Vom Mönch zum Autor

Das Taschenbuch kann man sich auch in Petersberg/ Böckels, direkt beim Verlag abholen oder sich zusenden lassen. Das Buch ist auch als Ebook erhältlich.
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Das Taschenbuch kann man sich auch in Petersberg/ Böckels, direkt beim Verlag abholen oder sich zusenden lassen. Das Buch ist auch als Ebook erhältlich.

Buddhismus, Meditation und Achtsamkeit im Fokus von Matthias Dhammavaro Jordan.

Fulda. Matthias Dhammavaro Jordan kommt aus Fulda. Mit 21 Jahren geht er nach Berlin, um eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner zu machen, studiert später an der „Hochschule der Künste“ Industriedesign und gründet eine kleine Gartenbaufirma. 1988 reist Jordan durch Asien und macht dort seinen ersten Meditationskurs. Sehr beeindruckt von seinem Erleben entschließt er sich, Mönch auf Zeit zu werden. Zwölf Jahre lebt Jordan schließlich als Mönch des Theravada Buddhismus‘ in Thailand, Sri Lanka und Europa. Heute ist Jordan wieder zurück in Fulda, ist Autor und leitet eine Praxis für Meditation und Achtsamkeit. Er spricht mit „Fulda aktuell“ über sein neuestes Buch und seine Erfahrungen mit dem Buddhismus.

FULDA AKTUELL: Was waren Ihre Gründe im Kloster zu bleiben?

MATTHIAS DHAMMAVARO JORDAN: Ich wollte die Meditation vertiefen und erkannte, dass ein Leben, das in erster Linie nach materiellen Werten sterbt, mich langfristig nicht glücklich oder zufrieden machen würde. Darüber hinaus erlebte ich mich ganz neu. Ich erlebte eine tiefe Stille in mir und hatte Einsichten in gewisse Grundwahrheiten unserer Existenz. FA: Was fasziniert Sie am Buddhismus?

JORDAN: Der Buddhismus spricht die Einladung aus, das Leben und sich selbst zu erforschen und nicht zu glauben, was andere einem sagen. Er stellt die Möglichkeit in Aussicht, durch gewisse Übungen der Meditation und Kontemplation zu einem Maß an Weisheit zu gelangen, um sich selbst und das Leben besser zu verstehen, gelassener zu werden und zu erkennen, dass alles dem Wandel unterworfen ist und dass Leid und Schmerz immer dann entstehen, wenn sich Dinge wandeln, die ich aber gerne ‚behalten‘ möchte. Durch Erkenntnisprozesse bekomme ich einen erweiterten Blick auf das Leben und es wird in Aussicht gestellt, frei von Schmerz und Anhaftungen zu werden.

FA: Warum sind Sie wieder in Fulda und wie lange jetzt schon?

JORDAN: Als ich 2001 die Mönchsroben in England ablegte, ging ich zurück nach Fulda, weil damals meine Mutter noch lebte und mein Bruder in der Rhön. Eine erste Anlaufstelle sozusagen. Das ist im April 2021 jetzt genau zwanzig Jahre her. Mir gefällt Fulda sehr und besonders das Umland, wie die Rhön und der Vogelsberg.

FA: Wie kam es dazu, dass sie anfingen, Bücher zu schreiben?

JORDAN: Ich hatte nie vor, Bücher zu schreiben. Sehr bald aber begann ich Meditations- und Achtsamkeitsseminare anzubieten und in all den Jahren bekamen die Teilnehmer von mir verschiedene schriftliche Unterlagen. Eines Winters habe ich all die Unterlagen mal geordnet und hatte plötzlich 100 Seiten zusammen. Daraus machte ich ein Manuskript und reichte es beim Verlag ‚Via Nova‘ in Petersberg ein. Pfarrer Werner Vogel war damals der Verleger und einige Wochen später bekam ich die Nachricht, dass sie es als Buch verlegen würden. Daraus wurde dann mein erstes Buch: ‚Ruheloser Geist trifft Achtsamkeit‘ – und erschien 2013.

FA: Was war Ihre Inspiration zum neuesten Buch: „Als ich verlor, was ich niemals war“?

JORDAN: Irgendwann kam der Gedanke, ich sollte doch mal mein Leben als Mönch, und was mich dazu brachte, aufschreiben. Das neueste Buch beschreibt meine Mönchszeit, die vielen Erlebnisse, Erkenntnisse auch Zweifel und schwierige Situation, die ich erlebte. Man bekommt einen Einblick in das klösterliche Leben und die Lehre Buddhas.

FA: Um was geht es in dem Buch?

JORDAN: Am Anfang steht die Frage nach dem Sinn des Lebens – und der Frage: Was ist Wahrheit? Das Buch erzählte den Weg, den ich zwölf Jahre als buddhistischer Mönch ging.

FA: Sind Ihre Bücher für jeden etwas?

JORDAN: Wie mir LeserInnen schrieben und in Rezensionen mitteilten, scheinen meine Bücher auch Menschen interessant zu finden und zu berühren, die mit Buddhismus nichts am Hut haben. Denn es geht in dem Buch um essentielle Fragen unseres Lebens, nicht nur aus buddhistischer Sicht, sondern auch aus menschlicher Sicht. Von daher regt es zum Nachdenken an, ermutigt selbst mutige Schritte zu gehen und seinen/ ihren eigenen Weg zu finden.

FA: Sie wurden zur Dokumentationsreihe des ‚ARD‘ „Was glaubt Deutschland - Die Religionen und das Glück“ interviewt. Wie kam es dazu?

JORDAN: Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen lud mich 2013 nach Köln ein zur Themenwoche ‚Glück‘ und so wurde die ‚ARD‘ auf mich aufmerksam. Die komplette Reihe kann man sich in der Mediathek der ‚ARD‘ ansehen. Weitere Sendetermine sind auf ‚tagesschau24‘ am 27. Februar um 13.15 Uhr, 4. März um 19.15 Uhr und 7. März um 9.15 Uhr.

FA: Was bedeutet Glück für Sie? JORDAN: Glück bedeutet für mich ein Zustand des Seins, wenn das Leben gerade alle meine Bedürfnisse befriedigt, wenn es keine großen Schwierigkeiten oder Konflikte gibt und ich deswegen ein inneres, zufriedenes, freudvolles Lächeln fühle FA: Wo waren Sie persönlich glücklicher? Hier in Fulda oder als Mönch?

JORDAN: Nun, in Fulda und Berlin erlebte ich das Glück auf Grund der Dinge, die einen eben glücklich machen –wie gute Lebensumstände, Erfolg im Beruf und eine liebende Freundin. Allerdings war mein Glück eben an diese Ereignisse gebunden und verging auch wieder, wenn die Ereignisse sich veränderten. Als Mönch erlebte ich ein Glück, dass in der Meditation erlebt wurde. Wenn durch Konzentration ein Zustand erreicht wird, wo die Gedanken schweigen und man mit der ursprünglichen, innewohnenden Freude in Kontakt kommt. Diese Form der Freude ist nicht an äußere Umstände gebunden. Da ich ja jetzt wieder in Fulda lebe, erlebe ich das Glück oder die Freude, wenn ich mit meinem Sohn und meiner Partnerin zusammen bin und die Sonne scheint und die Blumen blühen – aber ich erlebe Freude auch weiterhin in der Meditation.

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