Der „Weisse Ring Fulda“ und seine Aufgaben: Leiter Gerhard Wienert im Gespräch

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Gerhard Wienert ist der Leiter des „Weissen Rings“ im Landkreis Fulda.

Opfern von Gewalt und Kriminalität stehen die Mitarbeiter vom "Weissen Ring" zur Seite. In Osthessen arbeiten 15 Mitarbeiter im Dienste der Opfer.

Eiterfeld - „Die Opfer stehen bei uns im Vordergrund“, sagt Gerhard Wienert, Außenstellenleiter beim „Weissen Ring“ in Fulda. Der „Weisse Ring“ ist eine Organisation, die Menschen, die Opfer von Gewalttaten wurden, in vielfältiger Weise zur Seite steht. Im Landkreis Fulda arbeiten derzeit 15 Menschen ehrenamtlich für die Organisation, darunter pensionierte Anwälte, Richter, Staatsanwälte und Polizisten. Auch zwei Studentinnen sind dabei. „Guten Tag, ich bin vergewaltigt worden und brauche Ihre Hilfe“ ist nur ein Anruf, den Wienert auf seiner Mailbox abhören muss. Ein weiterer: „Ich brauche Hilfe. Ich habe hier ein neunjähriges Mädchen aus Syrien, das unter einem schweren Kriegstrauma leidet. Können Sie mir helfen?“

„Wir nehmen dann Kontakt mit den Anrufern auf und schauen, wie wir Hilfe leisten können“, sagt er. Im Falle des Mädchens vermittelte der „Weisse Ring“ das Kind an eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Normalerweise dauert es ein Dreivierteljahr, bis dort ein Termin zu haben ist“, sagt Wienert.

Kein aktives Eingreifen

Er ist überzeugt davon, dass vor allem die häusliche Gewalt in der Region zugenommen hat, wie die Anrufe bei ihm zeigten. „Wir möchten keine Einzelheiten wissen. Wir fragen das Opfer, ob es Kontakt mit einem unserer Mitarbeiter aufnehmen möchte. Aktiv eingreifen dürfen wir in keinem Fall“, so der Außenstellenleiter. Über den „Weissen Ring“ ist es auch möglich, sogenannte Beratungsschecks im Wert von 190 Euro für eine Erstberatung beim Anwalt zu erhalten.

In Fällen, bei denen der persönliche Kontakt gewünscht wird, wird dieser auch mit Mitarbeitern der Organisation vereinbart. „Manche Menschen brauchen einfach nur jemanden, dem sie sich anvertrauen und mit dem sie reden können“, sagt Wienert.

„Was wir tun können, ist in jedem Fall eine Einzelentscheidung von Fall zu Fall. Das kann bis hin zur Begleitung zu Gerichtsterminen, finanzieller und personeller Hilfe bei einem Umzug oder seelischem Beistand bei Gängen zur Polizei oder zu Ämtern reichen. „Jeder, der Opfer von Gewalt geworden ist, kann sich an uns wenden“, bekräftigt Wienert. Es gibt jedoch Ausnahmen: „Wenn jemand als Täter verdächtigt, angezeigt oder angeklagt ist, dann helfen wir nicht.“

532 Ersuchen seit 2009

Von 2009 bis 2013 riefen insgesamt 532 Menschen in der Fuldaer Außenstelle an, davon wurden 305 beraten. In 227 Fällen wurden die Mitarbeiter tätig. Im vergangenen Jahr kamen 138 Hilfeersuchen an. In 29 Fällen wurde Auskunft erteilt, in 46 Fällen wurde gehandelt. Von diesen 46 Fällen waren 32 Opfer von Gewalt.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden für ihre Aufgaben geschult und treffen sich einmal im Monat, um die aktuellen Fälle zu besprechen. Wer Interesse hat, helfend mitzuarbeiten, kann sich an Gerhard Wienert, Telefon 06672/918711 oder per E-Mail an wienert.koernbach@t-online.de wenden. Die gleichen Daten gelten auch für Menschen, die Hilfe beim „Weissen Ring“ suchen.

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