Wiederaufnahme "Titanic": Neun neue Darsteller mit an Bord

"Titanic"-Wiederaufnahme am 13. Juli bei den "Bad Hersfelder Festspielen".
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"Titanic"-Wiederaufnahme am 13. Juli bei den "Bad Hersfelder Festspielen".

Bei den Bad Hersfelder Festspielen feiert das Musical "Titanic" am 13. Juli Premiere. Wir sprachen mit Regisseur Stefan Huber über die Wiederaufnahme mit neuen Darstellern.

Bad Hersfeld - „Da musst du noch etwas mehr Ausdruck hineinbringen.“ So oder ähnlich gibt Regisseur Stefan Huber seinen Darstellungen Hinweise, wenn eine Szene geprobt wird. Der gebürtige Schweizer inszeniert mit „Titanic“ das dritte Musical bei den „Bad Hersfelder Festspielen“. In diesem Jahr steht es erneut auf dem Spielplan, und der Kartenvorverkauf zeigt, dass die Begeisterung für das Stück ungebrochen ist.

 „Die Stiftsruine ist ein archaischer Raum. Eine Schiffskatastrophe in einem ehemaligen Kirchenschiff zu inszenieren, bietet viele Möglichkeiten“, sagt Huber im Gespräch mit „Fulda aktuell“. „Titanic“ sei ein explizites Ensemblestück, das mit vielen Ebenen wirkt. Die Herausforderung sei es, die von Komponist Maury Yeston und Texter Peter Stone vorgesehenen Einzelschicksale zu beleuchten. „Denn was am Ende passiert, weiß jeder“, so der Regisseur.

Aktuell wie damals

Das Thema Emigration beziehungsweise Immigration sei heute genauso aktuell wie 1912, als viele Menschen ihr Glück in Amerika suchten – und beim Untergang der „Titanic“ ihr Leben verloren. „Es war und ist die Sehnsucht nach neuen Verhältnissen“, so Huber. Auch die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten von den reisenden Millionären bis zu den Dritte-Klasse-Passagieren zeige, dass sich zur Gegenwart nicht viel geändert habe: „Es ist eine Gesellschaft, die blindlings auf eine Katastrophe zusteuert. Es ist der falsche Glaube der Menschen, mit Intellekt und Technik die Probleme der Welt lösen zu können“, erläutert der Regisseur

 Es sei eine Herausforderung, auf der großen Bühne den Focus auf die jeweils handelnden Personen zu setzen und den Blick des Zuschauers zu führen, so der Theaterspezialist. Man könne mit Licht viel erreichen, aber immerhin stünden oft 37 Darsteller auf der Bühne.

Preisträger im Ensemble

Zum „Titanic“-Ensemble in diesem Jahr gehören neun neue Mitglieder, da die anderen aus terminlichen Gründen nicht mehr nach Bad Hersfeld kommen konnten. „Wir haben eine Woche lang nur mit den Neuen gearbeitet“, sagt Huber. „Es ist enorm, was die Leute, die frisch von der Schauspielausbildung kommen, bereits mitbringen“, freut sich der Regisseur. Ein Beispiel dafür sei Markus Fetter, der Preisträger des „Bundesgesangswettbewerbs“ . Er singt den Funker Harold Bride.

Zwei weitere der neuen Musicaldarsteller sind ebenfalls Preisträger dieses Wettbewerbs. „Alle neuen Darsteller hatten sich wahnsinnig gut vorbereitet“, so der Regisseur. Eine weitere Hauptrolle, die 2018 neu besetzt ist, ist Ansgar Schäfer als J. Bruce Ismay. Schäfer spielte unter anderen bei „Anatevka“ in Bad Hersfeld und als „Ibn Sina“ bei „Der Medicus“ in Fulda mit.

Dritte Inszenierung in Bad Hersfeld

Stefan Huber inszenierte in der Festspielstadt – und unter dem dritten Intendanten. Holk Freytag holte ihn zum ersten Mal, dann Dieter Wedel und nun ist Joern Hinkel Intendant. „Egal mit wem – wir haben immer recht autark gearbeitet“, sagt Huber.

Sollte er erneut gefragt werden, würde er gerne wieder auf der Stiftsruinenbühne inszenieren. „Something rotten!“ oder „The Light in the Piazza“ seien zwei Musicals, die er sich in der Stiftsruine gut vorstellen könnte. Eine Einzigartigkeit lobt Huber bei den „Bad Hersfelder Festspielen“ besonders: das Live-Orchester unter der Leitung von Christoph Wohlleben. Auch die Zusammenarbeit mit dem gesamten „Titanic“-Team sei „wunderbar“.

Und so wird die „Titanic“ ab dem 13. Juli wieder musikalisch dem Untergang entgegensteuern. Weitere Informationen gibt es unter www.bad-hersfelder-festspiele.de . Wer noch Tickets haben möchte, muss sich beeilen, denn laut Festspielverwaltung sind nur noch wenige Restkarten verfügbar.

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