Werte vermitteln: Speaker und Ex-Junkie Mathias Wald sucht Unterstützer

Der Speaker und Ex-Junkie Mathias Wald setzt sich für das Thema Suchtprävention ein. Für seine neuen Projekte sucht er Unterstützer.

Fulda- Der Vortragsredner (Speaker), Referent und frühere drogensüchtige Mathias Wald ist unter anderem Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation „F.Foundation“. Diese ist Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und Gesellschaft. Ehemalige Süchtige und Suchtexperten aus den verschiedensten Bereichen haben sich zu einem Netzwerk zusammen geschlossen. So steht nicht nur die Sucht nach chemischen Substanzen im Blickpunkt der „F. Foundation“, sondern auch Magersucht, Internet- und Videospielsucht sowie die Alkoholsucht. „Für unsere Projekte und Innovationen brauchen wir Geld, denn wir wollen viel erreichen“, weiß Wald. Deshalb macht er eine Infoveranstaltung um zu zeigen was in Zukunft geplant ist und würde sich über Unterstützer freuen. Wald wird in diesem Programm auch seine Geschichte erzählen. Vor rund 300 Gästen wird der 43-Jährige auf bewegende Weise durch seine Kranken- und Heilungsgeschichte führen und dabei vor allem eine Botschaft überbringen: „Du kannst alles schaffen, wenn Du es willst.“ Weiterhin wird es einen Gastbeitrag von dem bekannten Redner und Persönlichkeitscoach Rainer Biesinger geben. Als Gast hat Wald unter anderem den ehemaligen Computerspielsüchtigem Laslo Pribnow und die Bestseller-Autorin Sonja Vukovic, die 2013 gemeinsam mit dem einstigen Kind vom Bahnhof Zoo, Christiane Felscherinow, „Christiane F – mein zweites Leben“ veröffentlicht und dann ihre eigene Biografie nachgelegt hat: „Gegessen – wer schön sein will, muss leiden, sagt der Schmerz“, eine Geschichte von 13 Jahren Magersucht und Bulimie und noch einige mehr. Alle Redner sind Mitglieder der F. Foundation. Die „F. Foundation“ vermittelt Wissen und Kompetenz mit Blick auf alle Süchte, ihre Ursachen und Folgen. „Unsere Ziele und Projekte sind wichtig für die Gesellschaft“, sagt Wald. Die „F.Foundation“ ist in Europa einzigartig. Fast alle Experten sind Ex-Süchtige und können aus eigenen Erfahrungen berichten.

In den vergangenen Monaten wurde viel über den Filmemacher, Fotografen, Unternehmer, Speaker und Ex-Drogensüchtigen Mathias Wald berichtet. Seit 15 Jahren ist er nun clean und spricht seit zwölf Jahren über seine Erfahrungen mit dem Thema Sucht. Nach zwölf Jahren Sucht, zwei Jahren Psychiatrie, zehn Jahren als Unternehmer und zwölf Jahren als Redner gibt es für die mehr als 10.000 Zuhörer einiges zu berichten. „Sucht hat immer eine Geschichte“, so Wald. Er erzählt seine.

Bei ihm begann alles mit einem inneren Gefängnis, einem Leben ohne Sinn und Ziele, einem Beruf, den er eigentlich nicht machen wollte, nicht ausgelebte Träume und keinen Mut, sich für das einzusetzen, was er möchte. Er konnte nicht er selbst sein. Der Einstieg in die Drogenwelt kam übers Kiffen – Speed, Ecstasy und LSD folgten. „Der Druck nach den guten Gefühlen wurde immer härter“, so der heutige Chef der Werbeagentur „MyByte Media“ in Künzell. Die Droge wurde zum Lebensinhalt.

Heute machen diese Qualen für Wald einen Sinn. „Ich erzähle meine Geschichte, um anderen Menschen diesen Weg zu ersparen.“ Seit zwölf Jahren engagiert er sich in der Suchtprävention. Seine Lebensbausteine: „Glücklichsein, Mut und Liebe“ schwingen immer mit und sind die Botschaft seines Handelns. Mehr als 200 Vorträge hat der Speaker bislang über das Thema Sucht gehalten.

Jetzt möchte er mit neuen und innovativen Projekten noch einen Schritt weitergehen. „Viele Jugendliche leben ihr Leben so vor sich hin, ohne Selbstverantwortung. Sie machen keine positiven Grenzerfahrungen, haben keine Ziele und keine Träume“, so Wald. Daher möchte er nun früh genug bei Jugendlichen ansetzten. Mit einem Jugendcamp als Pilotprojekt möchte er jungen Menschen 15 Bausteine an die Hand geben. Mit ihnen gemeinsam positive Grenzerfahrungen erleben und sie stark für das Leben machen. „Alles in Zusammenarbeit mit Pädagogen“, erklärt er. Entstanden ist diese Idee auch, da Wald häufig von besorgten Eltern kontaktiert wird. Aber auch junge Menschen stehen vor ihm und sagen: „Ich habe keinen Mut und keine Idee für mein eigenes Leben.“ Innerhalb einer Woche sollen die Jugendlichen lernen, Selbstvertrauen aufzubauen, Ziele zu haben und eine Idee für eine Art Lebenskonzept. Für dieses Pilotprojekt und eine Anschubfinanzierung für die Foundation braucht Wald Unterstützer. In Zukunft sind mehrere Workshops mit Wald und Jugendlichen und Erwachsenen geplant. Auch Videotrainings und ein Starter Kit für Suchtprävention in Schulen sind in der Planung. „Ich widme einen Teil meines Lebens dieser Mission“, sagt Wald. „Ich tue dies für ,Eure Kinder’, die Gesellschaft und weil ich meinem Leben dadurch einen tieferen Sinn geben darf.“ Gemeinsam mit der Spezialistin für Training, Coaching und Beratung, Ilona Vogel, möchte Wald hier ein Zeichen setzen und Mut machen. Vogel ist Expertin zum Thema Resilienz – Wie gehe ich richtig mit Krisen um und gestärkt hervor. „Wir möchten vielen Menschen den Zugang zu der Thematik Suchtprävention geben“, so Wald Auch eine Gesprächsrunde mit den Suchtexperten aus der „F. Foundation“ auf der Bühne ist geplant. Es wird ein tiefgründiges und spannendes Programm geben.

Weitere Informationen zum spenden „F. Foundation“ gibt es unter www.f-foundation. org . Informationen zu Mathias Wald und der Veranstaltung gibt es auf www.mathias-wald.de

Infoveranstaltung

Fulda - Am 23. Februar veranstalten Mathias Wald und die „Christiane F.Foundation“ eine Veranstaltung, um über neue Projekte zu informieren. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr im „Parkhotel Fulda“. Der Eintritt kostet zehn Euro. Der Gewinn geht an die „F.Foundation“.

Zwischenruf von Antonia Schmidt: Rückblick

Selbstbewusstsein, Mut und Zielstrebigkeit – das sind Werte, die mir meine Eltern zum Glück mitgegeben haben. Während meiner Studienzeit und der Arbeit beim „Malteser Hilfsdienst“ habe ich viele Kinder und Jugendliche kennengelernt, denen diese Werte gefehlt haben – oft auch mit fatalen Folgen: Unkontrollierbare Wutausbrüche, früher Missbrauch von Betäubungsmittel und Selbsthass. Auch heute laufen mir noch Erwachsene über den Weg, die mit ihrem Leben im Konflikt stehen. Häufig ist die Fassade des lächelnden Partymenschen gar nicht so cool und schön – Alkohol oder sonstige „Stimmungsaufheller“ scheinen das Heilmittel für solche Personen zu sein. Schaut man hinter die Fassade, gibt es viele Faktoren, die diese Menschen auf diesen Lebensweg geführt haben. Ich habe festgestellt, dass es, je älter der Mensch wird, es umso schwieriger wird, diese Werte zu vermitteln und ihn zur Selbstreflexion zu bringen. Den Selbstzerstörungswahn zu beenden, scheint aussichtslos. Daher gefällt mir die Idee eines Jugendcamps von Mathias Wald sehr gut. Im Interview mit ihm habe ich immer wieder Situationen meines Lebens gespiegelt bekommen und bin froh, dass meine Eltern mir Wurzeln und Flügel gaben, mich in allen Entscheidungen unterstützt und nach Fehlentscheidung gestützt haben. Dieses Vertrauen hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Natürlich gehören auch Selbstzweifel und Kritik zu meiner Persönlichkeit. Doch ich bin froh, dass ich in allen Lebenslagen Menschen um mich herum habe, sei es meine Familie, Freunde oder auch Kollegen, die mich in meinem Handeln und Tun unterstützen.

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