Weniger Verkehrsunfälle

Osthessen. In den drei osthessischen Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg ereigneten sich im abgelaufenen Jahr mit 11.160 Unflle

Osthessen.In den drei osthessischen Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg ereigneten sich im abgelaufenen Jahr mit 11.160 Unfllen gegenber dem Vorjahr 615 Unflle weniger, was einem Rckgang um 5,2 Prozent entspricht. Auerdem waren mit 40 Opfern - bei 39 Unfallereignissen - vier tdlich verletzte Verkehrsteilnehmer weniger (9,1 Prozent) zu beklagen als im Vorjahr. Die Zahl der Unfallverursacher in der Altersklasse 18-25 Jahre hat um drei auf zwlf Personen zugenommen, in den Altersklassen darber um zwei Verursacher auf 27 abgenommen. Polizeiprsident Eckhard Sauer betont bei der Vorstellung des Verkehrsberichts 2009, dass die Zahl der Verkehrstoten in den letzen Jahren kontinuierlich zurckgegangen ist und sich, verglichen mit dem Jahr 2000, von damals 80 Unfallopfern halbiert habe.

Als Ergebnis verstrkter Kontrollen bewerte er, so Polizeiprsident Sauer, dass "Unflle unter Alkoholeinfluss" um 15,5 Prozent (54 Unflle) auf 294 Verkehrsunflle abgenommen haben. Die Anzahl hierbei getteter Menschen sei mit einem Rckgang von elf auf fnf mehr als halbiert worden. Die Anzahl der Alkoholunflle mit Leichtverletzten ging um 21 (18,9 Prozent) auf 90 und die Unflle mit Schwerverletzten sogar um 39,3 Prozent (35 Unflle weniger) auf 54 Unflle zurck.

Unflle unter Einfluss von Drogen haben um fnf auf 20 Unflle zugenommen, was eine Verdoppelung der Leichtverletzten auf 14 und eine Zunahme der Schwerverletzten um zwei auf sieben Personen verursachte. Intensive Schulungen der eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten sowie grndliche berprfungen fhrten in zahlreichen Fllen dazu, dass der seitens der Fahrzeuglenker den Unfllen vorausgegangene Drogenkonsum festgestellt und schlielich nachgewiesen werden konnte. Insofern drfte ein auch in Osthessen bestehendes Dunkelfeld aufgehellt worden sein. Ein weiteres Indiz fr den erfolgreichen Kontrolldruck der osthessischen Polizei sei auch, dass mit 512 positiven berprfungen 98 zustzliche (23,7 Prozent) "folgenlose Fahrten unter Drogeneinfluss" festgestellt wurden, berichtet Polizeiprsident Sauer.

Nach einem im Verkehrsbericht 2008 verzeichneten historischen Tief, sind die Unflle mit Schwerverletzten im letzten Jahr allerdings insgesamt um 39 Unflle auf 485 Verkehrsunflle (plus 8,7 Prozent) angestiegen. Dabei wurden mit 595 Menschen 51 Verkehrsteilnehmer (9,4 Prozent) mehr schwer verletzt als im Vorjahr.

Deutlich, und zwar um 18,9 Prozent, waren als Unfallverursacher die Fahranfnger im Alter 18 bis 25 Jahre mit einer Steigerung um 21 Personen auf 132, aber auch die Gruppe der 65-Jhrigen und lteren mit einer Steigerung von sieben (14,9 Prozent) auf 54 Personen zu verzeichnen. Von insgesamt 2.147 Verursachern aller osthessischen Verkehrsunflle waren 1.482 mnnlich.

Erfreut zeigte sich Polizeiprsident Sauer ber den Rckgang der Unfallfluchten, die um 130 (5,1 Prozent) auf 2.415 Verkehrsstraftaten zurck gingen und zu 44,6 Prozent aufgeklrt werden konnten.

Die Unflle mit "Personenschaden" haben insgesamt um 56 (3,1 Prozent) auf 1.864 Unflle zugenommen und die Anzahl der Verunglckten ist um 96 (3,9 Prozent) auf 2.555 Menschen gestiegen. Verkehrsunflle, bei denen nur Sachschden entstanden, sind um 672 (5,2 Prozent) auf 9.295 Unflle zurckgegangen.

Polizeiprsident Sauer, der im letzten Jahr in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg mit der Erprobung von Wildwarnreflektoren ein Pilotprojekt zur Reduzierung von Wildunfllen startete, konnte fr Osthessen insgesamt einen Rckgang um 472 Unflle (20 Prozent) auf 1.882 Wildunflle vermelden. Die Bilanz von vier Schwer- und 18 Leichtverletzen bedeute, verglichen mit dem Jahr 2008, einen fnfzigprozentigen Rckgang der Verletztenzahl. Die Erprobung der Wildwarnreflektoren wird im Landkreis Fulda durch den "Bund gegen Alkohol und Drogen im Straenverkehr - Nordhessen" und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg durch die dortige Kreisverkehrswacht untersttzt.

Der Gesamtschaden aller osthessischen Verkehrsunflle im Jahr 2009 wird auf 43 Millionen Euro und die so genannten Verunglcktenkosten werden auf etwa 105 Millionen Euro geschtzt.

Weil es fr die Planung und Durchfhrung von Verkehrsberwachungs- und Kontrollmanahmen sowie fr die Ausrichtung der Verkehrsunfallprvention unverzichtbar sei, lege das Polizeiprsidium Osthessen, so Polizeiprsident Sauer, besonderen Wert auf die Analyse der Hauptunfallursachen. An der Spitze, mit einem Anteil von 18,10 Prozent, steht zu geringer Abstand, an zweiter Stelle die Unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" (16,2 Prozent). Es folgen Vorfahrtsverletzungen (6,6 Prozent), falsches berholen (4,2 Prozent) und Abbiegen (4 Prozent) sowie ungesicherte Ladung (3,3 Prozent), Alkohol-/Drogeneinfluss (2,8 Prozent) und zu 2,6 Prozent Fehler beim Fahrstreifenwechsel.

Als erfolgreich bewertet Polizeiprsident Sauer die mit positiver Resonanz in Kooperation mit dem ADAC begonnene Aktion "Blitz fr Kitz", die besonders Kinder als jngste Verkehrsteilnehmer schtzen will. Darber hinaus htten sich das Unfallbekmpfungsprojekt "Lieber..als...!" und die Aktion "Schutzengel" mit inzwischen 4.500 Mitwirkenden in Osthessen etabliert und seien ebenso wie der einzige hessische "Fernfahrerstammtisch" weiterhin erfolgreich.

Besonders hervorzuheben sei auch die enge und gute Zusammenarbeit aller Behrden, Verbnde und Institutionen, die sich der Verkehrssicherheit verschrieben haben. Nicht zuletzt werbe er aber gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei den osthessischen Brgerinnen und Brgen fr ihr Verstndnis fr die notwendigen polizeilichen berwachungsmanahmen, so Polizeiprsident Eckhard Sauer abschlieend.

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