Wieder Klagen über mangelnde Zustellung in Fulda: Stadt und Post schalten sich ein

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Das Fähnchen bleibt unten - wieder keine Post!

In der kommenden Woche soll es einen Ortstermin mit dem Fuldaer Postbetriebsleiter geben

Fulda - Die Postzustellung in der Region, und hier ganz besonders in der Stadt Fulda, ist vielen Bürgern erneut ein Ärgernis. Dies belegen unter anderem auch Reaktionen erzürnter „Fulda aktuell“-Leser. Bereits im Herbst hatte das Thema für Diskussionen gesorgt. Nun hat sich auch die Stadt eingeschaltet, wie auf Anfrage Magistratssprecher Johannes Heller mitteilt. Stellung genommen hat am Donnerstag gegenüber unserer Redaktion auch Thomas Kutsch, in Frankfurt/Main Pressesprecher der „Deutschen Post DHL Group“.

Die Stadt Fulda ist vor dem Hintergrund aktiv geworden, weil der Stadtverwaltung „nach den massiven Problemen mit der Postzustellung im vergangenen Herbst in jüngerer Zeit wieder vereinzelt Beschwerden zugetragen worden sind“. So habe es offenbar erhebliche Verzögerungen bei der Zustellung von Briefen gegeben, die vom Ortsvorsteher von Johannesberg per Post an Bürger des Stadtteils zugestellt werden sollten.

Heller: „Die Poststelle der Stadt Fulda hatte zuletzt an zwei Freitagnachmittagen in Folge das Problem, dass der von der Post beauftragte Dienstleister für den Post-Abholservice nicht erschienen ist und die Post entsprechend bis zum Montag liegengeblieben ist“. Die Stadt habe sich daraufhin bereits an die Verantwortlichen der Post gewandt und die Fälle angesprochen. Mit dem Postbetriebsleiter in Fulda sei für die kommende Woche ein Ortstermin vereinbart worden.

Die Verantwortlichen bei der Post hätten der Stadt gegenüber eine rasche Klärung der Ursachen für Verzögerungen sowie die Behebung der Probleme zugesagt. Heller abschließend zu „Fulda aktuell“: „Grundsätzlich beobachtet die Stadt seit geraumer Zeit, dass insbesondere dort, wo Fristen eingehalten werden müssen (wie bei der Post für die Vergabestelle), die Unternehmen oder Bürger ihre Post immer häufiger persönlich abgeben oder per Einschreiben beziehungsweise Express schicken“.„

"Vielfältige Ursachen“

Wie Postsprecher Kutsch in seiner Stellungnahme an „Fulda aktuell“ unter anderem schreibt, „können die konkreten Ursachen der Verzögerungen in der Briefzustellung vielfältige Ursachen haben und sind nicht immer nur auf die Zustellung vor Ort in Fulda zurückzuführen“. Sei es, dass Zuführungen zu den jeweiligen Eingangs- und Ausgangsbriefzenten verzögert abgelaufen sind, sei es, dass witterungsbedingt Zuführungen zu den jeweiligen Zustellstützpunkten verspätet eintrafen, Leerungszeiten beim Briefeinwurf in Briefkästen schon überschritten waren, oder auch krankheitsbedingt ein Zustellbezirk von einem erkrankten Kollegen auf eine Vertretungskraft übertragen werden musste. Dies sei unter anderem in Johannesberg am 31. Dezember der Fall gewesen.

Fest stehe allerdings, dass die Post vor Weihnachten sowohl in Fulda als auch bundesweit massiv Personal verstärkt habe. Bundesweit seien mehr als 10.000 zusätzliche Kräfte eingesetzt worden. In Fulda waren es laut Kutsch weit über 20. Vor Weihnachten würden, wie in all den Jahren zuvor, deutlich mehr Sendungen zugestellt. Dies bedeute natürlich auch, dass die Postboten unter allerhöchsten körperlichen Anforderungen diesen verantwortungsvollen Job erledigten und dies nach bestem Wissen und Gewissen.

Kutsch: „Dennoch sind Fehler, wie Menschen sie nun einmal machen, nicht ausgeschlossen“. Der Postsprecher entschuldigt sich dennoch „ausdrücklich für jede zeitverzögert zugestellte Postsendung, weil es der Anspruch unseres Unternehmens ist, immer die beste Qualität abzuliefern, auch wenn sich dadurch kein Haftungsanspruch seitens des Kunden ableiten lässt“.

Weiter schreibt Kutsch: „Kein Brief geht bei uns – im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern – verloren.“ In Marburg/Lahn gebe es das Servicecenter Briefermittlung der „Deutschen Post“, die einzige Stelle dieser Art bundesweit. In dem Center arbeiteten insgesamt rund 200 Mitarbeiter, deren Schwerpunkt in der Bearbeitung „unanbringlicher Sendungen“ liege. Pro Tag gingen dort bis zu 16.000-Brief-Sendungen sowie zwischen 1.800 und 2.000 „herrenlose“ Fund-Gegenstände ein.

Auch der SPD-Stadtverband Fulda hat die Thematik aufgegriffen und schreibt von einem Zustand, der „schlicht und ergreifend skandalös“ sei. Der stellvertretende Vorsitzender Hans-Joachim Tritschler: „Es ist schon mehr als ärgerlich, wenn die Weihnachtspost erst nach dem Fest eintrifft, obwohl sie laut Poststempel frühzeitig verschickt wurde“.

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