Weitere Impulse für eine vitale Friedrichstraße

Stefan Wehner steht der IG Friedrichstrasse vor
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Stefan Wehner steht der IG Friedrichstrasse vor

Die Fuldaer Friedrichstraße, „das barocke Einfallstor zur Innenstadt und erste Adresse für auswärtige Besucher“, wird in den nächsten Wochen noch stärker in den Fokus rücken, soll dort mit dem „Winterwald“ und „Hüttenzauber“ doch ein Großteil des Weihnachtsmarktes stehen. Hintergrund ist, dass das Geschehen wegen Corona entzerrt werden soll. Ansässige Geschäftsleute haben sich in der „IG Friedrichstraße“ zusammengeschlossen, deren Vorsitzender Stefan Wehner („Wehner Campo GmbH & Co.KG) ist.

Fulda Am Montag waren die „IG“-Mitglieder zu einer sehr gut besuchten Versammlung zusammengekommen, bei der Tatendrang und Aufbruchstimmung spürbar waren. „FULDA AKTUELL“ traf sich mit Wehner zum Gespräch, der seinerseits die erfreuliche Teilnahme als „deutliches Interesse an unserer Arbeit für die Mitglieder“ wertete. Aktuell gehören 35 Firmen inklusive einiger Hauseigentümer der „IG Friedrichstraße“ an, was laut Wehner einer Gesamtakzeptanz von 92 Prozent entspricht.

Was Corona angeht, so waren die in der Friedrichstraße ansässigen Betriebe 2020 drei Monate, in 2021 fünf Monate geschlossen, die Gastronomie noch länger. Wehner: „Das hat alle wirtschaftlich gebeutelt“. Die Warenlager seien dadurch mehrfach entwertet worden, die Liquidität sei oft unter Druck geraten. Über Kredite und Überbrückungshilfen sei vielmals gegengesteuert worden. Wehner: „Wir ließen es uns nicht nehmen, die Weihnachtsbeleuchtung auch im Lockdown aufzuhängen, obwohl wir die jährlichen Mitgliedsbeiträge zweimal ausgesetzt haben. Gottseidank kam auch keines unserer Mitglieder persönlich zu Schaden“.

Was die Friedrichstraße als innerstädtisches Quartier angeht, so ist die „IG“ stolz auf die Vielzahl Inhaber geführter Geschäfte und die großstädtische Innen- und Außengastronomie. Mit dem „Platzhirsch“ habe man seit einigen Jahren ein beliebtes und erfolgreiches Vier Sterne-Hotel, das nochmals deutlich zur Niveausteigerung beigetragen habe. Sehr positiv vermerkte der „Campo“-Geschäftsführer, dass es in der Friedrichstraße keinen Leerstand gebe. Kurzfristige Vakanzen seien schnell wieder belegt worden. Er selbst betreibt im „Mollenhauerhaus“ exklusive Ferienwohnungen.

Wehner: „Die Friedrichstraße definiert sich im innerstädtischen Quartiersranking über die Attribute ,hochwertig, qualitativ anspruchsvoll, gastfreundlich und geschichtsträchtig‘“. Der Butter- und Gemüsemarkt hätten sich gastronomisch ebenfalls stark entwickelt, und auch die Löherstraße versprühe ihren ganz eigenen traditionellen Charme. Dennoch wäre es wünschenswert, „wenn sich die verschiedenen Quartiere in einem gemeinsamen Marketingkonzert stärker für das Ganze engagierten“.

Angesprochen auf Impulse, die von der Friedrichstraße ausgingen, erwähnte Wehner, dass viele Gäste und Besucher die großstädtische Weihnachtsbeleuchtung lobten. „Darauf sind wir auch besonders stolz und werden sie in diesem Jahr um so genannte ,Falling Stars‘ entlang der Friedrichstraße erweitern. Auch die beiden Candelliers am ,Kurfürst‘ und der ,Löwenapotheke‘ werden wieder zum Weihnachtsschmuck gehören“.

Bei der anfangs erwähnten Versammlung wurde eine gemeinsame Modenschau, eingebunden in einen Auftritt der ansässigen Straßengastronomie, angeregt. Einige Mitglieder haben sich angeboten, dieses Event zu planen und zu organisieren. An weiteren Impulsen ging der „IG“-Vorsitzende auf den Umbau der ehemaligen „Drogerie Müller“ zu einem gastronomischen Highlight auf drei Etagen ein, initiiert von den Brüdern Frank und Sternekoch Patrick Spies. Wehner: „Wir wären auch nicht traurig, wenn man sich entscheiden könnte, den Fuldaer Wochenmarkt, wie schon einmal sehr erfolgreich umgesetzt, wieder an die Stadtpfarrkirche zu bringen. Nach dem Vorbild aus verschiedenen Städten könnte er zeitlich, gastronomisch und vom Angebot erweitert zu einem innerstadtischen zentralen Frequenzbringer werden, zumal er derzeit zwischen Handel und Gastronomie eher eingeengt wirkt“.

Die Erweiterung des „Winterwaldes“ und die Ausdehnung des Weihnachtsmarkes in die Frledrichstraße findet die volle Zustimmung der „IG“. Bereits die Etablierung des „Winterwaldes“ Unterm Heilig Kreuz in 2015 habe zu deutlichen Frequenzsteigerungen geführt, die sowohl in die Gastronomie als auch in die benachbarten Straßen wirkten. „Beides zusammen ist für uns die richtige Antwort auf den monatelangen Lockdown, auch um den Preis der temporären Straßensperrung“. Der „Winterwald“ als bürgerliche Veranstaltung treffe genau das Bedürfnis der Menschen und habe sich zu einem Kernstück des Fuldaer Weihnachtsmarktes entwickelt.

Wehner: „Wir wünschen uns jedoch, dass die Erweiterung des Fuldaer Weihnachtsmarktes in die Frledrichstraße keine Eintagsfliege bleibt und arbeiten derzeit an einem ganzheitlichen Konzept, das nicht in Konkurrenz zum bestehenden Markt tritt. Vielmehr soll eine Konzeption umgesetzt werden, die zum Wald passt, falls der ausgelagerte Weihnachtsmarkt auf seine alte Fläche zurück kehren muss“.

Der „IG“-Vorsitzende stellt klar, dass die temporäre Sperrung der Friedrichstraße in der Weihnachtszeit kein Einstieg in eine dauerhafte Verkehrsänderung sei. Bei einer Bürgeranhörung vor einiger Zeit habe es ein deutliches Votum der Anlieger gegen die Fußgängerzone gegeben, der „Schönwetterbetrachtung“ einer politischen Gruppe sei eine deutliche Absage erteilt worden. Dem hätten sich auch viele Händler und Anlieger aus der Mittel-, Robert-Kircher-, Markt- und Kanalstraße angeschlossen, die sich bei einer Schließung um ihre Erreichbarkeit sorgten. lm Übrigen würden bundesweit Fußgängerzonen zurück gebaut, weil innerstädtische Frequenzen bereits vor Corona stark zurückgingen.

Wehner formuliert abschließend: „Wir leben in einem ländlichen Gebiet, wo die Menschen auf ihr Auto angewiesen sind. Würde man die Straßen autofrei machen, wären wir nicht mehr erreichbar und die Städte würden weiter aussterben. Das kann wohl nicht das Ziel sein.“

Details zur Sperrung

Wegen des „Winterwaldes“ und „Hüttenzaubers“ wird die Friedrichstraße ab der Einmündung Schlossstraße/Pauluspromenade von Samstag, 20. November, bis Montag, 27. Dezember, voll gesperrt und zur Fußgängerzone erklärt. Der gesperrte Bereich erstreckt sich bis zum Hotel „Platzhirsch“.

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