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Fulda. Das Citymarketing hat die Innenstadt Fuldas fest im Blick.

Fulda. Zum einem außerordentlichen "Jour Fixe" hatte das Citymarketing Fulda eingeladen – diesmal in herrschaftlichem Ambiente in das "Kurfürstenzimmer" des Stadtschlosses, was nicht zuletzt dem "Ehrengast", OB Gerhard Möller, zum Anderen auch den brisanten innerstädtischen Themen "geschuldet" war. Auf der Tagesordnung der Diskussionsrunde standen unter anderem die Bahnhof-, Löher- und Friedrichstraße, der Uniplatz, das Löhertor, ein möglicher Veranstaltungskalender, zukünftige Events und Märkte, die aktuell erhöhten Preise für das Parkhaus unterm Uniplatz, das Emaillierwerk sowie die  heiß diskutierten Baupläne der Möbelstadt Sommerlad im Interkommunalen Gewerbegebiet.

Sommerlad-Baupläne

Zu Letzterem konnte Möller keinen neuen Sachstand vermelden. "Die Diskussionen innerhalb der Stadtregion gehen weiter.  Wir wollen alle vernünftig miteinander umgehen." Vorschläge zu alternativen Standorten werden seitens der Investorenfamilie offenbar keine realistischen Perspektiven eingeräumt. Gleichermaßen würden hinsichtlich des derzeit präferierten  Standorts seitens der Regionalplanung und innerhalb der IHK-Vollversammlung "erhebliche Bedenken geäußert", so der OB. "Ob Bewegung in die Diskussion kommt ist im Moment nicht absehbar."

Löhertor

Hier gilt es den Bauantrag mit der Bauaufsicht und den Investoren (der alleinigen Projektgruppe Grebe) "durchzuplanen", informierte Möller. Der Abriss des Löhertors sollte konzentriert erfolgen, wohl nicht mehr vor dem anstehenden Winter, und auch um Lärm- und Schmutz-Belästigungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten. Zur Verkehrsregelung in der Löherstraße liege noch kein fertiges Konzept, keine endgültige Struktur vor, ob eine mögliche "Umwidmung" sinnvoll sei, wollte Möller offen lassen.

Bahnhofstraße

Hier ist die Umgestaltung abgeschlossen, Möller bezeichnete sie als gelungen. Noch keine fertigen Pläne gebe es für das Stück zwischen Linden- und Heinrichstraße, "wobei keine einseitige städtische Verfügung ohne Anwohnerbeteiligung erfolgt. "Das ganze ist nicht billig", gab der OB zu bedenken.

Verkaufsoffene Sonntage

"Die Rechtslage ist klar: Die verkaufsoffenen Sonntage müssen an Marktgeschehen gekoppelt sein. Und vier statt drei wird es vorerst in Fulda nicht geben", so der OB, der sich eine eindeutigere juristische Regelung hinsichtlich der Obergrenze wünscht.

Kulturevents/Veranstaltungen

Die Konzerte am Uniplatz seinen durchaus kontrovers diskutiert worden, informierte das Stadtoberhaupt. Im kommenden Jahr wird es zwei Domplatz-Konzerte geben und auch die "Spotlight"-Musical-Produktionsfirma kann und wird ihre Palette im Schlosstheater um zusätzliche Angebote erweitern. "Plausible Kritik" (Möller) habe es beim Radrennen wegen der weiträumigen Absperrungen der Innenstadt an einem Verkaufstag gegeben. Die Neuordnung, "Wandlung"  und   Erweiterung des Weihnachtsmarktes um einen "Mittelaltermarkt" an der Stadtpfarrkirche habe sich bewährt. Ob man die Dichte der Standbetreiber am Uniplatz erhöhen und möglicherweise noch andere Straßen (Bahnhofstraße) miteinbeziehen könnte, will das städtische Ordnungsamt für die kommenden Jahre überprüfen.

Leidiges Thema: Parkgebühren

"Unsere Kunden, vor allem die älteren, weichen deshalb ins ,Emaillierwerk’ und auf die ,Kaiserwiesen’ aus, klagte Stefan Wehner.  Die Replik des OB: 1. Die städtischen Parkgebühren bleiben stabil. 2. Q-Park hat am Uniplatz viel investiert und will verständlicherweise ein finanzielles Feedback. 3. Wir haben kostengünstige andere Betreiber bei den Parkhäusern und solche in städtischer Trägerschaft. 4. Es gibt ausreichend öffentliche Parkflächen. 5.  sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten des Parkens – unter Abwägung der Kosten und der fußläufigen Erreichbarkeit der einzelnen Geschäfte in der Innenstadt. Auch hinsichtlich der Sanktionsmöglichkeiten durch die städtischen "HiPos" war die  Meinung des OB eindeutig: Es gibt rechtliche Vorgaben über die Vorgehensweise bei Ordnungswidrigkeiten – und wo soll ich bei Überschreiten der Parkdauer die Grenze ziehen, – bei drei oder dreizehn Minuten?"

Innenstadt-Analyse

Karin Ahrens und Stefan Wehner regten eine "Kaufkraftanalyse" für die gesamte Innenstadt an. "Wir müssen attraktiv bleiben, mit unseren Pfunden wuchern und die Verweildauer der Kunden erhöhen." An Verbesserungsvorschlägen schlugen beide ein "Leerstands-Kataster" und eine Verschönerung der "hässlichen Immobilien" an den Einfallstraßen vor – "weg von mit Packpapier zugekleisterten Schaufensterscheiben hin zu mehr künstlerischen Elementen." Marlies Piechotka bot ihre Mithilfe an,  die "Wund-Pflaster" entsprechend optisch ansprechend zu gestalten. "In Fulda kommen die Kunst und Künstler oft zu kurz", so ihre Auffassung. Einig war sich das Citymarketing darin, die Anzahl der "Spielhöllen" in der Innenstadt stark zu limitieren. Schließlich regte Ludwig Vordemfelde vom Herrenausstatter "Köhler" nach dem Vorbild Gießens und auf Grundlage entsprechender Modelle (BID – "Business Improvement Districts" und INGE – Hessisches Gesetz zur Stärkung innerstädtischer Geschäftsquartiere) eine Bündelung der Kräfte und Geschäftsinteressen in der Innenstadt an. "Dann wären viele der hier angesprochenen Probleme mit einem Schlag gelöst. Ich wundere mich darüber, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, dieses Konzept auch auf  Fulda zu übertragen", so der Manager aus Gießen.

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