Zeitreise: Das Modem

Redakteur Christopher Göbel erinnert sich an das Modem und erzählt lustige Geschichten aus der Zeit, als es der Nabel zum World Wide Web war.

Das Modem, das mir zu meinen ersten Erfahrungen mit dem Internet verhalf, war ein Gerät, dass man an die Telefonleitung anschließen musste. Entweder man ging ins Internet oder man konnte telefonieren – beides nebeneinander war nicht möglich. Ich erinnere mich noch gut, dass es die ein oder andere Auseinandersetzung mit meinen Eltern gab, wenn sie telefonieren wollten, die Leitung aber von mir blockiert war. Beim Einwählen machte das Gerät sehr charakteristische Geräusche, die an Piepsen in einer Blechröhre erinnerte. Schnell war die Verbindung, wenn sie denn stand, nicht. Im Vergleich zu heute könnte man eine Schnecke mit einem Düsenjäger vergleichen, was die Geschwindigkeiten im Internet angeht. Ich hatte zahllose „AOL“-CDs, mit denen man sich jeweils einen neuen Account anlegen und ein paar Stunden kostenlos surfen konnte. Diese CDs gab es an jeder Ecke und ich will gar nicht wissen, wie viele Accounts ich anlegte. Das Internet war damals eine ganz neue Welt für mich. Die Webseiten sind mit den heutigen auch nicht mehr zu vergleichen, wenn auch das http-Protokoll auch heute noch immer vielen Seiten zugrunde liegt.

Meist nutzte ich die späten Abend- oder Nachtstunden, um mich im Internet herumzutummeln, denn da war die Gefahr, dass jemand telefonieren wollte, ungleich geringer. Als Bastler legte ich Kabel von der Telefondose bin in mein Kinderzimmer, um mit der Welt verbunden zu sein. Praktischerweise konnte hatte ich damit auch mein eigenes Telefon. Stundenlanges Online-Sein hatte allerdings auch seine Schattenseiten, die sich vor allem in den Telefonrechnungen niederschlugen. Auch hier waren diverse Standpauken vorprogrammiert...

Aber ich schweife ab. Das Wort „Modem“ setzt sich aus den Begriffen Modulator und Demodulator zusammen. Digitale Daten werden dabei moduliert, um sie über die Telefonleitung schicken zu können, und vom Gerät der Gegenstelle demoduliert, um sie wieder lesbar zu machen. Heute gibt es DSL- und Glasfasermodems, die sehr viel höhere Übertragungsgeschwindigkeiten erlauben. Das Thema „Breitband“ ist vor allem in ländlichen Regionen ein großes, denn ohne schnelles Internet ist man heute tatsächlich „von der Welt abgeschnitten“.

Alleine das ISDN-Modem, das 1992 auf den Markt kam, verdiente die Bezeichnung Modem nicht, denn die digitale Datenübertragung funktionierte damit ohne Modulation und Demodulation.

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