Dr. Wingenfeld: Deponien verstärkt als Energieträger nutzen

Fulda/Kalbach. Der Landkreis Fulda mchte ein umweltpolitisches Zeichen geben, das den hohen Stellenwert unterstreichen soll, den die Frder

Fulda/Kalbach. Der Landkreis Fulda mchte ein umweltpolitisches Zeichen geben, das den hohen Stellenwert unterstreichen soll, den die Frderung regenerativer Energien in der Kreispolitik geniet.

In dieser Zielsetzung waren sich die Mitglieder einer Sitzung des Ausschusses fr Umwelt und Landwirtschaft einig, in der Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld grundstzliche berlegungen zur Errichtung einer groflchigen Fotovoltaik-Anlage auf dem Gelnde der Kreisabfalldeponie in Kalbach vorstellte.

Der Kreisabfalldezernent begrte zu dem entsprechenden Tagungsordnungspunkt Geschftsfhrer Ludwig Montag von der SynEnergie. Das Unternehmen der WAG-Gruppe hat im Auftrag des Landkreises eine Studie erstellt, die der Frage nachgeht, ob eine solche Anlage auf der Kreisabfalldeponie technisch realisiert werden kann. Die Frage wird im Grundsatz bejaht, allerdings ist der eigentliche Deponiekrper hierfr insbesondere wegen der noch laufenden Setzungsvorgnge nicht oder nur stark eingeschrnkt nutzbar.

Als mglicher Standort kmen die Randzonen der Deponie in Frage. Dort knnten so genannte nachgefhrte Systeme installiert werden, die sich nach dem jeweiligen Stand der Sonne ausrichten. Jedoch wren die Renditeerwartungen eher bescheiden, wie die SynEnergie in eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ermittelt hat. Bei rund 55 Modulen mit einer Gesamtleistung von 357 Kilowatt lieen sich pro Jahr 460.000 Kilowattstunden an Sonnenenergie gewinnen, was einer CO2-Einsparung von 236.440 Kilo entspricht.

CO2-Einsparung

Fr eine Fotovoltaik-Anlage dieser Grenordnung mssten rund 1,88 Millionen Euro investiert werden. Die jhrlichen Kosten lgen bei 158.500 Euro. Insgesamt ergibt sich bei den derzeitigen Vergtungsstzen fr eingespeisten Strom ein Plus von knapp 5.000 Euro pro Jahr. Jedoch rt der Kreisabfalldezernent davon ab, dass der Landkreis selbst investiert. Dies sollte man lieber spezialisierten Unternehmen mit dem notwendigen Fachwissen berlassen, die damit auch das wirtschaftliche Risiko zu bernehmen htten.

Ergnzend wies Dr. Wingenfeld darauf hin, dass den Belangen des Landschaftsschutzes bei dem geplanten Projekt in besonderer Weise Rechnung tragen werde. Deshalb sei vorgesehen, die Fotovoltaik-Anlage auf einer Teilflche der Deponie zu installieren, die tiefer als die Umgebung lege und von auen nicht eingesehen werden knne. Grundstzlich vertritt der Erste Kreisbeigeordnete die Auffassung, dass wir Deponien in Zukunft verstrkt aus dem Blickwinkel als potentielle Energietrger betrachten mssen.

Landrat Bernd Woide lobte, dass es in der Region umweltbewusst handelnde Unternehmen gebe, die sich innovativen Projekten widmeten, auch wenn diese gegenwrtig nur bedingt wettbewerbsfhig seien. Bereits bei der Installierung von Solaranlagen auf der Wernher-von-Braun-Schule in Neuhof und der Ldertalschule in Groenlder habe der Landkreis Fulda erfolgreich mit der SynEnergie zusammengearbeitet. Mit der Errichtung einer Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach des Kreishauses setzen wir erneut ein Zeichen.

Fotovoltaik-Anlage

Die Mitglieder des Umweltausschusses zeigten sich von der errechneten schwarzen Null fr eine Fotovoltaik-Anlage auf der Kreisabfalldeponie etwas enttuscht. Bei einer Gesamtabwgung mssten aber auch der Beitrag der Solartechnik zum Klimaschutz und die positiven Effekte fr die regionale Wertschpfung in einer Zukunftsbranche mit bercksichtigt werden. Grundstzlich sei das Deponiegelnde ein gut geeigneter Standort. Deshalb will der Erste Kreisbeigeordnete jetzt in weitere Verhandlungen eintreten.

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