Vogelsbergkreis warnt vor giftigen Gasen bei der Mais-Silage

Durch die anhaltende Trockenheit befindet sich außergewöhnlich viel Stickstoff im Mais

Lauterbach - Gerade hat die Maisernte begonnen, sechs Wochen früher als sonst. Im Ulrichsteiner Stadtteil Ober-Seibertenrod (Vogelsbergkreis) wurde am Dienstag wegen des Austritts von verschiedenen Stickoxiden aus einem Gärbehälter ein Gasalarm ausgelöst. „Diese Stickoxide sind hochgiftig und haben eine unangenehme Reiz- und Ätzwirkung auf die Atemwege“, erklärt Dr. Torsten Scheid. Der Veterinär wurde kürzlich von einem besorgten Landwirt darauf angesprochen, dass er orange wabernde Gase aus seinem Silo habe entweichen sehen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit befindet sich im Mais, der jetzt zu Silo verarbeitet wird, außergewöhnlich viel Stickstoff. Daraus entstehen bei der Silage von Futtermittel besonders in der Anfangsphase für den Menschen gefährliche Gärgase, die Nitrose-Gase. Diese Gase entweichen orange bis rostrot gefärbt aus dem Silo, sind jedoch schwerer als Luft. Wenn derartige Gase erkennbar sind, ist besondere Vorsicht geboten.

Die Allgemeine Gefahrenabwehr des Vogelsbergkreises gibt deshalb folgende Hinweise:

• Wenn sich die Silofolie wölbt, keinesfalls öffnen – es besteht höchste Vergiftungsgefahr.

• Nicht in der Nähe des Silos aufhalten. Besonders gefährliche Konzentrationen ergeben sich bei Windstille. Dies gilt besonders für Kinder.

• Wenn sichtbar Gase entweichen: Windrichtung und Wetterlage beachten. Gegebenenfalls kann es notwendig sein, durch Lüfter (etwa einen aufgestellten Stalllüfter) eine Verteilung und Verdünnung der Konzentration herbeizuführen.

• Das Gesundheitsamt weist besonders darauf hin, dass Nitrose-Gase noch nach mehr als 24 Stunden nach dem Einatmen zu einem möglicherweise tödlichen Lungenödem führen können. Sofern Vergiftungserscheinungen (Schwindel, Erbrechen, Reizung der Atemwege, Reizhusten) auftreten, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.

• In der ersten Zeit nach der Ernte der Mais-Silage größtmöglichen Abstand halten, Gefahrenbereich deutlich markieren, Absperrungen setzen.

Landwirte können sich bei Fragen auch an die Beratung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen in Alsfeld (Marburger Straße 69, Telefonnummer 06631 786-0) wenden.

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