und wie Betroffene sich verhalten sollen, falls diese Symptome auftreten.

Verdachtsfall

Hierzu gibt es laut Bundes-Gesundheits-Ministerium“ (BGM) genaue Abläufe entlang Empfehlungen des „RKI“. Wenn bestimmte Symptome vorliegen und ein Auf- enthalt in einem Risikogebiet in China in den letzten 14 Tagen erfolgt ist oder ein Kontakt zu einer an „2019-nCoV“ erkrankten Person nicht länger als 14 Tage zurückliegt, dann erfolgt zunächst unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen eine körperliche Untersuchung. „Treten Symptome auf, sollte zuvor eine telefonische Anmeldung unter Nennung des Krankheitsverdachtes beim Arzt erfolgen“, so die Pressesprecherin der „HMSI“. Anschließend folgt eine Laboruntersuchung. Hierzu wird zum Beispiel ein Abstrich aus dem Rachenraum genommen. Neben der Labortestung auf „2019-nCoV“, wird auch auf weitere gängige Atemwegsinfektionen getestet, beispielsweise auf eine Infektion mit dem Influenzavirus. Das zuständige Gesundheitsamt wird außerdem über den Verdachtsfall informiert, um unmittelbar Maßnahmen einzuleiten, wenn sich der Fall bestätigt.

Ist ein Mundschutz nötig?

Laut der Webseite des „RKI“ gibt es keine wissenschaftlichen Belege, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung signifikant verringert. Eine infizierte Person könnte so allerdings die Übertragung auf andere Personen durch Tröpfchen-Infektion verringern. Für die optimale Wirksamkeit ist es aber wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen da- ran vorgenommen werden. „Zur Verhinderung einer Ausbreitung sollte auf eine gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten geachtet werden“, so Engel.

Informationen und Hilfe Grundlage für neue Informationen zum „Coronavirus“ sind Berichte der „Weltgesundheitsorganisation “ (WHO) sowie die Risikoeinschätzungen des „European Centre for Disease Prevention and Control“ (ECDC) der „Europäischen Union“ und des „RKI“. „Das HMSI bewertet alle eingehenden Informationen aktuell und entscheidet, ob weitere Maßnahmen getroffen werden müssen“, betont der hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klo- se. „Eine stationäre Versorgung ist in allen hessischen Krankenhäusern möglich. Ein Impfstoff oder eine spezifische Therapie gegen „2019- nCoV“ steht bislang nicht zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Symptomatik und Schwere der Erkrankung ist allerdings eine unterstützen- de Therapie sehr wirkungs- voll“, so Engel. Besorgte Bürger können sich außerdem an verschiedenen Stellen über das „Coronavirus“ informieren. Neben der Website des „HMSI“ und den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern liefern auch die „WHO“, das „ECDC“ und das „RKI“ auf ihren Websites aktuelle Informationen. Zur Verhinderung einer Ausbreitung sollte auf eine gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten geachtet werden.

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