Wüsten-Sand

Staubwolke aus Zentralasien ber Osthessen Fulda. Da war kein Ufo am Werk und das Ganze war nicht gesundheitssc

Staubwolke aus Zentralasien ber Osthessen

Fulda. Da war kein Ufo am Werk und das Ganze war nicht gesundheitsschdlich, sagt FFH-Wetterexperte Dr. Martin Gudd auf Anfrage von Fulda Aktuell. Auch die zur Zeit verstrkt fliegenden Erlen- und Birkenpollen knnen nicht dafr verantwortlich gemacht werden. Vielmehr habe es sich um ein durchaus seltenes Wetterphnomen gehandelt, das schon am vergangenen Samstag einsetzte und bis Mitte der Woche die Menschen in weiten Teilen Deutschlands beschftigte.

Auch in Osthessen bemerkten vor allem Autofahrer und aufmerksame Hobby-Wetterfrsche eine mysterise Wolke, die ber das Land zog. Die einen vor allem an der gelben Feinstaubschicht auf den Dchern, Fensterscheiben und Motorhauben ihrer Fahrzeuge. Die anderen dort, wo anfangs noch Schnee lag an dem hauchdnnen Schmutzfilm auf der weien Pracht. Und einige fhlten sich beim Blick in den Abendhimmel sogar an Sonnenuntergnge in der Sahara erinnert.

Korridor in Kasachstan geffnet?

Und da sind wir auch schon bei der Erklrung des auergewhnlichen Wetterphnomens. Es handelte sich offenbar tatschlich um Wstenstaub, allerdings wohl nicht aus der Sahara, sondern von viel weiter weg. Die Experten sind sich noch nicht ganz einig, die Quelle drfte aber in Zentralasien liegen in den Trockengebieten Kasachstans, Turmenistans und Pakistans, vielleicht sogar auch in Saudi-Arabien, erlutert Dr. Martin Gudd.

Die Auswertung von Satellitenbildern lasse jedenfalls den Schluss zu, dass der Korridor stlich des Kaspischen Meeres geffnet und warme und besonders staubhaltige Wstenluft sogar aus dem Gebiet des Aral-Sees bis nach Mitteleuropa verfrachtet wurde. Bezeichnenderweise aus einer Region, in der gerade der Mensch in den vergangenen Jahrzehnten massiv fr die Wstenbildung verantwortlich war.

"bergangs-Wetterlage"

In den bergangs-Jahreszeiten, vor allem also im Mrz, seien solche grorumigen Sandverfrachtungen indes nichts Auergewhnliches. Das passt in unser Schema, sagt der Wetterexperte. In aller Regel nehme der Staub aber den direkten Weg aus der Sahara ber Italien nach Deutschland bzw. in einem rechtsdrehenden Bogen ber Spanien, Frankreich und England zu uns. beraus selten war allerdings die Ostwind-Wetterlage der vergangenen Tage, konstatiert Dr. Gudd.

Und komme dann der ganze Krempel wieder herunter, dann lege sich eben eine feine Staubschicht ber das Land oder, bei feuchter Konsistenz, in Form einer gelblichen Brhe oder von roten Tropfen. In sdlichen Lndern wie Spanien, Griechenland, vor allem aber in Italien und auch Sddeutschland, in Gegenden also, in denen der Sandgehalt noch weitaus hher liegt, wird das ganze Phnomen dann sogar Blutregen genannt.

Im Jahre 1901 ist das besonders extrem gewesen, zitiert Dr. Martin Gudd aus alten Wetteraufzeichnungen. Dass manche Menschen dem ganzen dann noch einen mystischen Anstrich geben, kann Gudd in diesem Zusammenhang durchaus verstehen. Die Assoziation von Blutregen mit dem Leiden und Sterben Christi in der Osterzeit liege eben nahe...

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