Wirbel um "Bibliothek Kloster Frauenberg" in Fulda

Wertvolle Buchbestände an Antiquariat nahe Leipzig verkauft / Bistum Fulda nimmt Stellung

Fulda - Für viel öffentliche Diskussionen sorgt  seit Kurzem die Tatsache, dass die fast 400 Jahre alte "Bibliothek Kloster Frauenberg" in Fulda an ein Antiquariat bei Leipzig verkauft worden ist. Nun hat das Bistum Fulda Stellung bezogen.

Danach ist die "Bibliothek Kloster Frauenberg"  seit vielen Jahren Thema mehrerer Gespräche zwischen der Deutschen Franziskanerprovinz, der "antonius"-Stiftung und dem Bistum Fulda. Die Deutsche Franziskanerprovinz mit Sitz in München sei sich ihrer kulturellen Verantwortung für wertvolle Buchbestände in ihren Bibliotheken bewusst. "Sie sieht sich allerdings - mit Blick auf Personal, Finanzen und Räume - nicht mehr in der Lage, alle Bibliotheksstandorte und den gesamten Buchbestand selbst zu erhalten". Darüber hinaus seien die Bibliotheksräume Bestandteil der vertraglichen Verpflichtungen zwischen „antonius“ und den Franziskanern gewesen. Deshalb wurde für die "Bibliothek Frauenberg" in Fulda eine Zukunftslösung gesucht, die den Orden entlastet und zugleich das kostbare Erbe der Vergangenheit sichert. Dabei habe das Bistum Fulda den Orden aktiv unterstützt.

So seien die bedeutendsten Handschriften, Rara und Inkunabeln der ehemaligen Provinz- und Studienbibliothek der Thüringischen Franziskanerprovinz auf dem Frauenberg als Dauerleihgabe von der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Fulda übernommen worden. Für die Bibliothek wurde die Ideallösung favorisiert, sie an ihrem Standort zu belassen und als Außenmagazin der Seminarbibliothek zu betreuen. Auch die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Fulda könne künftig nicht ständig in dem Sinne wachsen, dass sie komplette weitere Buchbestände (etwa aus aufgelösten Klöstern oder Nachlässen von Priestern) übernimmt. Diese Problematik stelle sich deutschlandweit.

"Als Alternative wurde daher eine Übernahme aller Drucke bis zum Jahr 1850, aller Bestände zur franziskanischen Geschichte („Franciscana“), aller Bestände zur Fuldaer Geschichte („Fuldensia“) in Aussicht gestellt. Die Verkaufabsicht war bisher nicht Bestandteil der Gespräche. Weitere kostbare Buchbestände aus dem Orden und der Region ("Francisana" und "Fuldensia") sind nach wie vor auf dem Frauenberg untergebracht".

So stelle sich die Herausforderung, Perspektiven zu erarbeiten, wie sich die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Fulda in Zukunft bedarfsgerecht weiterentwickeln und stärker fokussieren könne -  auch mit Blick auf die Veränderungen bei der Theologischen Fakultät Fulda. Was zunächst als Funktions- und Traditionsverlust wahrgenommen wird, könnte so innovative Entwicklungen möglich machen. Hinzu komme die Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel (EKS), mit der Fulda und Petersberg "Orte der karolingischen Bildungsreform“ ins Blickfeld rücken.

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