„Wir erwarten ein Signal“: Interview mit „Rhöner Charme“-Chef Andreas Rau

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Andreas Rau ist Inhaber des „Fuldaer Hauses“ auf der Maulkuppe und Vorsitzender des „Rhöner Charme“. Im Interview spricht er darüber, was die Coronakrise für sein Restaurant und die hiesige Gastronomie bedeutet.

Wie viele andere Gastwirt auch ist Andreas Rau mit seinem "Fuldaer Haus" ebenfalls von der Coronakrise betroffen. Wir sprachen mit ihm als Vorsitzender der Gastwirte-Vereinigung "Rhöner Charme".

Rhön - Durch die Coronakrise und die geschlossenen Restaurants, Gaststätte und Hotels leiden deren Betreiber unter Einnahme-Einbußen. Andreas Rau betreibt das „Fuldaer Haus“ auf der Maulkuppe und ist Vorsitzender der Wirtevereinigung „Rhöner Charme“. „Fulda aktuell“ sprach mit ihm über die Situation der Gastwirte in der Region.

Fulda aktuell: Wie läuft der Abholservice am „Fuldaer Haus“ und wie können Sie die Einnahmeausfälle kompensieren?

Andreas Rau:Unser Abholservice läuft durchwachsen, aber wir halten an den Öffnungs- und Abholzeiten von Freitag bis Sonntag fest, geschuldet durch unsere abgelegen Lage ist es natürlich schwierig die ganze Woche geöffnet zu haben, weil unter der Woche wenig Gäste bei uns unterwegs sind. Die Einnahmeausfälle kompensieren wir zum Teil durch Abholservice, Kurzarbeit und Soforthilfe.

 

FA: Halten Sie es für „gerecht“, dass kleinere Geschäfte wieder öffnen dürfen, Restaurants aber geschlossen bleiben müssen?

Rau:Es wäre schön gewesen, wenn die Regierung der Gastronomie ein Signal gegeben hätte, wie es schrittweise wieder in Richtung Normalität aussehen könnte. Dies wurde leider bei der letzten Regierungserklärung versäumt.

 

FA: Wie lange können Sie auf diese Weise das Geschäft noch aufrecht erhalten?

Rau:Dies ist schwierig zu beantworten, weil wir keine aussagekräftige Information haben wie lange die Schließungen noch Bestand haben. Ich hoffe, dass es ab 4. Mai eine Lockerung für die Gastronomie gibt.

 

FA: Inwieweit sind Sie vom Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August beim Thema Catering betroffen?

Rau:Wir hier eigentlich nicht, aber es ist eine Katastrophe für alle Caterer.

FA: Welche Initiativen der Mitgliedsbetriebe des „Rhöner Charme“ gibt es, um die Coronakrise zu überstehen?

Rau:Für jedes Mitglied ist es ein Kampf ums Überleben. Wir können nur durch Abholservice, Lieferservice oder Take-away-Fenster versuchen, die Verluste so gering wie möglich zu halten, was aber sehr schwierig ist.

 

FA: Was bedeutet die Coronakrise für die Gastronomie und Hotellerie in der Rhön?

Rau:Für die Gastronomie ist es wie ein Schlag ins Gesicht. Wir hätten bei diesem schönem Wetter der letzten Wochen ein tolles Ostergeschäft mit vielen Ausflüglern und Feriengästen gehabt, was natürlich viele schmerzt. Aber wir sind guter Dinge und werden in Zusammenarbeit mit der „Dehoga“ und dem „Köcheverein“ alles versuchen, der Gastronomie in Stadt und Land Fulda-Rhön Möglichkeiten zu schaffen, diese Krise zu überstehen.

 

FA: Wann hoffen Sie, dass der „normale“ Betrieb in den Rhöner Restaurants wieder aufgenommen werden kann?

Rau:Das liegt leider nicht in unseren Händen, aber es gibt Argumentationspapiere und Rettungspaket-Vorschläge für das Gastgewerbe durch die „Dehoga“, die der Regierung vorliegen, wie so etwas aussehen könnte.

 

FA: Gibt es staatliche Hilfen für betroffene Gastwirte?

Rau:Ja, da wären Betriebskostenentlastung durch Kurzarbeitergeld, Soforthilfe vom Staat und günstige Darlehen von verschiedenen staatlichen Stellen.

Wichtiger hier wäre auch eine klare Ansage der Regierung, wann es für die Gastronomie weiter gehen kann. Die Herabsetzung der Mehrwertsteuer für Speisenverkauf auf sieben Prozent, um auch für die Zeit danach eine Unterstützung zu gewährleisten, ist zum Glück beschlossen worden. Denn den verloren Umsatz können wir nicht aufholen. Aber jetzt ist die Saison, um auch Rücklagen für den Winter zu generieren.

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