Nur Wenige halfen: Mann schlägt mitten in Fulda auf Frau und Kinder ein

Vor einer Woche ereignete sich in Fulda eine schreckliche Tat: Ein Mann schlug mitten in Fulda auf seine Frau und Kinder ein. Nur wenige Passanten halfen.

Zivilcourage ist eine Eigenschaft, die sich Menschen gerne zuschreiben. Denn keiner würde freiwillig zu geben, dass Er oder Sie in einer brenzligen Situation wegschauen würde. Doch genau das ist vor einer Woche mitten in Fulda passiert: Viele Menschen haben weg geschaut, nur wenige griffen ein. Was war passiert? Auf offener Straße schlug ein Mann auf eine Frau und seine Kinder ein. Nur eine Handvoll Mutiger schritt ein, brachten den Mann zum aufhören, riefen die Polizei und versuchte die Frau und ihre Kinder vor dem Schläger zu beschützen. Dieser brachte die Frau jedoch, dazu in das Auto ihres Peinigers einzusteigen und fuhr mit ihr und den Kindern davon.

„Fulda aktuell“ hat bei der Polizei nachgefragt, wie man sich in einer solchen Situation richtig verhält. „Eigenschutz geht vor Fremdschutz. Wenn Sie die Situation als brenzlig oder gefährlich einschätzen, halten Sie Abstand. Aber bitte nicht einfach wegsehen und weggehen“, sagt Martin Schäfer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen und gibt folgende Tipps:

• Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.

• Melden Sie den Vorfall sofort der Polizei, gerne über den Notruf 110, folgen Sie unbedingt den Anweisungen der Polizei.

• Bleiben Sie am Ort des Geschehens oder folgen Sie unauffällig, aber halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand.

• Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung.

• Fotografieren / Filmen Sie die Situation, wenn möglich unbemerkt von dem Aggressor (Täter).

Und falls man doch einschreiten möchte:

• Machen Sie andere Menschen auf die Situation aufmerksam.

• Fordern Sie deren Unterstützung durch gezielte Ansprache an: „Sie da im gelben Mantel, rufen Sie die Polizei, oder: Der Herr mit der kräftigen Figur, lassen Sie uns zusammen nähergehen.“

• Wenn Sie den Aggressor ansprechen wollen: Abstand halten, nicht mit „Du“ ansprechen.

Wie es mit der besagten Familie weitergeht berichtet Schäfer ebenfalls: „Gegen den Mann ist ein polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts einer möglichen Straftat eingeleitet worden.“ Ebenfalls würden bei erkannten Vergehen beziehungsweise Problemen auch andere zuständige Behörden, wie zum Beispiel das Jugendamt benachrichtigt und involviert.

Zwischenruf: Niemals wegschauen

Das Thema Zivilcourage ist seit langer Zeit heiß diskutiert und schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele Menschen haben Angst, selbst zum Opfer zu werden oder denken sich, dass es sie nichts angehen würde. Daher möchte ich mich bei den Menschen bedanken, die in der vergangenen Woche nicht weggeschaut und sich eingesetzt haben.

Auch vor dem Verlagsgebäude von „Fulda aktuell“ kam es im vergangenen Jahr zu einer brenzligen Situation. Ein lautstarker Streit, der bis in die vierte Etage zu hören war forderte unsere Aufmerksamkeit. Unsere Devise: Nicht wegschauen, sondern handeln. Das aber vereint und deeskalierend. Für uns alle ging das Ereignis gut aus und ich bin froh, dass wir gemeinsam gehandelt haben. Ich weiß wirklich nicht, ob ich allein in die Situation gegangen wäre, denn man weiß nie wie Menschen reagieren, wenn man sich in „ihre Angelegenheiten“ einmischt.

Das Mindeste, was man tun kann, ist immer den Notdienst zu alarmieren. Sich nicht selbst in Gefahr zu bringen hat, dabei Priorität.

Ich denke, wir sollten uns alle vor Augen halten, dass jeder einmal in eine Situation geraten kann, in der man Hilfe benötigt. Egal ob jemand einem Gewalt antut oder ein medizinischer Notfall eintritt. Auch da ist man froh, wenn man Hilfe bekommt. Daher seien Sie dieser Mensch, zeigen Sie Zivilcourage und seien Sie ein Vorbild für andere.

Rubriklistenbild: © Pixelio

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