Wird das Wasser knapp?

Wird das Wasser in der Region knapp?
+
Wird das Wasser in der Region knapp?

Insgesamt ist Deutschland ein wasserreiches Land, aber in einigen Regionen wird angesichts der Folgen des Klimawandels das Wasser knapp. Wie sieht die Lage in der Region aus? Die „Rhön Energie Fulda” und die „Schutzgemeinschaft Vogelsberg” geben Einblicke in die Wassersituation in Fulda und Vogelsberg.

Fulda. Wenn die Temperaturen steigen, werden in einigen Regionen Spitzenwerte beim Trinkwasserverbrauch erreicht: Da muss der Rasen bewässert werden, damit er nicht austrocknet. Außerdem wird zur Abkühlung noch ein Pool aufgestellt, und in der Stadt genießt man das Plätschern der Brunnen. Wird da nicht zu leichsinnig mit dem Wasser umgegangen?

FULDA AKTUELL hat mit der Pressestelle der „RhönEnergie Fulda“ und der „Schutzgemeinschaft Vogelsberg“ (SGV) über das Thema Wasserverschwendung gesprochen.

Mit etwa 107 Litern liege der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser im Netzgebiet der „RhönEnergie Fulda-Gruppe“ deutlich unter dem Bundesschnitt (zirka 125 Liter). „Wie überall im Lande wird von dieser Menge nur ein sehr geringer Teil tatsächlich zum Trinken und zur Essenszubereitung benötigt. Das weitaus meiste Trinkwasser wird für die Toilettenspülung, Baden, Duschen sowie für Reinigungsarbeiten (Wäsche, Spülmaschine) verbraucht. Vor 30 Jahren betrug der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland übrigens noch zirka 147 Liter“, so die Pressestelle der „RhönEnergie Fulda“: „An heißen Tagen lässt sich in der Tat ein erhöhter Wasserverbrauch feststellen, doch unser Versorgungssystem ist auf solche Schwankungen eingestellt. Der Wasserverbrauch unserer Kunden wird nicht kontrolliert, sondern lediglich für Abrechnungszwecke per Wasseruhr dokumentiert.

Wenn in unserem Netzgebiet im Sommer kleinere Gartenpools (drei bis vier Kubikmeter) befüllt werden, ist das in der Summe keine problematische Zusatzbelastung. Das Netz gibt das her.

Anders kann es sein, wenn jemand einen großen Swimming Pool per Standrohr füllt. In ländlichen Gemeinden oder in Wohngebieten am Ortsrand, in denen das Wasser aus kleineren dezentralen Hochbehältern entnommen wird, kann ein einzelner Befüller den Füllstand des örtlichen Hochbehälters signifikant verringern. Im Zweifel rückt sogar ein Störungsdienst aus, weil ein unerwarteter Druckabfall in der örtlichen Wasserleitung festgestellt wird.“

Vor diesem Hintergrund bittet die „RhönEnergie Fulda“ darum die Füllung von Pools per Standrohr beim Mieten des Standrohrs anzumelden.

Die Füllstände der Tiefbrunnen sein in den beiden heißen Sommern der Vorjahre gesunken und haben sich auch über den Jahreswechsel nicht erholt. „Trinkwasser ist und bleibt eine kostbare Ressource. Deshalb ist es wichtig, dass die Verbraucher, gerade in der warmen Jahreszeit, sparsam damit umgehen – insbesondere was die Verwendung für Rasen und Garten angeht. So spart man im übrigen auch doppelt Kosten – für Trinkwasser und Abwasser“, so die „Rhön Energie Fulda“.

Die „SGV“ vertritt eine andere Sicht der Dinge. Die Schutzgemeinschaft wurde vor über 30 Jahren zum Schutz des Grundwassers, der Gewässer und der wasserabhängigen Biotope des Naturraums Vogelsberg gegründet. Sie arbeitet ehrenamtlich und ist als gemeinnütziger Verein klageberechtigter Naturschutzverband. Sie ist aufgrund des massiven Grundwasserraubbaus der davorliegenden 30 Jahre entstanden, und hat zwei Landkreise, über 25 Kommunen sowie etliche Vereine, Verbände und Einzelpersonen als Mitglieder. Sie kontrollieren das Einhalten der umweltschonenden Grundwassergewinnung durch das sorgfältige Auswerten der wasserwirtschaftlichen Jahresberichte und sonstiger Unterlagen der Wasserwerke.

FULDA AKTUELL: In welchen Bereichen kontrollieren Sie die Wassergewinnung?

SGV: In allen 13 Wasserwerken der Region, die an den Versorgungsverbund Rhein-Main angeschlossen sind.

FA: Glauben Sie, dass die Region Wasser verschwendet?

SGV: Ja. Eine Kultur des Wassersparens gibt es in Hessen so gut wie nicht.

FA: Wie sollten sich Verbraucher verhalten? Was könnten Sie besser machen?

SGV: Für Wassersparen allgemein gibt es haufenweise Tipps zum Beispiel. der Verbraucherzentralen, des „Umweltzentrums Fulda“. Verbraucher sollten sich daran halten und unnötigen Trinkwasserverbrauch vermeiden. Fast noch wichtiger ist der Aufbau einer Infrastruktur für Trinkwasserersetzen durch Nicht-Trinkwasser. Hier sind die Kommunen gefordert, in ihren Ortsnetzen entsprechende Verordnungen zu erlassen und umzusetzen.

Weiter verwies das „SGV“ auf die Homepage des „Umweltzentrums Fulda“ auf dieser heißt es: „Nicht nur durch Duschen, Toilettengänge, Putzen oder Trinken nutzen wir täglich Wasser - pro Kopf etwa 125 Liter am Tag. Auch für die Herstellung unserer Produkte wird Wasser benötigt. Für dieses Wasser, was nicht direkt im Produkt enthalten ist, wurde der Begriff „Virtuelles Wasser“ eingeführt.

Besonders in unseren Lebensmitteln ist viel Virtuelles Wasser versteckt. Rechnet man zusammen, was wir an einem Tag konsumieren, kommt jeder Deutsche auf eine tatsächliche Wassernutzung von 4000 bis 5000 Liter.“

Auch im Leitbild des „Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, landwirtschaft und Verbraucherschutz“ heißt es: „Wasser ist mehr als nur ein Rohstoff. es ist die Quelle allen Lebens. Ohne Wasser könnte die Welt, wie wir sie kennnen, nicht existieren. Es ist daher unsere Aufgabe mit diesem wervollen Gut verantowrtungsbewusst und achtsam umzugehen. Nicht nur für kommende Generationen, sondern auch um seiner selbst willen, den Wasser ist nicht eigentumsfähig.“

Weitere Tipps

Mit ein paar Tricks und Kniffen können Verbraucher der Wasserverschwendung im Haushalt schnell einen Riegel vorschieben. Hier einige Beispiele der „Verbraucherzentrale“:

Duschen statt baden: Das allein spart im Durchschnitt jeweils 100 Liter Wasser. Tägliches Duschen ist aus hygienischen Gründen nicht notwendig und strapaziert zudem die Haut. Jeden zweiten Tag zu duschen, reicht vollkommen aus und spart übers Jahr eine Menge Geld.

Wäsche waschen: Nur volle Maschinen in Gang setzen, auf Vorwäsche verzichten und beim Neukauf auf niedrige Verbrauchswerte achten - also nicht mehr als 10 bis 12 Liter pro Kilo Wäsche.

Rasensprengen: Dies ist nur bei extremer Trockenheit nötig. Es sollte ausschließlich morgens oder abends geschehen, um die Verdunstung zu reduzieren. Wer eine Regentonne aufstellt, hat außerdem kostenloses Gießwasser zur Hand.

Nutzung von Regenwasser und Grauwasser: Als Grauwasser bezeichnet man den Teil des häuslichen Abwassers, der durch Baden, Duschen oder Waschen entsteht. Durch spezielle Grauwasseranlagen gereinigt eignet es sich beispielsweise für die Toilettenspülung, Waschmaschine oder Gartenbewässerung. Auch Wasser aus Regenwasserzisternen ist für diese Zwecke nutzbar. Grauwassergewinnungsanlagen benötigen Platz, eine Speicheranlage und ein eigenes Rohrnetz.

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Verwaltungsgericht lehnt Antrag gegen Quarantäne ab
Fulda

Verwaltungsgericht lehnt Antrag gegen Quarantäne ab

Das Verwaltungsgericht Kassel hat den Antrag gegen eine Quarantäneverfügung des Landkreises Fulda für einen Grundschüler abgelehnt. Die Eltern des Kindes hatten mit …
Verwaltungsgericht lehnt Antrag gegen Quarantäne ab
19-Jährige stirbt nach Motorradunfall
Fulda

19-Jährige stirbt nach Motorradunfall

Junge Frau war am Sonntagabend im Vogelsbergkreis verunglückt
19-Jährige stirbt nach Motorradunfall
Am 8. August: „DMV-Classic-Tour“
Fulda

Am 8. August: „DMV-Classic-Tour“

„MSC Fulda“ lädt zur 21. Ausfahrt von Young- und Oldtimern ein / Voranmeldung bis 2. August
Am 8. August: „DMV-Classic-Tour“
Hochwasserkatastrophe auch in unserer Region möglich?
Fulda

Hochwasserkatastrophe auch in unserer Region möglich?

FULDA AKTUELL befragte den FFH-Wetterexperten Dr. Martin Gudd zum Thema Wetter und Hochwasser in Osthessen.
Hochwasserkatastrophe auch in unserer Region möglich?

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.