Werbung um Fachkräfte als Herausforderung

Hünfeld. Hervorragende Arbeitsmarktdaten, gute Nachrichten zu Betriebsansiedlungen und Betriebserweiterungen, aber auch neue Herausforderungen wie de

Hünfeld. Hervorragende Arbeitsmarktdaten, gute Nachrichten zu Betriebsansiedlungen und Betriebserweiterungen, aber auch neue Herausforderungen wie der zunehmende Mangel an qualifizierten Fachkräften auf verschiedensten Ebenen waren zentrale Themen des 12. Hünfelder Unternehmertreffens der Stadt Hünfeld im Lokschuppen. Gastgeber war in diesem Jahr die VR Bank NordRhön, die ihr 150-jähriges Jubiläum feiert.

Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel verwies nicht nur auf die hervorragende Arbeitslosenquote von nur 2,8 Prozent, sondern kündigte an, dass sich der Wirtschaftsstandort Hünfeld entschieden der Herausforderung stellen müsse, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Dazu habe er von vielen der anwesenden Unternehmer Hinweise erhalten, die er gern aufgreifen wolle. Er kündigte die Bildung einer kleinen Arbeitsgruppe, bestehend aus Führungskräften Hünfelder Unternehmen an, um gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten und lud interessierte Unternehmer ein, daran mitzuwirken.

Eingehend auf die wirtschaftliche Situation verwies er auf viele größere Vorhaben heimischer Unternehmen, was ihn zuversichtlich stimme. Auch der Wiederaufbau, verbunden mit einer Erweiterung der Firma Stroh, sei auf gutem Weg. Selbst im Logistikpark Hessisches Kegelspiel gehe es nach dem bitteren Rückschlag langsam wieder voran. Dr. Fennel nutzte die Gelegenheit, der VR Bank NordRhön zu den überaus erfolgreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr zu gratulieren und sprach allen verantwortlichen Mitarbeitern große Anerkennung aus: "Es war und ist toll, was ihr auf die Beine gestellt habt."

Der Vorstandssprecher der VR Bank NordRhön nutzte die Gelegenheit, die Bedeutung des Unternehmens für den Wirtschaftsstandort der Region in den zurückliegenden 15 Jahrzehnten zu würdigen. Genossenschaftliche Unternehmen suchten ihr Heil nicht in staatlicher oder karitativer Hilfe, sondern in der Hilfe zur Selbsthilfe, im solidarischen Einstehen füreinander. Dadurch habe das genossenschaftliche Unternehmen nicht nur zwei Weltkriege, eine Hyperinflation, Währungsreformen, Weltwirtschaftskrise und die Teilung Deutschlands überstanden, sondern auch ganz unmittelbar dazu beigetragen, diese Krisen zu bewältigen. Die Bank präsentiere sich im Jubiläumsjahr in guter Verfassung. Er machte dies anhand von Zahlen deutlich. So stieg allein die Bilanzsumme von 2009 in Höhe von 662 Millionen Euro auf 735 Millionen Euro zum 31. Juni diesen Jahres.

Diese Erfolge seien getragen vom Vertrauen der Mitglieder und Kunden und einem hohen Eigenkapital, das ausreichend Handlungsspielräume erlaube. Garant des Erfolges seien aber vor allem die Mitarbeiter und ein demokratischer Führungsstil, geprägt von hoher Eigenverantwortung. Etzel richtete auch den Blick über die Grenzen der Region hinaus und ging auf die gegenwärtige Euro-Rettungspolitik ein. Aus seiner Sicht sind die Ankäufe von Staatsanleihen durch die europäische Zentralbank höchst kritisch zu sehen. Dirigismus, gleich in welcher Form, habe noch nie auf Dauer funktioniert. Es bedürfe vielmehr struktueller Maßnahmen in den hoch verschuldeten Ländern. Er warnte vor jenen Kräften, die mehr Steuern, mehr Bürokratie forderten. Wer dauerhaft Wohlstand wolle, dürfe nicht über ökonomische Wirkungszusammenhänge hinwegschauen.

Trotz vieler Fehler der Vergangenheit, dürften Banken nicht über einen Kamm geschert werden. Es stehe zu befürchten, dass eine Vielzahl neuer Gesetze, Verordnungen und Richtlinien eingeführt würden, die besonders Genossenschaftsbanken und Sparkassen belasteten, die nicht diese Krise verursacht hätten. Er sei der festen Überzeugung, mit regionaler Identität auch zukünftig erfolgreich wirtschaften und verlässlicher Partner der Menschen in der Region sein zu können. Dies bescheinigte ihm auch Landrat Bernd Woide, der die regionale Verwurzelung der Banken als eine der großen Stärken der Region ansieht. Die EU sei gut beraten, in die Regionen zu schauen, wie so etwas erfolgreich gemacht werden könne. Das dürfe aber nicht dazu führen, sich beruhigt zurückzulehnen und lediglich stolz auf das Erreichte zu sein, denn die Zukunft stelle neue Herausforderungen.

Auch Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt wertete die Zusammenarbeit in der Region als einen Erfolgsfaktor. Allein das Handwerk sei in Hünfeld mit 200 Unternehmen vertreten und fühle sich sehr wohl in der Stadt. Es leiste einen wesentlichen Beitrag dazu, dass man im Hünfelder Land bei einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent von "Vollbeschäftigung" sprechen könne. Auch er sieht die Nachwuchsförderung als wichtigsten Baustein für die Zukunft an. Das Handwerk leiste dazu seinen Beitrag und habe die Zahl der Ausbildungsverträge gegenüber dem vergangenen Jahr um 4,8 Prozent erhöht. Wenn genügend Bewerber zu Verfügung stünden, könnte diese Kapazität noch ausgeweitet werden. Dies gelte gerade für Hünfeld, das auf ein gutes Umfeld und hervorragende Rahmenbedingungen verweisen könne, betonte Gerhardt.

Den offiziellen Teil beschloss "Hausmeister Bolle", ein Kabarettist und Zauberkünstler, der es trefflich verstand, Auszüge aus den Reden aufzugreifen und für sein Comedy-Programm zu verwenden. So verblüffte er mit Zaubertricks und karikierte so manche allzu menschlichen Schwächen.

In der Rolle des "Hausmeisters Bolle" leitete der Künstler Jörg Burghardt gekonnt zum zweiten Teil des Abends über, in dem die Kontaktpflege und das Gespräch im Mittelpunkt standen. Insgesamt waren 152 Unternehmer aus 92 Betrieben anwesend, die von Marc Zuspann und seinem Team bewirtet wurden.

Unser Fotograf Georg Pietschmann war dabei:

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