Wolfgang Bosbach sprach bei der MIT Fulda

+

Ein Politiker mit Ecken und Kanten. CDU-Innenexperte redet bei Wahlkampfveranstaltung in Fulda auch außenpolitisch Klartext.

Fulda. Selten waren Wahlkampfveranstaltungen so begehrt, wie diese. Mit dem CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (63) hat die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) im Kreis Fulda eine Punktlandung hingelegt. Der Bundespolitiker aus dem Rheinland zog am Dienstagabend 700 Menschen - darunter viele Kommunalpolitiker, Unternehmer und Multiplikatoren -  in die Dr. Al-Hami Münsterfeldhalle. Klare Aussagen, eine kritische Beurteilung der politischen Lage, ein Ausblick auf 2016 - das gab der 63-Jährige in seiner gewohnt bodenständigen Art. Aber es gab auch einen Wink an die Region: "Was im Bund und im Land passiert, hat mit der Politik vor Ort wenig zu tun", so Bosbach, der auf die Kommunalwahl am 6. März anspielte.  "Das ist eine Persönlichkeitswahl - und die Region Fulda ist bestens aufgestellt."

MIT-Kreischef Jürgen Diener sagte:  "Er hat überzeugt und uns gezeigt: wir sind hier in Osthessen, vor allem in Fulda, auf dem richtigen Weg. Und wenn wir weiter erfolgreich bleiben wollen, muss die CDU stärkste Kraft bleiben." Bosbach sei ein "politischer Hochkaräter und Christdemokrat aus Überzeugung", der im Bund eine klare Linie vertrete. Der osthessische Bundestagsabgeordnete Michael Brand und Fuldas CDU-Stadtverordneter Hans-Dieter Alt hatten Bosbach in die Domstadt geholt.

Die Sicherheitslage in Deutschland sei angespannt. "Das ist nicht erst seit gestern so. Unser Land steht schon seit vielen Jahren im Visier des internationalen Terrorismus", betonte Wolfgang Bosbach. Dabei komme es den Extremisten nicht darauf an, wer Opfer eines Anschlags sei, sondern es müssten möglichst viele sein. In der Flüchtlingspolitik erhebt Bosbach oft kritisch die Stimme. "Wir müssen die gesamte Europäische Union stärker in die Pflicht nehmen und den Staaten, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, Fördermittel in Milliardenhöhe streichen." (Schauen Sie auch das VIDEO in diesem Bericht mit Ausschnitten aus Bosbachs Vortrag. d.Red.)

Die Zukunft Deutschlands sieht Bosbach - er ist seit 22 Jahren im Bundestag - positiv: "Es hat keinen Zweck zu sagen: früher war alles besser". Das Land müsse den Übergang von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft schaffen. "Bildung und Forschung sind die Chance für eine aufstrebende Nation." Der 63-Jährige machte deutlich: "Bei allen Sorgen und Problemen ist es Glück, in Deutschland geboren zu sein, hier leben und arbeiten zu dürfen. Uns geht es im Vergleich zu anderen Ländern nämlich gut."

In Wahlkampfstimmug zeigte sich Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU). Er rief auf, die Chancen der Region zu nutzen. "Die Lebensqualität ist groß. Wir sind wirtschaftlich erfolgreich, haben ausgezeichnete Bildungspolitik und das ist Ausdruck von Kontinuität." Ein Markenzeichen der Union sei auch die Innere Sicherheit. "Ein starker Staat ist die Voraussetzung für Freiheit. Deshalb stehen wir als CDU schon immer für eine starke Polizei." Es sei gerade in der aktuellen Zeit wichtig, glaubwürdig zu sein. "Das sind wir", so der OB. Auch Landrat Bernd Woide (CDU) lobte die Vorzüge der Region. "Der Mittelstand funktioniert. Die Infrastruktur ist hervorragend. Wir haben Vollbeschäftigung und die beste Ausbildungsquote in Hessen." Das sei nicht selbstverständlich, sondern der hervorragenden Arbeit der heimischen Unternehmer geschuldet.

Besonders freute sich der leidenschaftliche Karnevalist Bosbach über den Einmarsch von Prinz Alexander Fassadicus Maximus - der 75. von Fulda und seiner Mannschaft. Er bekam zur Erinnerung einen Orden und die FKG-Chronik. Nach seinem zweieinhalbstündigen Aufenthalt in Fulda reiste der Innen-Politiker nach Lauterbach, wo er als Ehrengast am Neujahrsempfang der CDU des Vogelsbergkreises teilnahm. Das Publikum in Fulda zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden: Bosbach habe mit seiner offenen und ehrlichen Art überzeugt. Viele sagten: "An dem Mann können sich andere mal ein Beispiel nehmen." (Von Christian P. Stadtfeld)

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Polizeieinsatz in Großenlüder: 67-jährige Frau leblos in Wohnung gefunden

69-jähriger Ehemann im Krankenhaus / Hintergründe sind noch völlig unklar  
Polizeieinsatz in Großenlüder: 67-jährige Frau leblos in Wohnung gefunden

Hygieneauflagen nicht erfüllt: Zeltlager in einem Feriendorf bei Herbstein unterbunden

Vorschriften des Gesundheitsamtes Vogelsbergkreis vom Veranstalter nicht erfüllt
Hygieneauflagen nicht erfüllt: Zeltlager in einem Feriendorf bei Herbstein unterbunden

Ab 17. August in Hessen: Kostenfreie Corona-Tests für Erzieher und  Tagespflegepersonen

Angebot gilt bis zum 8. Oktober
Ab 17. August in Hessen: Kostenfreie Corona-Tests für Erzieher und  Tagespflegepersonen

Hochrangiger Marineoffizier vor NATO-Posten auf Heimatbesuch in Osthessen

Fregattenkapitän Christian Meister bei Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld
Hochrangiger Marineoffizier vor NATO-Posten auf Heimatbesuch in Osthessen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.