Wird Fulda zu „Greenfood“-Region?

Martina Lewinski Fulda aktuell Volontärin) im Gespräch mit Christoph Jestädt LIEBER SCHORLI), Sabine Steinbeck Business Coach, Buchautorin) und Michél Günther Die Eisheiligen) von links).
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Martina Lewinski Fulda aktuell Volontärin) im Gespräch mit Christoph Jestädt LIEBER SCHORLI), Sabine Steinbeck Business Coach, Buchautorin) und Michél Günther Die Eisheiligen) von links).

Gemeinsam für die Zukunft: „foodies mit Haltung“.

Fulda. Sie wollen ein Vorbild für andere Branchen und Regionen sein und aus Fulda eine „Greenfood“-Region machen. FULDA AKTUELL hat das Team „foodies mit Haltung“ zu einem Redaktionsgespräch eingeladen, um mehr über das Konzept und zukünftige Pläne zu erfahren. „Wir wollen zeigen, was möglich ist, wenn man gemeinsam, also die Gesellschaft, die Wissenschaft, die Unternehmen und auch die Politik, nachhaltige Ziele definiert und angeht.“ sagt Michél Günther von den „Eisheiligen“. Gesellschafter von „foodies mit Haltung“ sind vier Unternehmer aus der Region, die insbesondere in dem Bereich „Food“ und Gastronomie ihre Expertise haben.

Michél Günther, Heiko Reinholz von „Reinholz Kaffeerösterei“ und Christoph Jestädt von „LIEBER SCHORLI“ haben mit ihren Unternehmen bereits die Startup-Phase erfolgreich gemeistert. Sie haben mit ihren Produkten sowohl die Gastronomie als auch den Lebensmitteleinzelhandel erreicht. Und auch die Buchautorin Sabine Steinbeck verfügt über langjährige gastronomische Erfahrung. Heute berät und unterstützt sie das Gastgewerbe bei den Themen Nachhaltigkeit, Werte und Sinnhaftigkeit. Sie ist Geschäftsführerin des Unternehmens „foodies mit Haltung“ und veröffentlicht am 12. Oktober ihr Buch „Sterneleben“.

„Uns verbinden die Liebe zum Lebensmittel, die Kreativität und auch unsere Erfahrungen in der Branche. Uns geht es um Gesundheit, Nachhaltigkeit und Tier-Wohl“, erzählt Steinbeck über die Entstehung des Unternehmens. Sie alle wollen in der Region etwas verändern.

Die Aufgaben des Unternehmens „foodies mit Haltung“ sind vielseitig: Die vier Unternehmer kümmern sich um die Marktetablierung von neuen Produkten und Dienstleistungen, unterstützen Startups, auch mit der Option sich an diesen zu beteiligen und beraten Landwirte – wie diese aus ihrem Betrieb und ihren Produkten eine „Greenfood“-Marke machen können. Auch die Beratung von etablierten Firmen beim Wandel hin zu einem „Greenfood“- Unternehmen, gehören zu den Aufgaben. „Dabei wollen wir bewusst groß denken. Wir wollen, dass möglichst viele, gerne auch große Firmen aus der Lebensmittelbranche, hier ansässig sind und hier in der Region entstehen. Zum Beispiel: Neue nachhaltige Fastfood Ketten, nachhaltige Verpackungshersteller und nachhaltige Lebensmittelproduzenten“, so Jestädt.

Fulda habe viel Potential, sagt Günther: „Viele Unternehmen aus der Foodbranche sind schon vor Ort. Die ‚Hochschule Fulda‘ hat einen Schwerpunkt im Bereich Lebensmittel. Es gibt einige gute Verbände und Organisationen und es gibt in der Rhön, im Fuldaer Land und im Vogelsberg viele gute landwirtschaftliche Betriebe.“

„Unsere Vision ist es, in einer Welt zu leben, in der jeder dazu beiträgt, das Klima und die Umwelt zu schützen. In einer Welt, in der Fairness und Gerechtigkeit eine Selbstverständlichkeit sind und wo Gesundheit und Wohlempfinden jedes Einzelnen im Vordergrund stehen,“ sagt Steinbeck.

So wollen die Unternehmer nicht auf Masse setzen, sondern lieber auf Qualität und plädieren an ein Umdenken der Bevölkerung: „Bei unserer Arbeit geht es auch stark um den sozialen Faktor. Man sollte langfristig denken. Meist wird bei Massenproduktionen nur kurzfristig gedacht, und so entstehen dann die Schnäppchenpreise. Aber das ist weder zum Wohl des Verbrauchers, noch zum Wohl unserer Umwelt“, so Jestädt. Auch Günther sagt dazu: „Es wird immer deutlicher, dass unsere Natur leidet. Die Müllberge werden immer größer und größer. Wir müssen zusammen als Gesellschaft etwas dagegen tun – und zwar jetzt“.

Seit drei Wochen gibt es nun die „foodies mit Haltung“ und es werden bereits zwei Produkte von ihnen unterstütz. Eine Rhön-Hafermilch, von einem Landwirt aus der Region, in Zusammenarbeit mit einer lokalen Mühle und Kelterei, regional und mit Fairen Preisen. Und die „Greenworscht“ – gemeinsam mit Alina Müller, Studentin der „Lebensmitteltechnologie“ an der „Hochschule Fulda“, Chantal Pfenning, Studentin der „Ökotrophologie“ an der „Hochschule Fulda“ und Björn Leist, Gastronom und Koch. „Die Idee war, eine Bratwurst zu entwickeln, die nur einen kleinen Anteil an Fleisch 15 Prozent Fleisch, 85 Prozent Pflanzlich) enthält. Sie soll ausgesprochen gut schmecken und gleichzeitig sehr gute Nährwerte haben“, erzählt Günther.

Gemeinsam wollen die vier Unternehmer die Menschen in der Region zum Umdenken bewegen und haben noch einige Projekte vor sich. „Nahrung soll zur Gesunderhaltung beitragen und dennoch Freude machen, wir setzen uns für Fairness und Gerechtigkeit ein, wir wollen Regional-saisonale Handelskreisläufe nutzen und erschaffen und verstärkt pflanzenbasierte Ernährungsweise implementieren“, so der Gründer der „Eisheiligen“. Mehr Infos zu den „foodies mit Haltung“ gibt es im Internet unter www.foodiesmithaltung.de .

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