Visionen für die Haunestadt

Redaktionsgespräch im Rathaus: „Fulda aktuell”-Redakteure Jennifer Sippel und Christopher Göbel zu Gast bei Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk (rechts).	Foto: Most
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Redaktionsgespräch im Rathaus: „Fulda aktuell”-Redakteure Jennifer Sippel und Christopher Göbel zu Gast bei Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk (rechts). Foto: Most

Ein Redaktionsgespräch mit Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk über Hünfeld und seine Pläne und Ideen für das einzige Mittelzentrum des Landkreises.

Hünfeld. Seit rund elf Monaten ist er das Oberhaupt der Stadt Hünfeld: Stefan Schwenk (CDU) "beerbte” Dr. Eberhard Fennel –nach dessen 36 Jahre dauernder Amtszeit. "Ich möchte Hünfeld, das einzige Mittelzentrum des Landkreises, weiter nach vorne bringen”, ist Schwenks oberstes Ziel. Dazu hat er viele Ideen und Visionen, die er in den kommenden fünf Jahren – und wenn es geht, auch einer zweite Amtszeit – umsetzen möchte.

Dazu gehören auch Projekte, die noch unter Fennel begonnen wurden – beispielsweise das größte Hochbauprojekt der Haunestadt, der Neubau der "Hochwald”-Molkerei. "Die Verträge mit der Molkerei haben mir einige schlaflose Nächte bereitet”, sagt Schwenk. Doch er hofft, dass "das alles demnächst in trockenen Tüchern ist”. Durch "Hochwald” würden Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.

Stefan Schwenk, der in Hünfeld bereits seit vielen Jahren politisch aktiv ist, war bereits Stadtverordneter und Stadtverordnetenvorsteher in der Haunestadt. Nach dem Jura-Studium arbeitete er einige Zeit als Anwalt, dann bei der "Treuhand” in Berlin und vor seiner Wahl zum Bürgermeister als Richter in Bad Salzungen. Er hat eine Ehefrau und erwachsene Zwillinge. Die Familie lebt in Hünfeld.

Schwenk ist stolz auf die niedrige Arbeitslosenquote der Stadt, die mit rund drei Prozent einer Vollbeschäftigung nahe kommt. "Wir haben 8.500 Beschäftigte in rund 850 Betrieben”, erklärt der Bürgermeister. Die Zahl der beruflichen Einpendler übersteige die der Auspendler.

Die nächsten Projekte, die noch in diesem Jahr starten sollen, sind der Bau eines Zentralen Omnibusbahnhofs neben dem bereits umgestalteten Hünfelder Bahnhof. Dort soll alles barrierefrei gestaltet werden und auch die Treppe, die vom Rathaus bis zum Bahnhof führt, will Schwenk neu bauen lassen. "In diesem Zuge bin ich auch daran, die gesamte Innenstadt bis zu den Altenpflege-Einrichtungen barrierefrei zu gestalten.”

Umbau des Rathauses

Ein weiterer Schritt des Bürgermeisters wird der Umbau des Rathauses sein. Dort soll die Technik modernisiert und ein zweiter Fluchtweg installiert werden. Dieser könnte, so Schwenk, mit einer Brückenlösung zu einem anderen städtischen Gebäude führen. "Auch dies wäre ein Weg, unser Rathaus besser barrierefrei zugänglich zu machen.” Förderprogramme für Maßnahmen in der Kernstadt und den Ortsteilen heißen "IKEK” und "SILEK”. Damit sollen beispielsweise der Ortsmittelpunkt von Oberrombach sowie der barrierefreie Zugang der 16 Dorfgemeinschaftshäuser umgesetzt werden. Dazu gehört auch der Hochwasserschutz in Dammersbach und die Renovierung der "Grünen Lunge”, dem "Praforst”. "Wir haben ,SILEK’ als erste Kommune in Hessen erledigt”, sagt Schwenk. Froh ist er über das große Engagement vieler Hünfelderinnen und Hünfelder, wenn es darum geht, die Stadt und die 15 Ortsteile lebenswerter zu machen.Als Bürgermeister muss sich der 52-Jährige auch gegen die Opposition im Stadtparlament behaupten, aber: "Wenn Projekte den Bürgern dienen, gibt es meist eine hohe Zustimmung über Parteigrenzen hinweg”, sagt er. Auch wenn trotzdem hitzige Debatten geführt würden.

Schwenk möchte in – wenn möglich – zwei Amtszeiten eine "eigene Handschrift” in der Haunestadt setzen. Neue Medien, Internet und die Attraktivität der Stadt stehen dabei genauso in seinem Fokus wie die Jugendlichen. "Am 24. April wird es beispielsweise ein Event im ,Lokschuppen’ geben, das ich mit den Schülervertretungen der Hünfelder Schulen gemeinsam auf dier Beine gestellt habe.” Auch Openair-Veranstaltungen könne er sich vorstellen.

In Planung ist auch eine Änderung des Weih­nachtsmarktes, die bereits in diesem Jahr starten soll. Dann möchte Schwenk die Adventswochenenden mit "kleinen Events” für Hünfelder und Gäste noch attraktiver machen und dei Eröffnung um zwei Tage vorziehen.

Für die Bürger

Insgesamt möchte Schwenk ein Bürgermeister für alle sein. In "Bürgersprechstunden” greift er Kritik und positive Ideen aus der Bürgerschaft auf. "Hünfeld ist traditionsreich und modern. Ich möchte die Stadt auch für ausländische Fachkräfte attraktiv gestalten und für die bereits hier lebenden Menschen lebenswert erhalten”, sagt der Bürgermeister. Dabei hat er aber stets die finanzielle Situation Hünfelds imBlick.

"Ich möchte Transparenz in der Stadtverwaltung und bin stets offen für neue Ideen”, beschreibt Schwenk seinen Führungsstil. "Ich möchte, dass sich die Menschen hier wohlfühlen”. Und das fühlt der Bürgermeister auch – trotz Sieben-Tage-Woche und viel weniger Zeit für die Familie. "Aber ich wusste ja, was mich erwartet”, schmunzelt das Stadtoberhaupt.

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