Wichtiges Etappenziel erreicht

Richtfest des "NABU"-Hauses am "Roten Moor". Rohbau für ehemalige Jausenstation steht noch vor dem Winter.

Gersfeld. Am 28. November feierte die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe Richtfest beim Moorerlebniszentrum ‚NABU-Haus am Roten Moor‘. "Mit der Fertigstellung des Rohbaus noch vor dem Winter haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht", freute sich Hartmut Mai, Vorsitzender NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe. Die Investitionen für den Ausbau der ehemaligen Jausenstation zu einer Naturerlebnis- und Besuchereinrichtung mit Loipenhaus belaufen sich insgesamt auf 1,7 Mio Euro. In das Projekt fließt eine EU-Förderung von 350.000 Euro ein.

Die Erweiterung der Jausenstation, die künftig eine interaktive Moorausstellung beherbergt und das Angebot an Sitzplätzen im Gastraum von 40 auf etwa 70 erhöht, wurde in Holzrahmenbauweise errichtet und fügt sich als dreiteiliges Ensemble in die topografischen Gegebenheiten des Ortes ein. Der Neubau schließt sich in westlicher Richtung an den alten Bestand der Einrichtung an. "Die NABU-Stiftung hat bewusst eine Rhön-typische Bauweise gewählt, um den Erlebnischarakter des Moorzentrums zu betonen", erklärte Mai. Zudem sei eine energieeffiziente und umweltverträgliche Umsetzung des Projektes oberstes Gebot. Das neue Energiekonzept setzt auf die effiziente Nutzung regenerativer Energien. Dazu zählen eine Photovoltaikanlage, eine Holzpelletheizung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine vollbiologische Kläranlage mit angeschlossenem Schilfklärbecken vervollständigt den zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsansatz.

Die Nachhaltigkeit spielte auch bei der Auftragsvergabe eine große Rolle: "Soweit möglich, haben wir Betriebe aus der Region mit der Durchführung der Bauarbeiten betraut", erläuterte Mai. Auch das Holz für der Ausbau des NABU-Zentrums stamme aus der Rhön. Die Holzpelettheizung und die Photovoltaikanlage würden von einem Hersteller aus Hessen geliefert. Aus Brandschutzgründen müsse die Heizzentrale in einem Extragebäude fünf Meter abseits des Haupthauses eingerichtet werden. In den Folgemonaten erfolge nun der Innenausbau. "Wir möchten das neue Moorerlebniszentrum im Sommer 2015 eröffnen und den Gästen mit einer hundert Quadratmeter großen Moorausstellung die biologische Vielfalt des seltenen Lebensraums präsentieren", erklärte Mai.

Der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler hob die Bedeutung des NABU-Zentrums für die Bildungsarbeit im Naturschutz hervor. "Das NABU-Haus am Roten Moor möchte die Besucher das ganze Jahr über für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt der Moore sensibilisieren", erklärte der Biologe. Darüber hinaus solle auch der Zusammenhang von Moor- und Klimaschutz verdeutlicht werden. In der Jausenstation, die ein Partnerbetrieb des Biosphärenreservates ist, werde es zudem künftig eine große Auswahl an Rhönprodukten geben. "Da der Naturschutz beim täglichen Verhalten anfängt, ist es uns wichtig, den Besuchern des NABU-Haus am Roten Moor viele Erzeugnisse aus regionaler Herkunft anzubieten", so Eppler. Im Winter könne die Besuchereinrichtung, die auch als Skilanglaufzentrum fungiert, Wintersportler über eine naturverträgliche Ausübung ihres Sports informieren.

Hintergrundinformationen

Seit 2004 gibt es am Rande der Kernzone des Biosphärenreservats Rhön am Parkplatz ‚Moordorf‘ an der B 278 das ‚NABU-Haus am Roten Moor‘. In der Brotzeitstation mit regionaler Küche besteht für Moorbesucher, Wanderer, Radfahrer und Skiläufer die Möglichkeit, grundlegende Informationen zum Biosphärenreservat, zum Hochmoor und zur Region zu erhalten. Das NABU-Haus am Roten Moor hat in den letzten zehn Jahren eine zunehmende Bedeutung als Besucherlenkungs-, Informations- und Versorgungspunkt in der Tourismusregion Rhön erlangt. Die Gastronomie erweist sich als wichtiges Bindeglied zwischen den naturnah wirtschaftenden Landwirten im Schutzgebiet und den Gästen.Das NABU-Haus am Roten Moor liegt an mehreren markierten und teilweise zertifizierten Wandertouren. Auch das Radfahren hat in der Rhön Tradition und soll mit der Einrichtung einer E-Bike-Station weiter gefördert werden. Das NABU-Infozentrum ist ein wichtiges Anlaufziel für Mountainbiker. Im Winter fungiert die Einrichtung als vom Deutschen Skiverband zertifiziertes ‚Loipenzentrum Rotes Moor‘. Mit mehr als jährlich 35.000 Besuchern besteht für das NABU-Haus am Roten Moor ganzjährig eine hohe touristische Auslastung mit steigender Tendenz.Die bisherige Einrichtung konnte die gewachsenen touristischen Ansprüche und den gestiegenen Informationsbedarf nicht mehr zufrieden stellen. Das Informationsangebot, das sich bislang auf den engen Gastraum beschränkte, wird daher um eine erlebnisorientierte und frei zugängliche Moorausstellung erweitert. Sie soll die Besucher über das naturkundliche Alleinstellungsmerkmal des Roten Moores in der Tourismusregion Rhön informieren sowie auf die Bedeutung des Moores für den Klimaschutz und die biologische Vielfalt hinweisen. Zusätzlich wird die Gaststätte auf etwa 70 Sitzplätze erweitert.

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