"Wetten dass..?"-Wettkönige kommen aus dem Vogelsberg

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Grebenhain. Wills wollten’s wissen: Was brachte Vater und Tochter zu ihrer Wette in der ZDF-Show?

Grebenhain. Es ist zwar schon eine Woche her, dennoch steht das Telefon nicht mehr still im Hause Will. Seit sich Annalena und ihr Vater Reinhard aus dem Grebenhainer Ortsteil Volkartshain vergangenen Samstagabend völlig unerwartet  als Wettkönige bei "Wetten dass...?" die Krone aufsetzen und sich feiern lassen durften, feiern Familie, Freunde, Bekannte und auch "Unbekannte" am Telefon, per E-Mail, SMS, Transparenten oder "direkt" mit den beiden mit. Die ungeteilte Freude ist berechtigt, haben die Studentin und der Baumaschinen-Mechaniker doch Spektakuläres geleistet – was das Millionenpublikum zu Hause an den Fernsehgeräten entsprechend honorierte. Mit 47 Prozent der Anrufe war die Zustimmung für die aktuellen "Wetten dass...?"-Sieger so hoch wie schon lange nicht mehr.

Mit Geschick und Können hatten Vater und Tochter zuvor das Kunststück fertiggebracht, mit Hilfe einer tonnenschweren Straßenwalze  sechs am Boden verankerte Bierflaschen von ihren Kronkorken zu befreien. Der 59-Jährige knackte, mit verbunden Augen und nur durch die Kommandos der 22-jährigen instruiert, mit den Rädern der Walze (im Fachjargon heißen die Bandagen) die Verschlüsse in der vorgegebenen Zeit von zweieinhalb Minuten. So außergewöhnlich wie die Wette war auch das Preisgeld – stolze 50.000 Euro nahmen die zwei mit nach Hause in den Vogelsberg. Wie das Geld angelegt wird? "Der Papa und die Mama werden sich wohl eine neue Küche gönnen. Und ich mir neue Schuhe", sagt Annalena. Ein paar,  das heißt, mehr als ein Paar, dürften da schon "drin" sein.

"Ohne meine Tochter hätte ich das nicht über die Bühne bekommen", sagt der eigentliche Hauptdarsteller, der besonders vom  Bühnen-Equipment, der Technik und Organisation vor und hinter der Bühne, den Backstage-Baumeistern  begeistert war. "Immer wieder hat mir Annalena Mut gemacht, die Idee, welche ich schon seit einigen Jahren mit mir  ‘rumtrage, in die Tat umzusetzen."  Geboren wurde das Ganze "auf dem Bau", wobei die Bezugspunkte bei einem Baumaschinenmechaniker ziemlich naheliegen. "Da wird schon ab und an  ‘mal eine Flasche Bier geköpft", so Reinhard Will augenzwinkernd. Apropos Augenzwinkern: ein paar "heiße" Blicke in Richtung Helene Fischer hat er schon geworfen. Die Tochter war vor allem von den "Muckis" des anderen Stargastes und ihres Wettpaten Sylvester Stallone beeindruckt. "Dessen einer Unterarm ist stärker als meine beiden Oberschenkel zusammen." Da lässt man sich schon mal gern in und auf den Arm nehmen...

Von Star-Allüren der Hollywood-Größen – unter anderem war neben "Sly" auch Harrison Ford  Gast  in der Bremer Stadthalle – und auch bei Moderator Markus Lanz, der nach der letzten "Wetten dass...?"-Sendung ziemlich in der Kritik stand, haben die Vogelsberger überhaupt nichts gespürt. "Man konnte sich mit denen ganz unbefangen wie mit normalen Menschen unterhalten, auch wenn die Gespräche in der Hektik vor und nach der Sendung nicht allzu lange dauerten." Ein großes Lob sprechen die Wills dem ZDF aus, dessen Betreuung optimal gewesen sei. "Man war gleich per Du, von Hierarchie-Grenzen und -Stufen konnte keine Rede sein. Wir gehörten zur großen Show-Familie dazu. "

Nun liegt das Hauptaugenmerk wieder auf der Großfamilie im Drei-Generationen-Haus in Volkartshain. Die, und viele Dorfbewohner außerdem,  müssen allerdings in Zukunft auf feucht-fröhliche Partys und flüssige Nahrung verzichten. "Für die Proben haben wir in diversen Übungseinheiten mit der Walze mindestens 200 Bierflaschen aufgemacht", sagt Reinhard Will.  "Der Inhalt wurde unter den Leuten verteilt. Das waren schon hochprozentige Sahnehäubchen."

Das Sahnehäubchen, eigentlich die ausgewachsene Sahnhaube-Sensation schlechthin, war jedoch der gleichermaßen überraschende wie überragende "Wetten dass...?"-Sieg mit der 50.000 Euro-Prämie. "Das Geld ist nicht das Entscheidende, eher ein positiver Nebeneffekt", sagen Annlena und Reinhard Will. "Einmalig war, wie wir aufgenommen und betreut wurden. Einmalig, wie wir mit Weltstars auf Du und Du sprechen konnten und auf Augenhöhe behandelt wurden. Einmalig die Reaktionen im Freudes- und Bekanntenkreis, wie unzählige Leute ausnahmslos ohne Neid mit uns gefiebert und die Daumen gedrückt haben. Das war ein außergewöhnliches Erlebnis, das wir unser Leben lang nie vergessen werden."

Und das einmalig bleiben soll. Und das wohl auch einmalig bleiben wird. Denn an weitere Wetteinsätze "ähnlich gelagerter Art" denken Annalena und Reinhard Will (vorerst) nicht...

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