Der Wirtschaftsempfang der EXTRA TIP Mediengruppe

Kassel-Calden. "Niemand hat die Absicht, in Berlin einen Flughafen zu errichten." In Kassel schon. Das "modifizierte Mauerzitat" v

Kassel-Calden. "Niemand hat die Absicht, in Berlin einen Flughafen zu errichten." In Kassel schon. Das "modifizierte Mauerzitat" von Walter Ulbricht schwebte auch durch den fast fertigen Terminal des neuen Flughafens KasselCalden, als Philipp Rösler am Donnerstagnachmittag mit einem Bundeswehrhubschrauber (noch über dem alten Flugfeld) einschwebte – zum ersten Wirtschaftsempfang der "Extra-Tip-Mediengruppe".

Kein einfacher "Anflug", zumal der FDP-Vorsitzende in diesen spannenden Tagen und Wochen eine eher schwierige Phase durchzustehen hat – in seiner Partei selbst, innerhalb der Regierungskoalition und auch in der (ver-) öffentlich(t)en Meinung. Eine aktuelle Umfrage besagt, dass 42 Prozent es für richtig hielten, wenn Rösler nach einer Niederlage "seiner" FDP bei der Niedersachsenwahl an diesem Sonntag als Parteivorsitzender zurücktritt. Nur von 25 Prozent erfährt er noch Zustimmung.

Im Kreise des "Extra-Tip"-Wirtschaftsgipfels war der Rückhalt größer. Bei weitem. Lag bei mindestens 95 Prozent der anwesenden nord- und osthessischen Wirtschaftsführer, Politiker und Meinungsmacher – wobei fünf Prozent davon der FDP und Rösler schon reichen würden in Hannover und im Bund. Und es lag vor allem am Auftreten des adretten Stargasts, an seiner Eloquenz, seiner Fachkompetenz. Rösler referierte über EU-Krise und ESB, über die weltweite Rezession und das deutsche Wirtschaftswachstum, über Klimapolitik, die Energiewende und neue Stromtrassen im Lande, über die mitunter unendlichen Planungszeiten von Großprojekten. Der FDP-Chef kritisierte die verkrusteten Strukturen in Behörden, unflexible Gesetzesvorgaben und Verwaltungsvorschriften, und plädierte – ganz Liberaler – für freien Geist und ebensolche Gedanken sowie einen gesunden Menschenverstand, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen beim Umsetzen und Erreichen der Ziele.

Mit ihrem Ziel, der Fertigstellung des neuen Regionalflughafens Kassel-Calden, liegen die "Macher" der Boom-Region Kassel um Geschäftsführer Jörg Ries und Landrat Uwe Schmidt – ganz im Gegensatz zu Berlin – voll im Zeitplan. Am 4. April dieses Jahres werden die ersten Flieger von Nordhessen in Richtung Süden abheben – und nicht nur die Passagiere sondern auch die Industrie und Handwerksbetriebe – immerhin gibt es rund 50 "Aero-affine" Unternehmen in der Region – dürften sich über die Bereicherung und den "neuen Standortvorteil" in der Mitte Deutschlands freuen.

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