Welt der Klänge: Singen im „Jugendkathedralchor Fulda“

Der „Jugendkathedralchor“ bei seiner letzten Chorreise in Regensburg

Der „Jugendkathedralchor Fulda“ zeigt die Vielfältigkeit des Chorlebens.

von Deborah Mack

Fulda - Der „Jugendkathedralchor“ besteht seit April 1989 am Fuldaer  Dom und wird dieses Jahr 28 Jahre alt. Er ist einer der drei Chöre am Dom und unterteilt sich in den A-Chor und den B-Chor, die jeweils zweimal wöchentlich proben. Franz-Peter Huber ist seit 1997 der Domkapellmeister am Fuldaer Dom, bei dem er seine „Leidenschaft für Musik in den schönsten Beruf der Welt einbringen kann“. Er ist der Chorleiter des „Jugendkathedralchores“, des „Domchores“ sowie der „Capella Cathedralis“. Es erfüllt Huber mit begeisterten Jugendlichen und jungen Erwachsenen wöchentlich auf einem hohen Niveau zu musizieren und zu sehen, was aus den einzelnen Sängern und Sängerinnen wird. Außerdem sehe er seine Aufgabe darin, Jugendliche über die Musik für die Kirche zu begeistern. „Der Chor stellt für viele eine Art Heimat dar und den Bezugspunkt zur Kirche“, sagt Huber. Dazu möchte er einen Beitrag leisten.

Die Freude am Singen und an der musikalischen Arbeit hat einen hohen Stellenwert im Chor. Dies wird auch von einigen Sängerinnen bestätigt. Sie schätzen die Auswahl der Stücke für Konzerte und das musikalische Programm im Kirchenjahr. Zusätzlich haben die Kinder und Jugendlichen des Chores die Möglichkeit, ihre Stimmen im Stimmbildungsunterricht ausbilden zu lassen. Dieser findet dann von Einzel- bis hin zu Kleingruppen statt. Singen sei ihr größtes Hobby und deswegen freue sie sich, dass sie im Chor ihre Lieblingstätigkeit mit ihren „Lieblingsmenschen“ verbinden kann, sagt Stella, die seit fünf Jahren mitsingt.

Der „Jugendkathedralchor“ gestaltet die Pontifikal- und Kathedralämter im Fuldaer Dom musikalisch mit. Die Erfüllung dieser Hauptaufgabe liegt Huber sehr am Herzen. Darüber hinaus gibt der Chor Konzerte, bei denen a-capella-Musik verschiedener Epochen bis hin zu orchesterbegleiteten oratorischen Werken gesungen wird. „Ich mag am Singen im Chor besonders die klassische Musik, weil sie einen Kontrast zu dem typischen Alltag darstellt“, sagt Gabriel, der seit 14 Jahren im Chor mitwirkt.

Ein Beispiel für die zahlreichen Konzerte war das Benefizkonzert für die an der Muskelkrankheit FSHD erkrankte ehemalige Sängerin Tamara Schneider. Der „Jugendkathedralchor“ war gemeinsam mit den Nachwuchssängern und sängerinnen der „Domsingschule“ Initiator und Veranstalter des Konzerts. Dabei haben die Zuhörer einen stolzen Betrag gespendet, sodass es zu einer Summe von 7.742 Euro gekommen ist, die dann von Franz-Peter Huber an Tamara übergeben wurde.

Jährlich finden Chorreisen im In- und Ausland und Teilnahmen an Chorfestivels statt, die sehr beliebt bei den Mitwirkenden sind. „Die Proben und Chorreisen machen viel Spaß und über die Jahre hat sich eine wirklich tolle familiäre Gemeinschaft gebildet“, beschreibt die heute 18-jährige Lea, Chorsprecherin und Kantorin, das Chorleben. Dieses Jahr umfassen die Chorfahrten die Reisen nach Berchtesgaden und zum „Pueri Cantores Festival“ nach Regensburg im Juni sowie die Chorreise nach Hamburg im Oktober. „Ich bin seit meinem fünften Lebensjahr im Chor, weil ich total gerne singe und weil ich hier viele Freunde habe“, schwärmt Sunna. Der „Jugendkathedralchor“ zählt stolze 157 Mitglieder, die in die Stimmen Sopran und Alt sowie Tenor und Bass unterteilt sind. „Ich studiere seit einem Jahr in Würzburg. Trotzdem komme ich immer wieder gerne zurück nach Fulda und in den Chor. Es ist schön, schon so lange ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein“, erzählt Johannes, 20 Jahre alt.

Am 18. November findet das diesjährige Domkonzert statt. Unter der Leitung von Franz-Peter Huber führen der „Jugendkathedralchor“ und der „Domchor Fulda“ die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi auf. Damit erfüllt sich Huber seinen Herzenswunsch. Begleitet werden die Chöre vom Barockorchester „L'arpa festante München“.

Monumentales Gesamtwerk: „Messa da Requiem“ von Verdi


Fulda - Was fast einhundert Jahre undenkbar war, wird heute immer häufiger zu einer Selbstverständlichkeit: „Verdis Requiem“ erklingt in einer Kirche - und zwar am Samstag, 18. November um, 19 Uhr im Fuldaer Dom.

Das „Requiem“ von Giuseppe Verdi wurde von ihm im Jahr 1874 für den Konzertsaal geschrieben, eine kirchliche oder gar liturgische Aufführung war dem Komponisten völlig fremd.

So wenig wie andere Komponisten seiner Zeit dachte „Verdi“ daran, für sein geistliches Werk die ihm „natürliche“ musikalische Sprache „kirchlich“ zu verändern oder zu stilisieren. Das „Requiem“, in dem die Solisten wie in einer Oper die hervorragende Rolle spielen, in dem das Orchester so ausdrucksvoll „spricht“ wie nirgendwo in vergleichbaren Werken und in dem die Chöre zart-lyrische bis hin zu monumentalen Passagen zu gestalten haben, ist bei Verdi „eingeschmolzen in den Strom emotionaler und geistig-geistlicher Verkündigung“, sagte einst Alfred Beaujean.

Der tieffromme und religiöse, aber nicht kirchliche Komponist Verdi dient der eindringlichen Aussage des alten Requiemtextes: der Demut vor der Majestät des Todes, dem Schuldbewusstsein gegenüber einer Macht, die über Leben und Tod gebietet, und der Hoffnung auf eine durch Gebete zu erlangende Erlösung aller gläubigen Seelen.

Rauschende Erfolge erzielte Verdi mit Aufführungen seines siebenteiligen Requiems: eine Tatsache, die auf ihre Weise charakteristisch ist für die Religiosität, die Musik und die Musikauffassung im 19. Jahrhundert.

Die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi wird am Samstag, 18. November, um 19 Uhr im Fuldaer Dom aufgeführt.

Solisten sind Philippa Boyle (Sopran), Kate Allen (Alt), Ingyu Hwang (Tenor), Thomas Faulkner (Bass) sie werden untersützt durch den „Domchor“ und den „JugendKathedralChor“ unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber. Die Chöre werden begleitet von dem Barockorchester „L’arpa festante München“.

Restkarten für das Konzert kosten zwischen 7,- und 18,- Euro und sind erhältlich im Sekretariat der Chöre am Fuldaer Dom, Eduard-Schick-Platz 3, 36037 Fulda, Tel: 0661-87-390, choere-am-dom@bistum-fulda.de. Aufgrund der großen Kartennachfrage wird es eine öffentliche Generalprobe am Samstag, 18. November, um 11 Uhr im Fuldaer Dom geben. Karten hierfür kosten zwischen 5,- und 7,- Euro und sind ebenfalls im Sekretariat erhältlich.

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