Vollauf zufrieden: Der regionale Arbeitsmarkt

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Im Bereich der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda gab es keine Klagen über die Entwicklung im Jahr 2014.

Osthessen/Eiterfeld. "Im Jahr 2014 hatten wir im Agenturbezirk die niedrigste Arbeitslosenquote aller hessischen Landkreise” verkündete Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, stolz beim Pressegespräch am Donnerstag im "Alten Amtsgericht” in Eiterfeld. In Zahlen lag die Arbeitslosigkeit im Jahr 2014 im Durchschnitt bei 4,0 Prozent. Das entspricht einem Rückgang an Arbeitslosen in den vergangenen fünf Jahren von 33,7 Prozent in den beiden Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg. "Das ist eine fulminante Entwicklung seit 2009”, sagte Dombrowski.

Günstige Lage

Das Pressefrühstück fand in Eiterfeld statt, weil die Gemeinde sozusagen in der Mitte der beiden Arbeitsagenturen liegt. Bürgermeister Hermann-Josef Scheich erläuterte am Beispiel der Gemeinde, wie sich der Arbeitsmarkt dort entwickelt hat: Zwischen 1989 und 2013 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Erwerbstätigen um fast 1.000 Menschen an. "Wir haben viel Handel, Industrie und Handwerk und ein Gewerbegebiet, auf das wir stolz sind”, sagte Scheich. Auch die verkehrstechnisch günstige Lage zwischen Fulda, Bad Hersfeld und der A4 sei ausschlaggebend für die positive Entwicklung seiner Gemeinde. Auch die Zahl der touristischen Übernachtungen in Eiterfeld sei zwischen 2001 (15.963 Übernachtungen) auf 26.207 Übernachtungen in 2013 gestiegen. Für den Arbeitsmarkt stellte der Bürgermeister fest: "Die Gemeinde schafft die Rahmenbedingungen, die Arbeitsplätze schaffen die Unternehmen.”

"Die Region hat gebrummt”, sagte Dombrowski über den gesamten Agenturbezirk. In den vergangenen fünf Jahren haben alle Personengruppen von der hiesigen Arbeitsmarktsituation profitiert, egal ob Männer oder Frauen, junge Menschen (U25) sowie ältere (Ü50 und Ü55). Lediglich bei der Vermittlung von Schwerbehinderten sieht der Agenturleiter eine Herausforderung für die Zukunft.

Im Januar 2015 stieg die Arbeitslosigkeit saisonbedingt leicht an. "Dass im Januar mehr Menschen ohne Arbeit sind, ist eine ganz normale Entwicklung”, sagte Dombrowski. Das auslaufende Weihnachtsgeschäft sowie der Wintereinbruch, der vor allem Berufe im Freien betrifft, seien dafür verantwortlich.

Positive Prognose

Für das laufende Jahr wagt Waldemar Dombrowski weiterhin eine positive Prognose: "Vor allem im Baugewerbe wird sich etwas tun. Viele Menschen werden überlegen, ob sie ihr Geld auf der Bank liegen lassen oder in Sanierungen von Häusern und Wohnungen investieren”, prophezeit er. Auch der Mindestlohn werde keine gravierenden Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt haben. Eine "Bremse” des positiven Trends sei allerdings das fehlende Personal bei den Unternehmen der Region.

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Zu wenige Bewerber am Ausbildungsmarkt

Osthessen/Eiterfeld. Ottokar Schwerd, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, sprach beim Pressefrühstück über die Ausbildungssituation in der Region.

"Im Bereich der Arbeitsagentur kommen auf 100 Lehrstellenbewerber 121 Lehrstellen”, sagte Schwerd. Im Landkreis Fulda allein sind es sogar 137 Stellen auf 100 Bewerber. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind es 96 Stellen. Im Hessenvergleich sind es 75 Lehrstellen pro 100 Bewerber. Eine Gefahr sieht Schwerd darin, dass viele junge Menschen eine Ausbildungsstelle antreten und dann feststellen müssen, dass die Wahl doch nicht die richtige war. "Das liegt an dem Lehrstellen-Überschuss.” In der Region würden 18 Prozent der Auszubildenden vorzeitig abbrechen. "Dabei gibt es in der Region mehr als 200 Ausbildungsberufe”, fügte Agenturleiter Waldemar Dombrowski hinzu. Ottokar Schwerd rät: "Junge Menschen können sich bei uns informieren, ehe sie eine Lehrstelle antreten. Dabei können die Bewerber bereits vorher feststellen, ob der gewählte Beruf tatsächlich infrage kommt.”

"In vielen Köpfen herrscht der Irrglaube vor, dass Hauptschüler auf dem Arbeitsmarkt sowieso keine Chance hätten”, sagte Dombrowski. Nicht ohne direkt hinzuzufügen: "Das war vor 20 Jahren so. Heute sollte jeder versuchen, eine Lehrstelle zu bekommen. Viele Unternehmen sehen nicht nur auf Noten, sondern auf das ,Gesamtpaket’, das ein Bewerber an Fähigkeiten mitbringt.”

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