Vor heutiger Bund-Länder-Runde: Wie sieht es mit der „kritischen Infrastruktur“ aus?

Auch die Feuerwehr gehört zur „kritischen Infrastruktur“
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Auch die Feuerwehr gehört zur „kritischen Infrastruktur“

Die „Omikron“-Variante ist auf dem Vormarsch, breitet sich rasend aus. Befürchtungen werden laut, dass sie wegen ihrer hohen Infektiosität das öffentliche Leben lahmlegen könnte. FULDA AKTUELL hat sich bei Feuerwehr, „Klinikum Fulda“, Polizei und der „RhönEnergie“ erkundigt, ob und wie man vorbereitet ist.

Am heutigen Freitag sollte die Thematik auch bei dem nächsten Bund-Länder-Treffen debattiert werden. Gerade auch darüber, ob eine Verkürzung der Quarantäne-Zeiten sinnvoll sei, um die Arbeitsfähigkeit der „kritischen Infrastruktur“ aufrechtzuerhalten.

Klinikum Fulda

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstand des „Klinikums Fulda“ hat eine entsprechende Anfrage wie folgt beantwortet:

„Das Klinikum Fulda verfügt über einen gültigen Krankenhauseinsatzplan, der regelmäßig aktualisiert wird. Im Rahmen der Pandemie ist es als koordinierendes Krankenhaus für Osthessen eng in die Planungen der Landesregierung eingebunden. Die zunehmende Verbreitung der Omikron-Variante, die sich deutlich schneller überträgt als die bisher bekannten Varianten des SARS-CoV-2, stellt das Klinikum Fulda gleich vor zwei Herausforderungen: Zum einen stellen wir uns auf einen erneut deutlichen Anstieg der Anzahl von COVID-Patientinnen und -Patienten ein.

Zum anderen ist sicherzustellen, dass die für den Betrieb erforderlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Das ist durch die im Krankenhauseinsatzplan vorgesehenen Maßnahmen sichergestellt.

Da bei uns mehr als 90 Prozent der Beschäftigten geimpft und der weit überwiegende Teil bereits geboostert ist, gehen wir davon aus, dass der Anteil der krankheitsbedingten Ausfälle nicht dramatisch zunehmen wird. In wieweit die derzeit strengen Absonderungs- und Quarantäne-Regeln, die in diesem Kontext dazu führen könnten, dass asymptomatische oder lediglich als Kontaktpersonen identifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfallen, bleibt abzuwarten“. Am Freitag sollte im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz darauf eingegangen werden: „Wir rechnen damit, dass die Omikron-bedingten Abwesenheiten erheblich verkürzt werden“, so Menzel.

Feuerwehr Fulda

Was die Situation bei der Fuldaer Feuerwehr angeht, so teilt die städtische Pressestelle mit: „Die Feuerwehr Fulda hat schon im vergangenen Winter – zu einer Zeit, als es noch keine Impfungen gab, Vorkehrungen für die Folgen der Pandemie und zur Sicherung der kritischen Infrastruktur getroffen. Auf diese Erfahrungen kann die Feuerwehr Fulda jetzt zurückgreifen: Im Grunde wurde das Rad zurückgedreht und die Maßnahmen wieder hochgefahren beziehungsweise in Teilen noch etwas verschärft, da aktuell von einer stärken Übertragbarkeit ausgegangen wird“.

Zu den besonderen Vorkehrungen zählten folgende Maßnahmen:

• Grundsätzlich sind alle Präsenztermine auf das notwendige Maß zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft zurückgefahren, alle Einsatzkräfte sind mit FFP2-Masken ausgestattet und tragen diese in jedem Fall von Personenkontakt. Es findet ein Monitoring aller Einsatzkräfte mit zwei wöchentlichen Meldeterminen statt, um einen ständigen Überblick über die Einsatzbereitschaft zu haben. Man habe die Wachbesatzung auf das Mindestmaß von zehn Einsatzfunktionen zurückgefahren und separiere die Tagdienstkräfte entweder auf der Wache oder im Homeoffice (eine Art Bereitschaft).

• Die hauptamtlichen Wachabteilungen sind voneinander komplett getrennt, ebenso die Leitstelle. Es finden jeden Tag zum Dienstbeginn Testungen aller Mitarbeiter statt. „Innerhalb der jeweiligen Wachabteilungen trennen wir noch die Fahrzeugbesatzungen mit dem Ziel, etwaige Kontaktpersonen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Für den Fall, dass die Maßnahmen durch interne Personalverschiebungen nicht ausreichen, besteht als weiteres Mittel die Möglichkeit, ehrenamtliche Kräfte zur Unterstützung auf die Feuerwache zu ziehen und die Wachabteilung so zu verstärken“.

Laut hessischer Polizei ist die Funktionsfähigkeit auch bei ,Omikron‘ gewährleistet. Damit kein größerer Personalausfall durch Corona eintritt, wurden Schichtdienstmodelle so konzipiert, dass Dienstgruppen möglichst wenig Überschneidungen haben und so ein Kontakt mit Mitarbeitern anderer Dienstgruppen minimiert wird. Mögliche temporäre Personalausfälle, werden im Bedarfsfall durch Personalverschiebung innerhalb der Polizeipräsidien oder durch Zuweisung von Kräften der Hessischen Bereitschaftspolizei kompensiert.“

Energieversorgung

Der „RhönEnergie Fulda“ zufolge verfügte die Gruppe bereits vor Beginn der Corona-Pandemie über eingespielte Strukturen zum Umgang mit Krisen und besonderen Herausforderungen. Das habe sich in diesen besonderen Zeiten bewährt. Die Gruppe habe für

für ihre Mitarbeitenden bereits vor der ersten Corona-Welle strenge Corona-Regeln eingeführt und ihre Notfallpläne, insbesondere auch für den Fall, dass viele Mitarbeiter gleichzeitig ausfallen, angepasst. Die physischen Kontakte zu Kunden würden jeweils der Lage angeglichen und seien erfolgreich zunehmend auf digitale Kanäle verlagert worden.

Bislang sei es im Netzgebiet der „RhönEnergie Fulda“ zu keinerlei pandemiebedingten Einschränkungen der Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser gekommen. Das solle auch so bleiben.

Weiter schreibt die Pressestelle“: „Die Netze befinden sich in einem hervorragenden Zustand. Sie werden von einer modernen Leitzentrale rund um die Uhr überwacht und gesteuert. Mit Blick auf das Infektionsrisiko wurden bereits im Frühjahr 2020 ergänzend zu der Leitzentrale in der Daimler-Benz-Straße zwei zusätzliche Leitwarten eingerichtet, von denen aus die Teams ohne physischen Kontakt zueinander – und im Sonderfall sogar unter Quarantänebedingungen – arbeiten können. In ähnlicher Weise ist für die Einsatzbereitschaft der Montageteams gesorgt, die im Falle einer Störung vor Ort eingreifen“. Durch diese und viele weitere Maßnahmen sei sichergestellt, dass die gewohnte hohe Versorgungszuverlässigkeit auch dann gewährleistet sei, wenn in der Region die Erkrankungs- beziehungsweise Quarantänezahlen weiter ansteigen: Voraussetzung sei dabei natürlich, dass es keine Unterbrechungen auf Seiten der Vorlieferanten gibt, von denen die Gruppe ihre Energie bezieht.

ÖPNV

Hauptziel der Verkehrsbetriebe sei es, den Busfahrplan für alle von der „RhönEnergie“ bedienten Linien im normalen Umfang aufrecht zu erhalten. Dies sei trotz aller Widrigkeiten der Pandemie bisher mit erheblichen Anstrengungen auch gelungen. Sollte die Krankenquote der Busfahrer pandemiebedingt wesentlich ansteigen (Quarantäne), dann würden übergangsweise die Wochenend-Fahrpläne gelten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würden alle Linien wie gewohnt bedient.

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