Werft die guten Vorsätze über Bord!

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Alle Jahre wieder: Abertausende Menschen fassen gute Vorsätze für's kommende Jahr - die meisten davon überstehen kaum den Januar.

So kurz vor Silvester geht sie wieder los: Die Zeit, in der die halbe Nation gute Vorsätze für’s kommende Jahr aufstellt. Was steht nicht alles auf unseren Listen: weniger Stress, mehr Bewegung, mit dem Rauchen aufhören, eine gesündere Ernährung und mehr Zeit für Familie und Freunde.  Doch was kommt dabei raus? Bei den meisten gar nichts. Oder, wenn überhaupt, dann nur ein schlechtes Gewissen und ein mieses Gefühl, weil man die Vorsätze gebrochen hat. Denn diese sind schnell gefasst und genauso schnell wieder über Bord geworfen.

Warum überlegt man sich gute Vorsätze überhaupt so gerne zu Silvester? Es ist doch eigentlich der denkbar schlechteste Zeitpunkt dafür, da die meisten von uns gerade zu dieser Zeit in einer Ausnahmesituation sind: Weihnachten, Vorbereitungen, Stress, viel Essen, einiges trinken, wenig Schlaf, familiäre Großaufgebote – entweder unsere Nerven liegen blank oder wir schweben in einem süß-sauren Seelenaufguss aus Harmonie, Zuwendung und Liebe. Das kann schnell den Blick trüben und uns zu Entscheidungen hinreißen: jetzt aber! Dieses Mal schaffe ich es mit dem Rauchen aufzuhören oder mehr Sport zu treiben – ganz bestimmt. Doch spätestens im Februar ist alles wieder beim Alten. Und zurück bleiben Katzenjammer, Frust und selbstgemachter Druck.

Die gute Absicht ist sicherlich bei jedem gefassten guten Vorsatz da und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber ich finde ja, wir sollten das alle mit den guten Vorsätzen in diesem Jahr ‘mal sein lassen. Wenn ich abnehmen will, dann mache ich das einfach, wenn jemand aufhören möchte zu rauchen, dann soll er auch das machen und wenn es nicht klappt, dann geht die Welt auch nicht unter. Aber  nicht immer dieser selbst verursachte Stress mit den großen, fest vorgenommenen Vorhaben, an die sich niemand hält und dann jeder von sich selbst enttäuscht ist.

Ich muss ja sagen, ich habe bisher noch keine guten Vorsätze gemacht, – eigentlich auch noch nie – hauptsächlich deshalb, weil ich mich zu gut kenne und weiß, dass ich sie umgehend brechen würde.Sehr treffend dazu finde ich das mexikanisches Sprichwort: "Der gute Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird."

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