Zeitung macht Schule Teil 8: Afrika – ein heterogener Kontinent, schwarz und regenbogenbunt

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Von Biarna Diegmüller, Sarah Sophie Heinrichs, Luise Giez,  Cornelia Freist und Johannes LiebigKünzell. "Afrika ist ein heterogener Kontinent,

Von Biarna Diegmüller, Sarah Sophie Heinrichs, Luise Giez,  Cornelia Freist und Johannes Liebig

Künzell. "Afrika ist ein heterogener Kontinent, die Heimat von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Sprachen und Religionen.  Ähnlich wie es im Westen Vorurteile gegen Afrikaner gibt, ergeben sich aus dieser multikulturellen Zusammensetzung auch Vorurteile und Konflikte innerhalb Afrikas. Vor allem der Staat Südafrika ist sehr multikulturell. Es existieren Religionen aller Arten, vom Islam über den Hinduismus bis zum Christentum. In Nordafrika sind die Hauptreligionen das Christentum, der Islam und das Judentum. Neben den Weltreligionen existieren außerdem noch die Naturreligionen, denen manche Afrikaner anhängen und der von uns Europäern oft als Voodoo-Glauben bezeichnet wird.

Vorurteile innerhalb der Religionen sind ähnlich gelagert wie in Deutschland, man beäugt sich kritisch, aber einen "Religionskampf" kann man es nicht nennen. Das Misstrauen richtet sich eher gegen die Naturreligionen, vor allem seitens der christlichen Kirche. Bei einem Interview mit dem 16-jährigen Schüler Neil Roberts aus Südafrika antwortete er uns auf die Frage, ob es Vorurteile zwischen den einzelnen Gruppen Afrikas gäbe: ,Wir haben nicht wirklich Vorurteile zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, aber zwischen verschiedenen Religionen (…). Südafrika ist eine Regenbogennation, verschiedene Hautfarben sind nichts Besonderes, deshalb ist die Religion das Entscheidende.’

Ob das wirklich so ist, muss bezweifelt werden. Oft wird das gesellschaftliche Afrika wahrgenommen als zweigeteilt. Einerseits in die reiche Oberschicht, welche meist von weißen Afrikanern vertreten wird, und andererseits in die hungernde schwarze Unterschicht. Vergessen wird dabei die Mittelschicht, welche sich von der deutschen weniger unterscheidet als man meinen könnte. Die Kamerunerin Veye Tatah berichtet in der Serie "Schrebergarten-Schrebergast" bei dem Radiosender "eldoradio" von der negativen Darstellung Afrikas in den Medien. Sie selbst kam als Studentin nach Bremerhaven und gehörte in Kamerun zu der für uns in Deutschland unbekannten Mittelschicht. Und wie in Deutschland eine Mittelschicht existiert, so gibt es diese auch in Afrika, so berichtet sie. Vorurteile gibt es wie in jeder Gesellschaft zwischen arm-reich und schwarz-weiß, außerdem werden diese beiden Zuschreibungen oft  in einen Topf geworfen: Schwarz bedeutet arm, weiß bedeutet reich.

Dieses Vorurteil an sich zu widerlegen ist schon schwer genug, generell lässt sich dieses Thema aus der europäischen Sicht nur sehr schwer beurteilen. Tatsache ist, dass der Anteil der weißen Bevölkerung im Staat Südafrika rund acht Prozent beträgt, das sind von insgesamt 45 Millionen Südafrikanern nur vier Millionen. Südafrika selbst wäre zwar gerne eine "Regenbogennation", in der  alle ethnischen Gruppen harmonisch nebeneinander leben, doch noch gibt es tiefe Gräben zwischen Schwarzafrikanern, und Weißen. Sie leben getrennt voneinander und die wechselseitigen Vorurteile sind möglicherweise so tief verwurzelt, dass sie nur schwer aufgedeckt werden können. Und doch sind Nationen so bunt wie ein Regenbogen etwas Wunderbares – wer wollte denn schon nur braun (??) sein!"

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