Visionen werden wahr: Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk im Redaktionsgespräch

+
Beim Redaktionsgespräch: Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk (links) sowie Michael Schwabe, Bertram Lenz und Christopher Göbel von „Fulda aktuell“.

Nach rund zwei Dritteln seiner Amtszeit sprach "Fulda aktuell" mit Hünfeld Stadtoberhaupt Stefan Schwenk über seine Ideen und Pläne für die Haunestadt.

n Hünfeld. Es war der erste April 2014, als Stefan Schwenk sein Amt als Bürgermeister von Hünfeld an- und damit in die Fußstapfen seines langjährigen Vorgängers Dr. Eberhard Fennel eintrat. Nach rund zwei Dritteln seiner Amtszeit sprach die „Fulda aktuell“-Redaktion mit Schwenk über seine Stadt.

Eines der größten bevorstehenden Projekte ist der Umbau des Rathauses – in technischer als auch in baulicher Sicht. „Ich möchte das Rathaus zukunftsfähig machen“, sagt Schwenk. Dazu gehören Brandschutz und Barrierefreiheit ebenso wie die Vorbereitung auf die Digitalisierung und vor allem eine energetische Sanierung. „In der Rathausgasse wird ein barrierefreier zweiter Haupteingang gebaut, im Treppenhaus ein gläserner Fahrstuhl installiert“, so der Bürgermeister. Auch die Rathausgasse wird neu gestaltet. Anhand dessen könne man sehen, wie eine neue Straßenraumgestaltung ankomme und wirke und ob diese dann langfristig eventuell auch auf Mittel- und Hauptstraße erweitert werden könne.

Mit den Renovierungsarbeiten sind weitere Veränderungen für die Bürger der Haunestadt im Gange. Das „Museum Modern Art“ und der Bahnhof werden Ausweichquartiere der Stadtverwaltung. Dies habe den Vorteil, dass beide Gebäude technisch auf einen neuen Stand gebracht würden. „Das spart dem Steuerzahler später Geld“, sagt Schwenk. Die Maßnahmen zur Modernisierung des Rathauses sieht er als Investition in die Zukunft. „Ich wünsche mir noch mehr digitale Akten“, sagt er. Im Rechnungs- und Kassenwesen sei dies bereits umgesetzt. Alleine 6.300 Bauakten müssten im Zuge des Umbaus von einem Ort zum anderen transportiert werden. „Wenn wir diese Akten bereits jetzt digitalisieren, brauchen wir das später nicht mehr zu tun“, so der Bürgermeister. „Die Bürger sollen die Vorteile der Digitalisierung auch spüren“, sagt er. „Wir müssen dahin kommen, dass viele Dienste online erledigt werden können“. Darüber hinaus möchte Schwenk auch eine Transparenz darüber schaffen, was die Stadtverwaltung tut.

Durch die Generationen

 

Er würde sich auch wünschen, dass sich mehr Menschen kommunalpolitisch engagieren. „Ein Magistrat sollte quer durch die Generationen aufgestellt sein. Das braucht man für eine lebendige Demokratie“, ist Schwenk überzeugt. „Wir müssen auch in der Kommunalpolitik noch mehr Menschen finden, die etwas für ihre Stadt tun wollen.“ Ein weitere Plan des Bürgermeisters ist das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“, in das Hünfeld im Jahr 2017 aufgenommen wurde. Damit möchte er zunächst einen neuen Kindergarten bauen, „denn wir brauchen zwei bis drei neue Gruppen“, so Schwenk. Der neue Kindergarten soll voraussichtlich auf dem bisher unbefestigten Parkplatz gebaut werden und auch der benachbarte, in die Jahre gekommene Bolzplatz, soll neu gestaltet werden. „Ich möchte auch genügend Parkplätze für die Kirchgänger schaffen“, erklärt der Bürgermeister. Während seiner Amtszeit seien in Hünfeld vier neue Kindergarten-Gruppen und drei U3-Gruppen geschaffen worden. „In Hünfeld leben viele Familien mit Kindern“, so Schwenk. „Diese müssen auch die notwendige Infrastruktur vorfinden.“

In seine Amtszeit fiel auch das „Wella-Aus“. „Das war ein Tiefschlag“, sagt der Bürgermeister. „Durch die blendende Arbeit des Betriebsrates scheint es aber für die Mitarbeiter weitgehend gut auszugehen“, vermutet er. 45 Arbeitsplätze blieben bestehen.“ Für die anderen, dann leerstehenden Gebäude im Industriegebiet könnte sich Schwenk vorstellen, Start-Up-Unternehmen, beispielsweise aus dem IT-Bereich, dort anzusiedeln. „Was letztendlich hinkommt, liegt aber nicht in der Hand der Stadt.“ Ddie Stadtpolitiker würden jedoch die Rahmenbedingungen schaffen.

Zufrieden mit Einzelhandel

Stefan Schwenk ist erfreut darüber, dass es in der Innenstadt derzeit kaum Leerstand gibt. Er ist mit dem Einzelhandel „mehr als zufrieden“. „Wir haben in Hünfeld viele inhabergeführte Geschäfte. Selbst Menschen aus Fulda fahren gerne nach Hünfeld zum Einkaufen“, freut sich der Bürgermeister. Das „günstige Parken“ in der Innenstadt sei ebenfalls ausschlaggebend dafür. Aber Schwenk stellt auch die Frage: „Gibt es genügend Nachfolger für die inhabergeführten Geschäfte?“ Die Inhaber müssten selbst rechtzeitig und aktiv Nachfolger suchen, wenn sich in der eigenen Familie niemand fände. Unter seiner Ägide seien Veranstaltungen wie der „Hünfelder Adventsmarkt“ ins Leben gerufen worden, die neue Chancen für den Einzelhandel bieten würden. „Ich erhoffe mir nun, dass das ,Citymarketing Hünfeld’ diese Chancen erkennt“, so Schwenk.

Was die Stadtteile Hünfelds betrifft, so möchte Schwenk am Ende seiner ersten Amtszeit nahezu alle Bürgerhäuser mit den Dorfentwicklungsprogrammen „SILEK“ und technisch auf dem neuesten Stand wissen. Über das „SILEK“-Programm werde in Dammersbach der Hochwasserschutz nachhaltig verbessert.

Zweite Amtszeit?

A propos Amtszeit: Schwenk ist nicht abgeneigt, in 2019 noch einmal für das Amt des Hünfelder Bürgermeisters zu kandidieren. „Ich möchte unsere Stadt lebenswert erhalten und passende Rahmenbedingungen schaffen, um die derzeit herrschenden ,geborgenen Verhältnisse’ zu bewahren“. „Unser Ziel muss es sein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und zu erhalten“, so der Bürgermeister.

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Vermisster 46-Jähriger aus Lauterbach wieder aufgetaucht

Der 46-Jährige aus Lauterbach, der am Mittwoch als vermisst gemeldet wurde, ist wieder aufgetaucht.
Vermisster 46-Jähriger aus Lauterbach wieder aufgetaucht

Buntes Programm am Sonntag: Neunter Lüdertalmarkt mit Aktionen, Vorführungen, Musik und offenen Geschäften

Am morgigen Sonntag, 22. April, lädt Großenlüder zum Lüdertalmarkt ein. Geboten wird ein buntes Programm und offene Geschäfte.
Buntes Programm am Sonntag: Neunter Lüdertalmarkt mit Aktionen, Vorführungen, Musik und offenen Geschäften

Etliche Verkehrsunfälle im Raum Fulda

Das meldet die Polizei aus Fulda: Fünf Verkehrsunfälle mit hohem Sachschaden, darunter eine Trunkenheitsfahrt.
Etliche Verkehrsunfälle im Raum Fulda

Beim Prämienmarkt Lauterbach: Wahl der Bierkönigin "wie in alten Zeiten"

Volksfest findet vom 26. Mai bis 3. Juni in der Vogelsberger Kreisstadt statt / Hopfenhoheit wird am Marktmontagabend gekürt
Beim Prämienmarkt Lauterbach: Wahl der Bierkönigin "wie in alten Zeiten"

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.