Welt-Uraufführung eines Chors

Vogelsbergkreis. Der Vogelsbergkreis und die ansssigen sechs regionalen Sngerbnde hatten nach Schlitz in die Landesmusikakademie ein

Vogelsbergkreis. Der Vogelsbergkreis und die ansssigen sechs regionalen Sngerbnde hatten nach Schlitz in die Landesmusikakademie eingeladen, um herauszufinden, wie es sich anhrt, wenn der Vulkan singt - und zwar dieses Mal "internationale Folklore". Das Ergebnis: etwa 200 Zuhrerinnen und Zuhrer waren Zeuge einer gelungenen Inszenierung des knapp 60-kpfigen Workshop-Chors aus der gesamten Region Vogelsberg, der 30 Lieder aus 15 Lndern in acht verschiedenen Sprachen - darunter Hebrisch, Serbokroatisch, Ungarisch und Norwegisch - vortrug.

Die Vielfalt, die Bandbreite und die gesangliche Qualitt beeindruckten nicht nur das Auditorium insgesamt, sondern auch den Schirmherrn des kreisweiten Kulturprojekts, Landrat Rudolf Marx, sowie den Hausherrn der Landesmusikakademie, Brgermeister Hans-Jrgen Schfer im Besonderen. Beide gaben bei ihrer Begrung ihrer Freude darber Ausdruck, dass die Ausgabe Nummer fnf des singenden Vulkans gerade in dem "dafr wie geschaffenen" groen Konzertssaal der Musikakademie in der Hallenburg stattfand. Landrat Marx dankte Sabine Spahn und den Sngerbnden fr ihr groes Engagement und den Sponsoren OVAG, Sparkasse Oberhessen und GWV Fulda fr ihre Untersttzung.

Chordirektor Willi Becker machte auf die Besonderheit des Projekts - dem er "deutschland- und europaweit viele Nachahmer" wnschte - aufmerksam: "Machen Sie sich bitte klar: das hier ist eine Welturauffhrung eines Chors, den es bis Donnerstag Nachmittag noch gar nicht gab." Die Teilnehmer des Workshops hatten sich in nur drei Tagen der umfangreichen und teils diffizilen Chorliteratur gewidmet. In dem von Willi Becker und der vor Ort verantwortlichen Chorleiterin Sabine Spahn liebevoll zusammengestellten Repertoire wechselten sich in den Liedern aus drei Kontinenten feine Brillanz, exakte Transparenz, beeindruckende Klangflle und treffsichere, beherzte Intonation in einer stimmungsvollen Ausgewogenheit - von zart-melancholisch bis heiter-beschwingt, ja bis "witzig" - ab. Und das alles in der perfekten exzellenten Akustik des Konzertsaals der Akademie. Ein einziger Hrgenuss.

Viel Abwechslung brachten in der ber zweistndigen Darbietung auch die integralen Auftritte der "Jungen Vocalisten" unter der Leitung von Sabine Spahn, die etwa die Hlfte der Lieder in einer Besetzung von 15 Sngerinnen und Sngern (zumeist sehr junge) zum Vortrage brachten. Zu ihrem Repertoire gehrten unter anderem deutsche und schwedische Volkslieder und eine siebengliedrige Hommage an den Alsfelder Komponisten Paul Zoll, der in diesem Jahr 100 geworden wre.

Die knapp 60 Sngerinnen und Snger, die von Donnerstag bis Sonntag in der Landesmusikakademie mit Willi Becker und Sabine Spahn "in Klausur" waren, spannen ihren Reigen von Ungarn, ber Dalmatien, Norwegen, Finnland, Schottland, Tschechien - hier waren es berhrende Stcke von Antonin Dvorak -, Lateinamerika bis nach Israel. Sowohl Spahn als auch Becker waren mal Dirigenten, mal Mit-Snger, mal sa Becker am Flgel. Dort begleitete auch in perfekter Harmonie und Einfhlsamkeit die Alsfelder Knstlerin Marina Pletner das groe vierstimmige Ensemble.

Der Parforceritt durch die Kontinente neigte sich mit "Amazing Graze" in tatschlicher Grazie dem Ende entgegen. Als die 60 Sngerinnen und Snger beim vorletzten Lied "Neigen sich die Stunden" im gesamten groen Saal verteilt hatten und bei bestem Timing durch das "Doppel-Dirigat" Spahn/Becker inmitten der Zuschauer sangen, hielt es sie nicht mehr auf ihren Sthlen: es gab stehende Ovationen. Zur "Belohnung" durfte das Auditorium dann ganz zum Schluss bei "Guantanamera" den Refrain mitsingen.

Bei der Verabschiedung dankte Chordirektor Becker der heimischen Politik "fr so viel Aufgeschlossenheit, was die Frderung von Kultur anbelangt - das ist beileibe nicht berall so", lobte er. Landrat Marx als Schirmherr des seit 1999 zweijhrlich durchgefhrten Projekts versprach: "Das wird weitergefhrt werden." Sabine Spahn und Erich Ruhl, im Kreishaus organisatorisch mit dem Projekt befasst, sehen in der erneut gelungenen Inszenierung eine "Visitenkarte fr die Schnheit des Chorgesangs".

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