Wissen was auf einen zukommt

Pakt fr Ausbildung: Landrat Marx holte Akteure an einen Tisch - Ziel: bergang Schule/Beruf verbessernVogelsbergkreis. Wie knnen Beru

Pakt fr Ausbildung: Landrat Marx holte Akteure an einen Tisch - Ziel: bergang Schule/Beruf verbessern

Vogelsbergkreis. Wie knnen Berufsperspektiven fr junge Menschen optimiert werden? Was braucht die Wirtschaft? Was muss Schule leisten? Um die Beantwortung dieser Kernfragen ging es vor wenigen Tagen im Alsfelder Landratsamt. Um den bergang zwischen Schule und Berufsausbildung weiter zu verbessern, hatte Rudolf Marx die verantwortlichen Akteure an einen Tisch gebeten.

Das Ziel der Unterredung: Qualittsstandards und Handlungsschritte festlegen, damit zunchst die Berufsorientierung bereits in der Schule - und dies nicht erst einige Monate vor dem Schulabschluss - und dann die Vermittlung eines passenden Ausbildungsplatzes besser gelingt. "Die Jugendlichen mssen wissen, was auf sie zukommt", betonte Schulamtsdirektor Rolf Heckeroth, der im Staatlichen Schulamt Ansprechpartner fr den Bereich bergang Schule/Beruf ist.

Landrat Marx begrt die Initiative der Landesregierung, mit der Einfhrung von Qualittsstandards den "Pakt fr Ausbildung" in der Region mit Leben zu erfllen. Marx freute sich, dass Diplom-Volkswirt Harald Finke von der Vogelsberg Consult die Aufgabe des Koordinators in diesem Arbeitsfeld mit bernommen habe. Finke ist seit vielen Jahren bereits Koordinator fr regionale Arbeitsmarktpolitik. Bundesagentur und KVA wnschen sich bereinstimmend, die Jugendlichen frher an mgliche Berufe heran zu fhren.

Drei Handlungsfelder gelte es zu bearbeiten, so Marx: Erstens gezielte Berufsorientierung mit Frderung der Ausbildungsreife, zweitens Mobilisieren zustzlicher Ausbildungs- und Praktikumspltze und drittens Herstellen von "Passgenauigkeit" bei Bewerbern und Angebot mit dem Ziel der Vermittlung. Bereits fr den Herbst plant Landrat Marx ein "Forum Schule und Wirtschaft", das die Praxisnhe verstrken soll. Danach soll mit einer gezielten Akquise von mglichen Ausbildungsstellen begonnen werden, die dann in den Schulen direkt "beworben" werden sollen - "je frher, desto besser", meinte dazu Hans-Ulrich Merle von der Kommunalen Vermittlungsagentur. In dieser Auffassung zeigten sich KVA und Bundesagentur fr Arbeit, vertreten durch Bernd Ochsenhirt, vllig einig. Zum Schuljahresende 2009 gehe es dann um eine verstrkte passgenaue Vermittlung.

Bei einem zunehmend unbersichtlichen Ausbildungsmarkt, werde Orientierung immer wichtiger, hob Vogelsberg-Consult-Geschftsfhrer Thomas Schaumberg hervor. Leitender Schulamtsdirektor Christoph Fellner von Feldegg sprach sich fr einen Wissensabgleich aller Schulen mit Arbeitsagentur und KVA und eine Verstrkung des Dialogs mit der Wirtschaft aus.

Landesregierung, Hessischer Landkreistag, die IHK und die Handwerkerschaft hatten auf Landesebene einen "Pakt fr Ausbildung" geschlossen. Dieser findet seine regionale Ebene nun auch im Vogelsbergkreis. Aus der Sicht von Landrat Marx fgen sich die verstrkten "Verzahnungen" zwischen Ausbildungsbetrieben und Schule nahtlos in die vorhandenen guten Erfahrungen ein. Marx nannte hier als Beispiele den erfolgreichen "Marktplatz Ausbildung", die Beratungsarbeit von B:24 und Vogelsberg Constult sowie jngste Initiativen von Handwerksbetrieben, in der Grebenhainer Oberwaldschule direkt bei den Schlerinnen und Schlern in der Klasse nach den Fachkrften von morgen Ausschau zu halten (wir berichteten). Das Prinzip "Kurze Wege zwischen Unternehmen und Jugendlichen" msse verstrkt angewandt werden, betonte Harald Finke.

Es gehe, so Marx, sowohl und die Chancensicherung der jungen Generation als auch um die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Vogelsberg und seiner Unternehmen, denn die Sicherung des Fachkrftenachwuchses sei von essentieller betriebswirtschaftlicher Bedeutung. In diesem Zusammenhang untersttzte er die Auffassung von Kreishandwerksmeister Herbert Betz, dass die schulische Bildung eine ausreichende Grundlage fr die Berufsausbildung bieten msse. "Die Anforderungen werden immer hher. In manchen Ausbildungsberufen bestehen weniger als die Hlfte die Prfung - das ist alarmierend", betonte der Unternehmer. Nicht zuletzt gehe es darum, "junge Menschen aktiv in der Region zu halten", fasste Landrat Marx die Gesprchsrunde zusammen.

An der Unterredung in Alsfeld nahmen teil: Kreishandwerksmeister Herbert Betz, Bernd Ochsenhirt (Agentur fr Arbeit Gieen), Werner Khler und Hans-Ulrich Merle (Kommunale Vermittlungsagentur), Thomas Schaumberg und Harald Finke (Vogelsberg Consult GmbH) sowie Christoph Fellner von Feldegg und Rolf Heckeroth vom Staatlichen Schulamt Gieen/Vogelsberg.

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