Wildwechsel: Besondere Vorsicht in der Dämmerung auf Osthessens Straßen

Im Herbst sind immer wieder Rehe, Wildschweine und andere Tiere auf den Straßen unterwegs. Die Polizei Osthessen gibt Tipps für Autofahrer.

Osthessen - Es passiert schneller, als man gucken kann: Ein Reh oder Wildschwein läuft vor dem Auto über die Fahrbahn, eine Kollision ist nicht mehr zu vermeiden. Wildunfälle sind jedes Jahr wieder vor allem im Herbst ein Thema, das viele Verkehrsteilnehmer betrifft.

Auf dem Weg zur Arbeit, zu Erledigungen oder freitags nach Veranstaltungen führt in Osthessen oft durch Waldstücke. Wenn bekannt ist, dass dort oft Wild über die Fahrbahn läuft, ist das bereits durch entsprechende Schilder gekennzeichnet und mahnt Autofahrer zur Vorsicht.

„Fulda aktuell“ sprach mit Dominik Möller, dem Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen über die Thematik. „Viele Arten wie beispielsweise das Reh sind besonders während der Morgen- und Abenddämmerung aktiv“, so Möller. Allerdings seien heutzutage auch viele Berufspendler in der Dämmerung unterwegs. „Daher steigt das Unfallrisiko für Mensch und Tier besonders im Frühjahr oder Herbst, wenn die Tage kürzer sind, merklich an – auch auf den osthessischen Straßen“, sagt er. Im Jahr 2018 hat es laut polizeilicher Statistik im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Osthessen 2.887 Wildunfälle gegeben.

Laut Möller bevorzugen viele Wildtiere abwechslungsreiche Landschaften mit Feld, Wald, Wiesen und Wasser. „Daher sind Straßen, die durch Wälder führen oder an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern liegen, besonders unfallträchtig“, sagt der Pressesprecher. Ein besonders „anfälliger“ Streckenabschnitt sei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Osthessen jedoch nicht bekannt.

Wer trotz aller Vorsicht in einen Wildunfall verwickelt wird, sollte laut Polizei folgendes tun:

• Kontrolliert anhalten, Ruhe bewahren

• Unfallstelle sichern (Warnblinker und Warndreieck), Warnweste anlegen, bei Personenschäden Erste Hilfe leisten und ggf. Rettungsdienst verständigen (Notruf 112)

• Totes Tier mit Handschuhen von der Fahrbahn entfernen oder mit Warnweste/-dreieck kenntlich machen. Dabei Gefährdung durch Straßenverkehr vermeiden. Verletzte Tiere nicht anfassen, denn es besteht Verletzungsgefahr.

• Standort bestimmen

• Polizei oder Jagdausübungsberechtigen (sofern bekannt)benachrichtigen und Wildunfall melden

• Unfälle immer melden, selbst wenn kein sichtbarer Schaden entstanden ist. „Markieren Sie die Unfallstelle am Fahrbahnrand, damit Jäger geflüchtetes Wild mit speziell ausgebildeten Hunden nachsuchen können“, so Möller. „Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer müssen auch bei Wildunfällen ihren Pflichten gemäß § 34 Abs. 1 StVO nachkommen“, sagt er.

Laut Möller werden per Rundfunk im Falle eines Falles Warnmeldungen wegen Wild-Sichtungen auf Bundesautobahnen gegeben. Aus Bundes-, Land- und Kreisstraßen sei das allerdings eher seltener der Fall.

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