Wo bleibt der Frühling?

Die Hoffnung auf einen schönen Frühling bleibt.
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Die Hoffnung auf einen schönen Frühling bleibt.

Klartext zum Thema „Frühlingsgefühle“ von Fulda aktuell-Redakteur Christopher Göbel.

Seit Jahresbeginn ist das Wetter mies. Jedenfalls für so ein Sommerkind wie mich. Ich mag Sonnenschein und Wärme –zumindest ab März. Das ist mir dieses Jahr leider nicht vergönnt gewesen. Ich kann mich bisher nur an wenige Tage erinnern, welche die Bezeichnung „Frühling“ verdient hätten.

Dennoch habe ich viele ausgedehnte Spaziergänge unternommen und mich der Natur gewidmet. Dass die Vegetation rund zwei Wochen hinter den vergangenen Jahren herhinkt, ist augenscheinlich. Inzwischen haben aber wenigstens einige Frühlingsblumen und -sträucher Farbe bekommen, die Bäume sind wieder grün, und auch wenn es regnet, merkt man: Der Frühling kommt.

Ich habe die Hoffnung, dass in den kommenden Wochen viele Dinge wieder aufblühen. Seien es Pflanzen, der Handel, die Gastronomie und der Tourismus. Die stetig sinkenden Inzidenzen und die Lockerungsschritte in der Corona-Pandemie machen mir Mut. Wir alle haben auf so vieles verzichtet in den vergangenen fast anderthalb Jahren. Aber irgendwie haben wir uns auch an die Situation gewöhnt, die für unser Land – und die Welt – seit dem Zweiten Weltkrieg das Leben der Menschen nicht mehr derartig eingeschränkt hat.

Durch Homeoffice, Kurzarbeit, Schul- und Kindergarten-Schließungen bedingt, haben viele Menschen sich auf andere Dinge besonnen, um das Beste aus der Situation zu machen.

Vielleicht wird für den einen oder anderen der Schritt zurück zur Normalität ebenso schwierig, wie er im Frühling 2020 in die Lockdowns war. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, sagt man. Rund sechs Wochen brauchen wir, um uns an etwas zu gewöhnen. Und so bin ich auch in diesem Fall sicher, dass wir es nach einiger Zeit genießen werden, wieder das tun und lassen zu können, was wir bis zum März des vergangenen Jahres tun und lassen konnten.

Ich freue mich auf so viele Dinge. Ein Eis oder einen Latte Macchiato mit Freunden und Familie im Café, sorglos einkaufen, in den Urlaub fahren, Museen, Theater und Kinos besuchen ... ich könnte ewig weitermachen. Was man hatte, merkt man oft erst, wenn es fehlt.

Ich hoffe auch sehr, dass die Wetterfrösche für dieses Wochenende freundlichere Temperaturen und Sonnenschein angekündigt haben. Obwohl ich grundsätzlich optimistisch veranlagt bin, glaube ich dem Wetterbericht des Tages manchmal erst am Abend ;-) .

Was der ständige Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regengüssen uns in den vergangenen Tagen gebracht hat, waren wunderschöne Regenbögen über Osthessen. In den sozialen Medien gab es kaum einen Tag, an dem nicht mehrere Nutzer Regenbogen-Fotos gepostet haben. Das ist wie mit dem ersten Schnee jedes Jahr. Aber trotzdem schön.

Das Wetter können wir nicht beeinflussen und müssen es nehmen, wie es ist. Toll finden muss es deswegen zwar niemand, aber damit leben müssen wir alle. Und dass unsere Böden auch jetzt in den tieferen Schichten noch zu trocken sind, zeigt mir, dass die Natur den Regen benötigt. Ich brauche keinen Regen, aber ich brauche die Natur. Logischer Schluss: Dann brauche ich also doch auch den Regen.

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