"SG Barockstadt": Engagierte Macher mit Ambitionen

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Redaktionsgespräch mit dem Vorstand der "SG Barockstadt": Martin Geisendörfer, "Fulda aktuell"-Redaktionsleiter Bertram Lenz, Peter Enders und "Fulda aktuell"-Objektleiter Michael Schwabe (von links). 

Unsere Zeitung sprach mit Martin Geisendörfer und Peter Enders vom Vorstand der "SG Barockstadt Fulda-Lehnerz" 

Fulda - Die Liebe zum Fußball wurde ihnen durch ihre Väter in die Wiege gelegt, beide leben für diesen Sport und für die „SG Barockstadt Fulda-Lehnerz“: Martin Geisendörfer und Peter Enders. Dies wird sehr deutlich bei einem Gespräch, das „Fulda aktuell“ mit den SG-Vorstandsmitgliedern im „Hotel Platzhirsch“ führt.

Beider Anspruch ist klar: „Diese Region braucht einen Verein, der höherklassigen Fußball nachhaltig abbildet und ein Aushängeschild darstellt“, wie es der 36-jährige Enders sagt.

Rückschau: Anfang April 2018 war es gewesen, als die Fußball-Hessenligisten „Borussia Fulda“ und „TSV Lehnerz“ öffentlich darüber informierten, eine Kooperation eingehen zu wollen. Unter dem Motto „Eine Stadt, zwei Vereine, viele Herausforderungen“ solle Fulda eine Heimat für höherklassigen Fußball werden. Den Namen „SG Barockstadt“ tragen nunmehr die erste Mannschaft (Hessenliga) sowie die zweite (Verbandsliga Nord) und dritte Mannschaft (Kreisoberliga). Die Premierensaison wurde mit einem fünften Platz in der Hessenliga abgeschlossen.

„Das ist sicherlich nicht ganz so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, betont der 61-jährige Geisendörfer, Fan der beiden „Borussen“ aus Mönchengladbach und Dortmund. Die große Herausforderung habe darin bestanden, dass es zum einen zwei Teams mit zwei unterschiedlichen Hierarchien sowie einen „sehr aufgeblähten“ Kader gegeben habe. Nicht zuletzt dadurch seien einige Spieler unzufrieden gewesen.

Den Umstand, mitten in der Saison den Trainer zu wechseln (Sedat Gören kam für Alfred Kaminski), wollen beide nicht näher kommentieren. Nur so viel: Man habe sich außergerichtlich geeinigt.

Viele Gerüchte ohne Substanz

„Dann haben uns sehr viele Gerüchte ohne jeden Wahrheitsgehalt, die in der Öffentlichkeit herumgeisterten, den Start auch nicht unbedingt leichter gemacht“, erinnert sich Enders. Der sich ebenso wie Geisendörfer darüber ärgert, dass vielfach nur von denjenigen Kritik geübt worden sei, die niemals mit angepackt hätten. „Man darf nicht vergessen, dass wir dies alles ehrenamtlich erledigen“. Neben den beiden bilden Volker Bagus und Joachim Krienke den Vorstand der SG.

Jedenfalls seien aus all’ dem nun aber Schlüsse gezogen und ein personell überschaubarer Kader zusammengestellt worden. Ergänzt durch Torhüter Hanns-Peter Schwarz (von der „SG Schlitzerland“), André Fließ (vom TSV „Eintracht Stadtallendorf“) im Mittelfeld sowie durch die Stürmer Yves Böttler (vom SV „RW Hadamar) und Jan Henrick Wolf (zweite Mannschaft „SG Barockstadt“). „Durch die wenigen Neuzugänge kann unser Trainer auf ein fast eingespieltes Team zurückgreifen, was natürlich von Vorteil ist“, so Geisendörfer.

Beiden Vorständen ist klar, dass möglicherweise in der Öffentlichkeit noch immer vorhandene Vorurteile gegen den Zusammenschluss („Manche hatten gedacht, es wäre nur für zwei oder drei Spielzeiten“) in erster Linie durch sportliche Erfolge abgebaut werden können. „Wir sind auf einem guten Weg“, ist sich Geisendörfer sicher, zumal sich auch die Vorstandsmitglieder untereinander ergänzten und gut zusammenarbeiteten.

Für die bevorstehende Saison hat man die Zielsetzung ausgegeben, oben mitzuspielen, „obgleich mit Hessen Kassel, Stadtallendorf und Dreieich drei Schwergewichte mit am Start sind. Unser Vorteil aber ist die erwähnte punktuelle Ergänzung des Kaders und dessen Eingespielt-Sein“.

Mittelfristig freilich laute das Ziel Regionalliga, doch um dies zu erreichen, müssten alle an einem Strang ziehen, sei eine breite Unterstützung vonnöten: Öffentliche Hand, Zuschauer und Sponsoren. „Obgleich wir gerade unseren Sponsoren zu großem Dank verpflichtet sind. Die ermöglichen es uns erst, dort zu stehen, wo wir jetzt sind“, so Enders.

An Zuschauern verzeichnet die „SG Barockstadt“ im Schnitt um die 1.000 pro Spiel, erweist sich andererseits aber in der Fremde als ausgesprochenes Zugpferd.

Zurück zu den Ambitionen: Der Verein ist mit einem Jahresetat zwischen 800.000 und 900.000 Euro am Start, wobei etwa 43 Prozent (knapp 400.000 Euro) auf das Hessenliga-Team entfallen. „Im Gegensatz dazu geht Kassel, wie man hört, mit einem Etat von 1,2 und Gießen mit 1,8 Millionen Euro in die Runde“, so Geisendörfer. Und ergänzt: „Man sieht an diesen Beispielen, dass andere Regionen in ganz anderen Sphären unterwegs sind“. Das Wichtigste freilich seien die Zuschauer, „denn die wiederum locken die Sponsoren“.

Die Zugehörigkeit zur „SG Barockstadt“ sollen unter anderem auch Mercandising-Artikel wie Schals und Mützen symbolisieren, die es im Fanshop zu kaufen gibt. Wie sehr eine ganze Region einem Verein verbunden sein und daraus eine richtige Vereinskultur entstehen kann, zeigen Geisendörfer zufolge Beispiele wie „Kickers Offenbach“ oder der „1. FC Kaiserslautern“.

„Die Herausforderung besteht darin, Finanzen und Tradition unter einen Hut zu bringen“, betont Enders, der wie sein Vorstandskollege auch in der Hessenliga eine Zweiklassengesellschaft ausgemacht hat. „Leider hat die Region mit den letztjährigen Absteigern Hünfeld und Flieden zwei zugkräftige Derbyteams verloren, doch sind dafür Steinbach und Neuhof aufgestiegen“. Geisendörfer weiter: „Auf jeden Fall an beide Vereine Gratulation. Die haben in der Verbandsliga einen sehr guten Job gemacht. Und Derbys haben immer einen eigenen Charakter“.

Ob dies so ist, davon wird man sich demnächst mehrfach überzeugen können. Denn die „SG Barockstadt“ trifft gleich dreimal auf den „SV Steinbach“: Zweimal nämlich in der Liga und zudem einmal im Hessenpokal.

Sponsoring und Fanshop

Das Sponsoring der „SG Barockstadt“ setzt sich aus einer so genannten „Sponsorenpyramide“ zusammen. An deren Spitze steht der Hauptsponsor „R+S Group AG“, es folgen Exklusivpartner, Premium-Plus-Partner, Premium-Partner, Business-Plus-Partner, Business-Partner und schließlich Förder-Partner. Wer sich für ausgewählte Fan-Produkte wie beispielsweise Schals, T-Shirts oder Jacken interessiert, der erreicht den Fan-Shop per E-Mail an info@sg-barockstadt-fanshop.de .

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