Stallpflicht aufgehoben

Vogelgrippe: Die Stallpflicht im Vogelsbergkreis wird aufgehoben

Die Stallpflicht ist in den meisten Teilen des Vogelsbergkreis aufgehoben worden.

Antrifttal. Bei einem toten Schwan, der Ende Januar am Stausee bei Antrifttal im Vogelsbergkreis aufgefunden worden war, wurde das Vogelgrippevirus vom Typ H5N8 nachgewiesen. Das Tier war auf Veranlassung des Vogelsberger Veterinäramts beim Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht worden. Am Montag teilte das FLI dem Landratsamt mit: Ja, der Schwan hat den Erreger. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Vogelsbergkreises hat daraufhin Restriktionsgebiete rund um den Stausee festgelegt. „Mit Ausnahme dieses Gebiets wird jedoch im restlichen Vogelsbergkreis die bisher angeordnete Stallpflicht aufgehoben“, sagt Landrat Manfred Görig.

Das Umweltministerium hatte am Donnerstag per Erlass die vorzeitige Aufhebung für Kreise mit geringer Geflügeldichte und keinen Wildvogelrast- und brutgebieten ermöglicht. Das sei hier im Vogelsbergkreis der Fall, erläutert Landrat Görig. Konkret bedeutet das: Aufhebung der Stallpflicht im gesamten Kreisgebiet – mit Ausnahme der „Restriktionszonen“ rund um den Stausee bei Antrifttal. Davon betroffen sind 55 Geflügelhalter. Hier gilt weiter die Stallpflicht und weitere Auflagen.

Um Risiken auszuschließen, müsse die Überwachungszone am Stausee geschaffen werden, um den vorbeugenden Seuchenschutz zu gewährleisten. So schreibt es das Gesetz vor.

Für die Bevölkerung besteht – und bestand – keine Gefahr, denn dieses Virus verursacht nur beim Geflügel Erkrankungen. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt.

Die Veterinärbehörde des Vogelsbergkreises hat nun in der Nähe des Stausees zwei aufeinander aufbauende Restriktionsgebiete eingerichtet: einen „Sperrbezirk“ und darüber hinaus ein „Beobachtungsgebiet“.

Der Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer um den Fundort des Schwans umfasst die Gemarkung Angenrod und den gesamten angrenzenden Stausee der Antrifttalsperre einschließlich einer 1000 Meter breiten Zone um den Stausee.

In diesem Sperrbezirk befinden sich fünf Geflügelhaltungen, die zur Zeit amtstierärztlich untersucht werden.

Um diesen Sperrbezirk herum wurde darüber hinaus ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von drei Kilometern festgelegt. In diesem Beobachtungsgebiet liegen die Orte Seibelsdorf, Ohmes, Vockenrod, Reibertenrod, Leusel und Billertshausen mit 50 Geflügelhaltungen.

Was heißt das für die Geflügelhalter sowie für Hunde- und Katzenbesitzer in der Nähe von Antrifttal?

Im eingerichteten Sperrbezirk gelten für die Dauer von 21 Tagen verschiedene Schutzmaßnahmen wie auch ein Verbot des Verbringens von gehaltenen Vögeln, Bruteiern, Fleisch und Fleischerzeugnissen aus dem Sperrbezirk.

Im Beobachtungsgebiet gehaltene Vögel dürfen für die Dauer von 15 Tagen nicht aus dem Beobachtungsgebiet verbracht werden.

Sowohl im Sperrbezirk als auch im Beobachtungsgebiet dürfen Hunde und Katzen nicht frei laufen.

Klare Regel rund um den Stausee: Wer im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet Geflügel hält, der muss das Geflügel weiterhin in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung halten.

Klare Regel für den übrigen Vogelsbergkreis: Die Stallpflicht im übrigen Vogelsbergkreis wird aufgehoben.

Geflügelausstellungen und Märkte bleiben weiterhin verboten.

Trotz der Lockerungen im größten Teil des Landkreises empfiehlt das Veterinäramt den Tierhaltern auf Hygienemaßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung des Vogelgrippe-Virus zu achten.

Seit Herbst 2016 sind vom Vogelsberger Veterinäramt 32 tote Vögel zur Untersuchung ans Landeslabor in Gießen weitergeleitet worden. Diese 32 Fälle waren alle negativ – es gab also bisher keine Anhaltspunkte für die Vogelgrippe. Dies ist nun bei dem aufgefundenen Schwan in Antrifttal anders, erläutert Dr. Dolderer-Litmeyer, Leiterin des Veterinäramtes.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Auch Osthessen betroffen: "Poco Möbel" wird Teil der "XXXLutz"-Gruppe

Unternehmensgruppe hatte im Herbst "Möbel-Buhl" in Fulda und Wolfsburg übernommen, "Poco" in Petersberg eröffnet
Auch Osthessen betroffen: "Poco Möbel" wird Teil der "XXXLutz"-Gruppe

Unachtsam nach rechts abgebogen: Radfahrer prallt in PKW und wird in ein Krankenhaus eingeliefert

Am Mittwoch gegen 17.20 übersah ein Opel-Fahrer aus Fulda einen 55-jährigen Fahrradfahrer - es entstand ein Schaden in Höhe von 450 Euro.
Unachtsam nach rechts abgebogen: Radfahrer prallt in PKW und wird in ein Krankenhaus eingeliefert

Vorfahrt auf L3176 missachtet: Zeugen zum Unfallhergang werden gesucht.

69-Jährige missachtet die Vorfahrt einer aus Moldes kommenden Mercedes-Fahrerin - Vorwürfe wegen zu schnellen Fahrens wurden ebenfalls erhoben.
Vorfahrt auf L3176 missachtet: Zeugen zum Unfallhergang werden gesucht.

Enkeltrickbetrüger erbeutet in Fulda mehrere tausend Euro

76 Jahre alte Seniorin aus der "Fulda Galerie" betrogen: Polizei warnt
Enkeltrickbetrüger erbeutet in Fulda mehrere tausend Euro

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.