Wie geht‘s dem Tourismus in der Barockstadt Fulda?

Der Fuldaer Schlossgarten.
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Der Fuldaer Schlossgarten.

Elisabeth Schrimpf, in Fulda verantwortlich, über Ideen, Mut und Engagement.

Fulda. Immer mehr ist der Tourismus in den vergangenen Jahren für Stadt und Kreis Fulda zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Zum Vergleich: 2019 gab es in Fulda fast 700?000 Übernachtungen bei rund 421.000 ankommenden Gästen. 2020 waren es vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nur rund 370.000 Übernachtungen und 213.000 Gästeankünfte, ein Minus von fast 50 Prozent. Im Landkreis Fulda lag das Minus bei 41,6 Prozent. Dass im vergangenen Jahr die Zahlen trotz aller Einschränkungen überhaupt so hoch waren, lag vor allem an den Sommermonaten, in denen der Inlandstourismus boomte.

Wie aber sieht es bislang für 2021 in der Stadt Fulda aus? Dies auch im Wissen um den wegen der anhaltenden Pandemie ausgefallenen „Hessentag“ und um den ins Jahr 2022 verschobenen „Musicalsommer“. „Fulda aktuell“ hat der Leiterin des „Tourismus- und Kongressmanagements, Elisabeth Schrimpf, über die Pressestelle der Stadt Fragen zukommen lassen.

FULDA AKTUELL: Lässt sich jetzt schon ein erstes Fazit des Tourismusjahres 2021 ziehen?

SCHRIMPF Für eine Beurteilung des Jahres 2021 ist es noch zu früh, da noch viele attraktive Veranstaltungen in Fulda stattfinden werden. Nach einem verhaltenen Re-Start sind lediglich einzelne Einblicke in die Bereiche möglich:

Touristische Übernachtungen sind in Fulda erst seit dem 28. Mai 2021 wieder erlaubt. Laut dem Hessischen Landesamt für Statistik gibt es nur marginale Veränderungen bei Übernachtungszahlen Zahlen nur bis Mai 2021). Die Hotelbranche in Fulda ist zurzeit an Wochenenden gut ausgelastet, unter den Gästen befinden sich auch Touristen aus dem Ausland. Führungen dürfen wir seit dem 7. Juni 2021 wieder anbieten, und diese werden auch im Tourismusbüro sehr häufig gebucht.

FA: Kann man prozentual die Einbußen beziffern, die durch die Absage „Hessentag“ und die Verschiebung „Musicalsommer“ entstanden sind?

Schöne Ecken und mitunter ungewöhnliche Perspektiven – all‘ das bietet Fulda: Blick auf den „Hexenturm“ und im Hintergrund auf den Dom.

SCHRIMPF: Konkrete Zahlen sind in diesem Zusammenhang schwierig zu nennen. Doch die Stadt Fulda hat für diesen Sommer eine Vielzahl von Veranstaltungen organisiert, die für eine Belebung der Innenstadt sorgen. So werten die Veranstaltungsreihen „Kultur. Findet. Stadt“, die Genusswochen sowie das Weinfest den Veranstaltungskalender Fuldas auf und ziehen über den kompletten Sommer Touristen an. Hinzu kommen eine Vielzahl an kleineren Aktionen in der Innenstadt wie der Stadtstrand oder die Spiel-mich-Klaviere, die für eine lebendige und attraktive Atmosphäre in der Innenstadt sorgen.

Rund 90 Prozent der Gäste, die Musical-Pauschalen für 2021 gebucht hatten, haben auf nächstes Jahr umgebucht. Mit einer besonderen Sommerpauschale 2022 bietet das Tourismus- und Kongressmanagement adäquaten Ersatz an und kann somit eine gewisse Sicherheit an die Kunden vermitteln. Darin beinhaltet ist eine kostenfreie Stornierung bis vier Werktage vor Anreise.

FA: Wie wichtig ist es, dass Geschäfte, gastronomische Einrichtungen und die Hotellerie wieder geöffnet haben?

SCHRIMPF: Das ist sehr wichtig, denn ohne das Angebot von Hotellerie und Gastronomie können keine touristischen Angebote gemacht werden.

FA: Gibt es eine Statistik, wie lange gegenwärtig die Touristen in Fulda bleiben und woher diese kommen?

SCHRIMPF: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt laut Statistischem Landesamt Hessen von Januar bis Mai 2021 bei 2,2 Tagen.

FA: Wie viele Gästeführer sind aktuell im Einsatz und wie kommt die Reihe „Geführte Heimatliebe“ an?

SCHRIMPF: Es sind bereits wieder fast alle Gästeführerinnen und -führer im Einsatz, derzeit etwa 50 bis 60 von insgesamt rund 70. Die Reihe „Heimatliebe“ wird erwartungsgemäß gut angenommen, wenn auch nicht ganz so gut wie im vergangenen Jahr, als sie zum ersten Mal angeboten wurde.

FA: Wie gestaltet sich der Austausch mit den zuständigen Stellen von Kreis, anderen Städten und Gemeinden?

SCHRIMPF: Mit der „Rhön GmbH“ erfolgt ein konstruktiver Austausch sowie eine regelmäßige Zusammenarbeit bei Projekten. Auch mit der „Hessen Agentur“ erfolgt ein regelmäßiger Austausch, da die Stadt Fulda auch hier in wichtigen Gremien präsent ist.

FA: Gibt es schon eine zeitliche Vorstellung davon, wann die „neue“ Tourist-Information ins „Palais Buttlar“ umziehen wird? Welche Erfahrungen sind mit dem gegenwärtigen „Provisorium“ am „Bonifatiusplatz“ gemacht worden?

SCHRIMPF: Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Lieferschwierigkeiten hat sich die geplante Fertigstellung der neuen Tourist-Information verzögert. Ein Umzug ist derzeit im letzten Quartal dieses Jahres vorgesehen. Jedoch hat sich der Container auf dem Bonifatiusplatz bewährt und stellt eine sehr gute Lösung bis zur Fertigstellung der endgültigen Räumlichkeiten dar. Durch die Verglasung ist die temporäre Tourist-Information ein heller und freundlicher Ort und wird gut angenommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tourist-Information sind hoch engagiert, und so können wir auch unter Corona-Bedingungen den Gästen unseren gewohnt guten Service anbieten.

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